Salmonellen und Fäkalkeime

Igitt: Baden im Neckar nicht empfehlenswert

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Eine kurze Erfrischung im kühlen Neckarwasser? Lieber nicht, empfiehlt das Gesundheitsamt.

Heidelberg – Sommerzeit ist Badezeit: Für alle Wasserratten, die sich gerne im Neckar abkühlen, gibt das Gesundheitsamt jetzt aber eine Warnung heraus.

„Aus Gründen des vorbeugenden Gesundheitsschutzes sollte im Neckar nicht geschwommen werden.“ Darauf hat jetzt das Gesundheitsamt, das für die Überwachung der Badeanlagen im Rhein-Neckar-Kreis und der Stadt Heidelberg zuständig ist, hingewiesen.

Die Wasserqualität des Neckars erfülle nicht immer die gesetzlichen Vorgaben, so die Mitteilung.

Seit über zehn Jahren Problem

Schon 2001 wurden entlang des Neckars an zwölf Stellen Wasserproben entnommen. Der schockierende Befund: Bei den Entnahmestellen wurden mindestens zweimal Salmonellen nachgewiesen! Und nicht nur das: Das Amt stellt auch Grenzwertüberschreitungen für sogenannte „fäkalcoliforme“ und für „gesamtcoliforme“ Bakterien fest, die Richtwerte für Fäkalstreptokokken wurden ebenfalls häufig überschritten. 

Somit besitzt zu diesem Zeitpunkt eigentlich keine der untersuchten Stellen - vom Schwarzwald-Baar-Kreis bis zum Rhein-Neckar-Kreis - die geforderte Badewasserqualität!

Trotzdem wurde im Bereich Stuttgart sogar Werbung für das Baden im Neckar gemacht. Deswegen sind die Untersuchungen zum Teil wiederholt worden. Wie erwartet sind die Ergebnisse von 2001 nicht besser geworden.

Unterschiedliche Einflussfaktoren

Für die schlechte Wasserqualität gibt es unterschiedliche Ursachen. Der Neckar sei ein sogenannter „Vorfluter“. Das bedeutet, dass rund 590 Kläranlagen ihr gereinigtes Abwasser in den Fluss leiten. Zwar werden Keime in den Kläranlagen größtenteils abgebaut, aber nie vollständig. Krankheitserreger wie Fäkalkeime, Salmonellen, Viren oder Pilze bleiben trotzdem im Wasser.

Auch durch starken undlang anhaltenden Regen können Abwässer ungeklärt in einen Fluss gelangen. Eingeleitete Industrieabwässer können bei Störungen ebenfalls gesundheitliche Risiken verursachen. Ebenso können Ratten in der Kanalisation und an den Ufern eine Vielzahl von krankheitserregenden Keimen übertragen. 

Der Neckar wird auch als Bundeswasserstraße genutzt. Berufschiffverkehr, Wassersportfahrzeuge, Fahrgastschiffe, Segler und Ruderer stellen eine weitere Gefahr für Badende dar.

Öffentliche Bäder unbedenklich

Die Badewasserqualität in allen öffentlichen Bäderanlagen im Rhein-Neckar-Kreis und der Stadt Heidelberg war in den letzten Jahren nicht zu beanstanden. 

Wer sich in Freibädern nicht wohl fühlt und lieber in Naturgewässern baden möchte, sollte einen der neun umliegenden Badeseen im Rhein-Neckar-Kreis nutzen.

sag

Quelle: Mannheim24

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