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Bad Dürkheim: Hitlers Bronze-Pferde wieder in Berlin – Was jetzt mit der Nazi-Kunst passiert

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Von: Peter Kiefer

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Im Mai 2015 werden die „Schreitenden Pferde“, die einst vor Hitlers Reichskanzlei standen, in Bad Dürkheim beschlagnahmt. 
Im Mai 2015 wurden die „Schreitenden Pferde“, die einst vor Hitlers Reichskanzlei standen, in Bad Dürkheim beschlagnahmt.  © picture alliance / dpa

Bad Dürkheim – Vor sechs Jahren wurde in einer Lagerhalle Nazi-Kunst gefunden. Jetzt steht fest, was damit passiert. Wo Hitlers „Schreitende Pferde“ künftig stehen:

Update vom 20. Oktober: Nach der erzielten Einigung in den Verhandlungen um die sogenannten „Thorak-Pferde“ kommen die beiden tonnenschweren Bronze-Skulpturen des Bildhauers Josef Thorak ins Museum. Die überlebensgroßen „Schreitenden Pferde“ hatte der im Dritten Reich zu den Bevorzugten gezählte Künstler für die Gartenseite der Neuen Reichskanzlei für Adolf Hitler gestaltet. Nach ihrem abenteuerlichen Weg über Wriezen und Eberswalde in Brandenburg sowie das rheinland-pfälzische Bad Dürkheim kommt die umstrittene Propagandakunst letztendlich nach jahrzehntelanger Odyssee wieder zurück nach Berlin.

Hitlers Pferde werden zur berühmten Zitadelle Spandau gebracht und dort der Dauerausstellung „Enthüllt. Berlin und seine Denkmäler“ angegliedert. Da die Bronzepferde für den Raum der bereits bestehenden Ausstellung zu nationalsozialistischen Denkmälern schlichtweg zu groß sind, wird ein neuer Ausstellungsraum in der Bastion Königin verstärkt und vorbereitet. Bis zur Fertigstellung einer angemessenen Ausstellungskonzeption, womit nicht vor Ablauf eines Jahres gerechnet werden kann, werden sie jedoch nicht öffentlich zugänglich sein. Erst mit der entsprechenden Kontextualisierung, die den inhaltlichen Zusammenhang zum in „Enthüllt“ bereits realisierten Umgang mit problematischen Denkmälern herstellt, wird das Tor für den normalen Museumsbesuch geöffnet.

Hitlers Bronze-Pferde sollen in der berühmten Zitadelle in Berlin-Spandau ausgestellt werden.
Hitlers Bronze-Pferde sollen in der berühmten Zitadelle in Berlin-Spandau ausgestellt werden. © MANNHEIM24/Peter Kiefer

Berlin: Hitlers Bronze-Pferde sollen in Zitadelle Spandau ausgestellt werden

Hier in der Zitadelle Spandau stimmen nicht nur die Räumlichkeiten, sondern auch der kuratorische Rahmen für eine angemessene Präsentation der Thorak-Pferde. Das ist für alle Beteiligten eine win-win-Situation“, erklärt Monika Grütters (CDU), Staatsministerin für Kultur und Medien. Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) wird sich am Ausbau eines Gebäudes der Zitadelle Spandau für die Erweiterung der dortigen Dauerausstellung „Enthüllt. Berlin und seine Denkmäler” beteiligen – nicht nur für die „Schreitenden Pferde“, sondern auch für andere Objekte.

Und der Bezirksstadtrat für Weiterbildung und Kultur, Gerhard Hanke, führt dazu aus: „Die Erweiterung der Ausstellung ‚Enthüllt. Berlin und seine Denkmäler‘ um die Thorak-Pferde ist ein wichtiger Beitrag zu der Auseinandersetzung mit unserem toxischen Erbe aus Zeit des Dritten Reichs. Ich bedanke mich bei Staatsministerin Monika Grütters, die diese Auseinandersetzung durch die Leihgabe der Thorak-Pferde sowie einen erheblichen finanziellen Beitrag ermöglicht.“

Bad Dürkheim: Zoff um Nazi-Kunst – Das passiert mit Hitlers Bronze-Pferden

Erstmeldung vom 26. Juli: Der jahrelange Streit um die im rheinland-pfälzischen Bad Dürkheim gefundene Nazi-Kunst ist beigelegt! Im Rechtsstreit um das Eigentum an den Skulpturen aus der ehemaligen sowjetischen Garnison Eberswalde haben sich die Parteien für Vergleichsverhandlungen auf ein Ruhen des Verfahrens beim Landgericht Frankenthal verständigt, wie die Kunstverwaltung des Bundes am Montag (26. Juli) in einer kurzen Pressemitteilung verkündet hat.

Im Ergebnis hat sich die Bundesrepublik Deutschland mit dem Beklagten darauf geeinigt, dass er die beiden lebensgroßen Bronzeskulpturen „Schreitende Pferde“ des Künstlers Josef Thorak (1889-1952) in das Eigentum der Bundesrepublik Deutschland herausgibt und die restlichen Skulpturen bei ihm verbleiben.

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Bad Dürkheim: Die Bundesrepublik Deutschland will Nazi-Pferde ausstellen

Die Bundesrepublik Deutschland beabsichtigt nun, die „Schreitenden Pferde“ auszustellen. Mit dieser Einigung wurde der Rechtsstreit um die NS-Kunst durch Vergleich einvernehmlich außergerichtlich beendet.

Hintergrund: Die „Schreitenden Pferde“ des Lieblings-Künstler von Diktator Adolf Hitler (1889-1945) zierten einst die Reichskanzlei in Berlin, thronten dort majestätisch vorm Gebäude. Die Polizei hatte die tonnenschweren Bronze-Pferde und weitere Kunstobjekte im Mai 2015 bei einer Razzia in einer Lagerhalle in Bad Dürkheim entdeckt. Die Pferde waren nach dem Zweiten Weltkrieg auf einem russischen Kasernengelände in Eberswalde (Brandenburg) aufgetaucht und dort im Jahr 1989 verschwunden.

Zwei „Schreitende Pferde“ von Hitlers Reichskanzlei fand die Polizei jetzt in Bad Dürkheim.
Zwei „Schreitende Pferde“ von Hitlers Reichskanzlei fand die Polizei in Bad Dürkheim (Rheinland-Pfalz). © Bundesarchiv

Bei der Razzia der Berliner LKA-Fachdienststelle für Kunstdelikte hatte die Polizei jetzt in fünf Bundesländern zugeschlagen und insgesamt zehn Objekte wegen des Verdachts des Diebstahls und der Hehlerei an rechtswidrig erlangtem Bundesvermögen durchsucht. Acht Verdächtige im Alter zwischen 64 und 79 Jahren waren festgenommen worden. In Bad Dürkheim war auch ein riesiges Granit-Relief (5 mal 10 Meter) von Arno Breker (1900-1991) gefunden worden es zeigt einen halbnackten muskulösen Schwert-Kämpfer. (PM/pek)

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