Todesdrohungen

Doppelmord-Prozess: Wurde Angeklagter (49) zur Tat gezwungen?

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Prozess um Mord an Ludwigshafener Unternehmer Torun

Frankenthal - Im Prozess um die mutmaßliche Entführung und Ermordung zweier Geschäftsleute hat einer der drei Angeklagten bekräftigt, dass er zu der Tat gezwungen worden sei:

Am Montag (19. März) wird vor dem Landgericht Frankenthal die Stellungnahme des 49-Jährigen Angeklagten verlesen. Demnach habe ihn ein Mitangeklagter vergewaltigt und das in einem Video festgehalten. Mit diesem Material, Schulden bei seinem Komplizen und Todesdrohungen gegen ihn und seine Familie soll der Mann gezwungen worden sein, gegen seinen Willen mitzumachen. 

In dem Schreiben, dessen Verlesung vor Gericht mehr als vier Stunden dauert, räumt der Angeklagte eine Mitschuld ein, die er bedauere. Hauptverantwortlich sei aber der 38 Jahre alte Mitangeklagte. Der Türke habe persönliche Rache an den Opfern nehmen wollen. 

Der 38-Jährige hat wiederum schon ausgesagt, der 49-Jährige habe die Unternehmer getötet - obwohl abgemacht gewesen sei, sie leben zu lassen. 

Rückblick

Die Angeklagten sollen Ende November 2016 zunächst einen 64-jährigen Unternehmer aus Brühl entführt haben, um an eine große Summe Geld zu gelangen. Der aus dem früheren Jugoslawien stammende Mann habe 6.000 Euro gezahlt, aber weitere Summen verweigert, so der Leitende Oberstaatsanwalt in Frankenthal, Hubert Ströber. Dann wurde er erdrosselt. Die Leiche des 64-Jährigen wurde in der Nähe eines Ludwigshafener Schwimmbads gefunden.

Leichenfund am Willersinn: Ermittler suchen nach Spuren 

Ein ähnliches Schicksal ereilte den 49-jährigen Bauunternehmer Ismail T. aus Ludwigshafen im Januar 2017. Obwohl ein Bekannter dem Entführer-Trio 975.000 Euro ausgehändigt hat, fand man seine Leiche in einem Wald bei Bad Dürkheim. Er wurde mit Kabelbinder stranguliert.

Das Vorgehen sei in beiden Fällen das Gleiche gewesen: Beide Unternehmer wären unter einem Vorwand von der Frau in eine dunkle Lagerhalle gelockt worden. Dann soll die Geschäftsmänner von den Komplizen heimtückisch angefallen, mit scharfen Waffen bedroht und mit Kabelbinder gefesselt haben.

dpa/jol

Quelle: Mannheim24

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