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Grab von Helmut Kohl (†87): Stadt Speyer will Zaun und Videoüberwachung entfernen

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Von: Peter Kiefer

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Speyer - Nicht mal im Grab hat Altkanzler Helmut Kohl (†87) seinen Frieden! Jetzt will die Stadt Speyer den Metallzaun und die Überwachungskameras entfernen:

Altkanzler Helmut Kohl (†87) kommt einfach nicht zur Ruhe. Am Sonntag (3. April) wäre der in Ludwigshafen geborene CDU-Politiker 92 Jahre alt geworden. Doch ausgerechnet rund um seinen Ehrentag gibt es wieder Aufregung um sein Grab in Speyer. Dort ist Kohl nach seinem Tod am 16. Juni 2017 beigesetzt worden. Seine Söhne fordern die Umbettung ins Familiengrab nach Ludwigshafen-Friesenheim, seine Witwe Dr. Maike Kohl-Richter (57) ist dagegen.

NameDr. Helmut Kohl
Lebensdaten3. April 1930 – 16. Juni 2017
GeburtsortLudwigshafen am Rhein
Bundeskanzler1982 bis 1998
VerheiratetHannelore Kohl (1960 – 2001), Maike Kohl-Richter (2008 – 2017)
KinderWalter Kohl, Peter Kohl

Speyer: Stadt will Veränderungen am Kanzler-Grab

Doch weil auch die Stadt Speyer nach 4,5 Jahren Veränderungen an der Grabstätte am Fuße der Friedenskirche St. Bernhard im Adenauerpark durchführen will, kommt jetzt wieder Bewegung in die Sache. LUDWIGSHAFEN24 hat bei Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler (38, SPD) nachgefragt, wie es mit dem Grab des Kanzlers der Einheit, dem zu Ehren am 3. April feierlich ein Bronze-Denkmal im Domgarten enthüllt wird, weitergeht.

„Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler hat sich vergangene Woche schriftlich an die Witwe, Dr. Maike Kohl-Richter, gewandt und um zeitnahe Herstellung des finalen Grabzustandes gebeten. Dies beinhaltet aus Sicht der Stadt auch die Entfernung der Provisorien Zaun und Videoüberwachung“, so ein Rathaus-Sprecherin.

Metallzaun und die Kameras zur Überwachung des Grabs von Altkanzler Helmut Kohl (†87) sollen weg. (Archivfoto)
Metallzaun und die Kameras zur Überwachung des Grabs von Altkanzler Helmut Kohl (†87) sollen weg. (Archivfoto) © LUDWIGSHAFEN24/Peter Kiefer

Helmut Kohl: Stadt Speyer will Zaun und Videoüberwachung abmontieren

Heißt im Klartext: Der Metallzaun und die Überwachungskameras sollen weg! Die Kosten für Zaun und Kameras (eine im Baum, eine auf einem Pfahl) übernimmt übrigens seit jeher einzig und alleine Maike Kohl-Richter. Wie hoch die finanziellen Ausgaben hierfür sind, kann man im Speyerer Rathaus deshalb nicht beziffern.

Doch warum sollen Zaun und Videoüberwachung überhaupt weg? Zum einen ist Helmut Kohl der einzige Ex-Kanzler überhaupt, dessen Grab auf solch aufwändige Weise gesichert wird. Zum anderen scheint die anfängliche Sorge vor Schmierereien oder sonstigen Grabschändungen inzwischen unbegründet.

Grab von Helmut Kohl: „Zeit, die Provisorien zurückzubauen“

„Während die Wünsche der Witwe nach einer Videoüberwachung und Umzäunung zur Verhinderung von Vandalismus in der Zeit nach der Beisetzung nachvollziehbar gewesen sein mögen, so ist es aus Sicht der Stadt nun an der Zeit, die Provisorien zurückzubauen“, so die Stadt Speyer.

Hintergrund: In der Vergangenheit habe es am Grab von Altkanzler Kohl „keine Vandalismusprobleme“ gegeben. Deshalb will OB Seiler Maike Kohl-Richter im nächsten Schritt zu einem persönlichen Gespräch einladen und versuchen, „eine einvernehmliche Lösung zu finden“.

Stadt Speyer sucht Gespräch mit Kohl-Witwe

Überhaupt scheint sich da Einiges an Redebedarf angestaut zu haben – zumindest vonseiten der Stadt Speyer. Der letzte Kontakt zwischen Stadtspitze und Helmut Kohls Witwe bezüglich der Grabgestaltung datiert nämlich bereits aus dem Jahr 2020. Dann kam die hartnäckige Corona-Pandemie dazwischen.

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Doch nicht nur Kohls Söhnen und persönlichem Umfeld, sondern vielen Menschen ist unverständlich, warum noch immer ein schlichtes Holzkreuz und nicht etwa ein adäquater Grabstein das Grab ziert. Sein älterer Sohn Walter (58) hat immer wieder eine Umbettung seines Vaters ins Familiengrab zu seiner ersten Ehefrau Hannelore (†68) gefordert. Der Stadt Speyer ist von einem Antrag auf Umbettung „nichts bekannt“. (pek) 

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