Skurriles Urlaubsandenken

Ekel-Fund am Frankfurter Flughafen: Zoll findet makaberes Tier-Souvenir im Koffer

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Zoll beschlagnahmt makaberes Tier-Souvenir am Flughafen Frankfurt. (Symbolfoto)

Frankfurt - Aus dem Urlaub ein Souvenir mit nach Hause zu bringen – in der Regel kein Problem. Es wird erst eins, wenn es sich dabei um Teile eines toten Tieres handelt – wie in diesen Fällen:

  • Zoll am Flughafen Frankfurt beschlagnahmt innerhalb weniger Tage mehrere illegale Souvenirs und verbotene ‚Medikamente‘.
  • Diese verstoßen gegen das Artenschutzgesetz.
  • Vor allem die Urlaubssouvenirs sind nicht nur skurril, sondern teilweise besonders geschmacklos.

Der Zoll am Frankfurter Flughafen deckt regelmäßig Schmuggel und Fälle von Steuerhinterziehung auf. Doch während es sich in den meisten Fällen um Zigaretten oder gefälschte Markenkleidung geht, kommt es hin und wieder zu ziemlich überraschenden Entdeckungen  – so auch Anfang Januar.

Flughafen Frankfurt: Zoll beschlagnahmt sieben Artikel, die unter Artenschutz stehen

Im Zeitraum vom 8. bis 10. Januar beschlagnahmt der Zoll insgesamt sieben verschiedene Artikel, die dem Artenschutz unterliegen und eins ist skurriler als das andere. Darüber berichtet das Hauptzollamt am Flughafen Frankfurt in einer Pressemitteilung am Freitag (17. Januar). Doch was wird alles importiert?

Frankfurt Flughafen: Verbotene Inhaltsstoffe in ‚Medikamenten‘ aus dem Ausland entdeckt

Per Postpaket kommen insgesamt 240 Kapseln „Pygeum“ mit Pflanzenextrakten aus den USA und Thailand, die gerne zur Behandlung der Prostatavergrößerung eingesetzt werden. Ein Glas „King Cobra Balm“, das Bestandteile der Königskobra enthalten soll und vor allem in Thailand zur Linderung von Muskelschmerzen benutzt wird. Ebenfalls aufgeflogen ist die Bestellung von 40 Kapseln „Baschi“ als Nahrungsergänzungsmittel, die laut Verpackungsaufschrift Aloenextrakte beinhalten und beim Abnehmen helfen sollen. Und das sind noch die harmloseren Produkte, die am Flughafen in Frankfurt beschlagnahmt worden sind.

Flughafen Frankfurt: Urlauber will mit Bärentatze einreisen

Ein 62-jähriger Reisender aus Russland toppt jedoch alles. Bei seiner Einreise nach Deutschland am Frankfurter Flughafen bringt er ein geschmackloses Andenken mit: Eine Bärentatze samt Krallen! Diese stammt von einem artengeschützen Braunbären und natürlich ist die Einfuhr verboten. Ein etwas anderes Tier sorgt in Eppingen für viel Wirbel: Nachdem eine Biberfamilie einen Staudamm baut, wird ein Feld überflutet und es entsteht der „Bibersee“, den man sogar auf Google Maps findet.

Urlauber aus Russland versucht diese Bärentatze nach Deutschland zu schmuggeln.

Auch entdecken Zollbeamte bei einem Reisenden aus Afrika im Handgepäck einen verzierten Elefantenstoßzahn. Doch damit nicht genug der exotischen Souvenirs: Ein 29-jähriger Mann transportiert eine tote Steinkoralle aus Südkorea in seinem Gepäck - und das mit fast einem Kilogramm Gewicht. 

Tote Steinkoralle im Urlaubsgepäck

Frankfurt Flughafen: Zoll beschlagnahmt exotische Souvenirs

Viele Urlauber wollen sich ein exotisches Andenken von der Reise mitbringen, manche aber auch einfach nur Bargeld vorbeischleusen. Doch nicht alles, was im Urlaubsland angeboten wird, ist auch in Deutschland erlaubt. Besteht eine Einfuhr- und Ausfuhrgenehmigung laut Washingtoner Artenschutzabkommen ist das Mitbringsel kein Problem. Jedoch liegt bei den oben genannten Fällen eine solche Genehmigung nicht vor. 

„Es sind nicht nur die skrupellosen Sammler, die uns ins Netz gehen“, so Christine Straß, Pressesprecherin beim Hauptzollamt Frankfurt. „Besonders bei den online angebotenen Cremes und Pillen kann man das darin verarbeitete Tier oder die Pflanze als Internetbesteller schon mal übersehen. Hier ist Vorsicht und genaues Lesen geboten. Hat man aber zum Beispiel einen Stoßzahn oder ein Bärenfell vor sich, sollte es einem schon eher klar sein.“

Flughafen Frankfurt: Urlauber versuchen lebende Tiere am Zoll vorbeizuschmuggeln

In Jahr 2018 kommt es zu 710 Sicherstellungen über 20.000 artengeschützter Einzelexemplare durch Zollbeamte allein am Frankfurter Flughafen – darunter 461 lebende Tiere und 300 lebende Pflanzen. Auch der Zoll in Stuttgart hat 2019 rund 170.000 Glasaale am Flughafen entdeckt. Dazu kommen über 20.000 Erzeugnisse von Tieren und Pflanzen aus dem Artenschutz.

Daher: Vorsicht bei Bestellungen aus dem Internet. Viele Produkte können Substanzen enthalten, die dem Artenschutz unterliegen. Verstöße gegen die Artenschutzbestimmungen werden mit Geldbußen bis zu 50.000 Euro oder sogar mit Freiheitsstrafen bis zu fünf Jahren geahndet.

sir/zoll

Quelle: Mannheim24

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