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Gesundheitsamt warnt vor Baden im Neckar – diese Krankheiten lauern im Fluss-Wasser

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Im aktuellen Hitze-Sommer kühlen sich viele Menschen im Freibad oder See ab. Viele möchten auch im Neckar schwimmen, davon rät das Gesundheitsamt jedoch dringend ab:

Neben den natürlichen Gefahren, die beim Baden in einem großen Fluss auftreten - Strömungen und Kälte - ist der Neckar vor allem aus gesundheitlichen Gründen nicht zum Baden geeignet. Das Gesundheitsamt des Rhein-Neckar-Kreises hat jetzt mitgeteilt und mahnt, dass „der Fluss vielfältigen Einflüssen und Nutzungen und damit auch Verschmutzungsrisiken ausgesetzt“ ist.

Zu viele Verschmutzungen und potenzielle Keimerreger: Der Neckar wird von vielen genutzt

Der zweitgrößte Fluss in Baden-Württemberg wird zudem noch als Wasserstraße für den Berufsschiffverkehr genutzt. Und auch durch die Einleitung von Industrieabwässern bestehen bei Störfällen ebenfalls gesundheitliche Risiken.

„Hygienische Probleme werden hauptsächlich durch Einleitungen aus Kläranlagen und Mischwasserüberläufen sowie städtische und landwirtschaftliche Oberflächenabschwemmungen verursacht. Dies führt zu erhöhter Keimbelastung des Flusswassers“, erklärt Sarah Samuelsen, die im Gesundheitsamt Rhein-Neckar-Kreis mit Sitz in Heidelberg für die Überwachung der Wasserqualität in Schwimmbädern und Badeseen verantwortlich ist.

Heidelberg Altstadt Neckar Weiße Flotte Luftbild ©HEIDELBERG24/PR-Video/Priebe
Der Neckar in Heidelberg. (Archivfoto) © HEIDELBERG24/PR-Video/Priebe

Rhein-Neckar-Kreis: Gesundheitsamt rät vom Baden im Neckar ab – die gesundheitlichen Gefahren

Krankheitserreger können unter anderem zu Durchfallerkrankungen oder Augen- und Ohreninfektionen führen. Stickstoff- und Phosphoreinträge tragen unter Umständen zur gesundheitsschädlichen Vermehrung von Cyanobakterien (Blaualgen) bei, die akute Gesundheitsstörungen wie Bindehautentzündung und Hautausschlag auslösen oder sogar die Leber schädigen können. Aus Gründen des vorbeugenden Gesundheitsschutzes rät das Gesundheitsamt deshalb vom Baden im Neckar ab.

Der Neckar ist ein sogenannter „Vorfluter“, das bedeutet, dass rund 500 Kläranlagen ihr gereinigtes Abwasser in den Fluss leiten. Gerade bei Niedrigwasserstand besteht das Wasservolumen des Neckars dann bis 37 Prozent aus Klärwasser. Zwar werden Keime in den mechanisch-biologischen Reinigungsstufen reduziert, jedoch nicht vollständig eliminiert.

Gesundheitsamt rät vom Baden im Neckar ab: Die Alternativen

Hygienekontrolleurin Sarah Samuelsen erklärt: „Dadurch können Krankheitserreger wie Fäkalkeime, Salmonellen, Viren, Parasiten oder Pilze die Wasserqualität gesundheitsschädigend beeinflussen, auch Medikamentenrückstände (z.B. Schmerzmittel) werden durch die derzeitigen Klärstufen nicht entfernt. Darunter können auch hormonaktive Substanzen in das Wasser eingetragen werden“.

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Alternativen zum Schwimmen im Fluss stellen alle öffentlichen Freibäder und Badeseen im Rhein-Neckar-Kreis dar, da diese hinsichtlich der Wasserqualität die strengen Anforderungen der Badegewässerverordnung in Baden-Württemberg und der Europäischen Union erfüllen. Erst Ende Juli sind zwei Schwimmer im Rhein bei Ludwigshafen in Lebensgefahr geraten, als ein großes Schiff vorbeigekommen ist. (rah)

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