Nichts für schwache Nerven

Verstümmelte Taube gefunden: Erneute Hass-Attacke gegen Tierheim?

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Verstümmelte Taube im Tierheim Frankenthal gefunden.

Frankenthal - Täglich kümmern sie sich um dutzende Tiere, doch anstatt Unterstützung zu erfahren, werden die Mitarbeiter und das Tierheim immer wieder Opfern von Hass-Attacken:

Als wir am Freitag (13. Juli) mit der 1. Vorsitzenden des Frankenthalers Tierheim Simone Jurijiw sprechen, können wir kaum glauben, was sie uns erzählt. Das Tierheim, in dem etwa 50 Tiere leben und versorgt werden, wird immer wieder von Unbekannten bedroht. „Das ist manchmal sehr beängstigend“, so Jurijiw.

Giftköder und misshandelte Taube

Bereits im April finden Tierpfleger mehrer Giftköder in der Anlage. Man geht davon aus, dass Unbekannte diese mit Absicht über den Zaun geworfen haben. Die Mitarbeiter „sind mehr als erschüttert“, heißt es in einem Facebook-Post.

Giftköder im Tierheim Frankenthal

Und nun ereignet sich der nächste Vorfall, bei dem man schwer schlucken muss: Am Donnerstagmorgen (12. Juli) um 6 Uhr findet die 1. Vorsitzende eine tote Taube im Hof. Das Schockierende: Dem Vogel fehlen die Beine.

Simone Jurijiw ruft eine Veterinärin. „Sie geht davon aus, dass die Beine zuerst abgeschnitten wurden. Erst danach wurde die Taube getötet.“ Man glaube nicht, dass ein anderes Tier den Vogel so zugerichtet hat, da sich der Vogel ansonsten hätte wehren können.

„Sie ging mir nicht mehr aus dem Kopf!“

Das Tierheim selbst kümmert sich auch um Tauben, zieht sie groß und füttert sie. Man merkt deshalb, wie sehr dieser Fall Jurijiw und dem gesamten Team ans Herz geht. 

Wer zu solch einer widerwärtigen Tat fähig ist, weiß die Vorsitzende nicht. Sie erstattet eine Anzeige gegen Unbekannt. „Wir müssen immer wieder Anzeigen erstatten“, so Jurijiw. 

Totenkopf-Briefe

Sie erzählt uns, dass auch öfters Drohbriefe in Frankenthal hängen. „Auf ihnen ist ein Totenkopf zu sehen und der Satz: ,Ihr seid auch bald dran‘“. Adressiert sind die Briefe an das Tierheim.

Woher kommt der Hass?

Jurijiw vermutet, dass die sehr zentrale Lage des Tierheims vielen Anwohnern und vor allem den Nachbarn ein Dorn im Auge ist. Die Bürger würden sich wegen des Lärms – zum Beispiel Hundegebell – gestört fühlen. Ob Frankenthaler also tatsächlich selbst für die Giftköder, Drohbriefe und die tote Taube verantwortlich sind, kann man jedoch nur mutmaßen.

jol

Quelle: Mannheim24

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