Betrunkener Fahrer crashte Auto

Nach Suff-Fahrt querschnittsgelähmt: 400.000 Euro Schmerzensgeld für Unfallopfer! 

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Bei einem Unfall wird der Kläger schwer verletzt (Symbolfoto).

Frankenthal/Lambrecht - Fast zehn Jahre liegt ein Fall zurück, über den das Landgericht jetzt entschieden hat. Dem Opfer sprechen die Richter ein hohes Schmerzensgeld zu:

  • Die 4. Zivilkammer des Landgerichts Frankenthal entscheidet über einen Fall aus dem Jahr 2012.
  • Der Kläger ist seit dem alkoholbedingtem Unfall querschnittsgelähmt und leidet unter psychischen Problemen.
  • Das Gericht verhängt ein hohes Schmerzensgeld gegen den Unfallfahrer. 

Ein schwerer Unfall ist Gegenstand eines Verfahrens, in dem die 4. Zivilkammer des Landgerichts Frankenthal jetzt ein Urteil gesprochen hat. Dabei haben die Richter dem heute 28-jährigen Kläger ein hohes Schmerzensgeld zugesprochen: 400.000 Euro soll das Opfer erhalten, das seit dem Unfall querschnittsgelähmt ist und psychisch schwer unter den Folgen des Unfalls leidet. 

Was war passiert?

Am 12. Februar 2012 war der Kläger im Fahrzeug eines betrunkenen Fahrers schwer verletzt worden. Der damals 23-jährige Fahrer war gegen 4 Uhr morgens mit 1,1 Promille in Lambrecht in der Pfalz von der Straße abgekommen. Bei dem Unfall wurde der Kläger so schwer verletzt, dass er seither querschnittsgelähmt ist. Im Verfahren, das seit 2015 am Landgericht Frankenthal geführt wird, hatte der Angeklagte behauptet, der Kläger sei nicht angeschnallt gewesen. Dies sah das Gericht nach Einholung eines Sachverständigengutachtens als nicht erwiesen an.

Nach der Vernehmung etlicher Zeugen sahen die Richter zudem kein Indiz dafür, dass der Kläger bei Fahrtantritt erkannt hat, dass der Fahrer betrunken war. Zwar hatten Fahrer und Beifahrer sich zu Beginn des Abends zum „Vorglühen“ getroffen – ob die beiden den weiteren Abend gemeinsam verbrachten und Alkohol tranken, konnte das Gericht allerdings nicht klären.

Hohes Schmerzensgeld nach Suff-Unfall

Das für deutsche Verhältnisse sehr hohe Schmerzensgeld von 400.000 Euro sehen die Richter am Landgericht Frankenthal als angemessen an, da der Kläger psychisch inzwischen erheblich unter den Unfallfolgen leidet, der zum Unfallzeitpunkt Anfang 20 war. Er lebt seitdem in einem Pflegeheim. Gerichtssprecher Philipp Sturhan: „Dem Mann geht es wirklich schlecht.“  

Ende Oktober fällt am Landgericht Frankenthal das Urteil gegen die Horror-Eltern aus Ludwigshafen. Die Beiden hatten ihr wenige Monate altes Kind missbraucht und lebensgefährlich verletzt. Die Eltern wurden zu jeweils dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hat Revision gegen das Urteil eingelegt.

Glimpflich geht eine Alkoholfahrt auf der Autobahn aus: Ein „deutlich alkoholisierterSUV-Fahrer kracht auf der A8 beim Stuttgarter Flughafen in ein Baustellenfahrzeug. Der Fahrer wird nicht verletzt, sein Mazda ist nur noch Schrott.

rmx

Quelle: Mannheim24

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