Entführt, erpresst, ermordet 

Doppelmord-Prozess gerät erneut ins Stocken!  

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Die Angeklagte (43) im Prozess gegen die mutmaßliche Doppelmörder und Erpresser. (Archivbild) 

Frankenthal - Der Tod zweier Unternehmer in Ludwigshafen und Bad Dürkheim schockierte die Metropolregion, drei mutmaßliche Täter wurden gefasst. So verläuft der Prozess am Freitag: 

Großer Andrang am Freitagmorgen (3. November) am Landgericht Frankenthal.

Mit Spannung wird die Fortsetzung im Prozess um die mutmaßliche Entführung und Ermordung zweier Geschäftsmänner erwartet.

Auf der Anklagebank: Zwei 38 und 49 Jahre alten Männer aus Ludwigshafen sowie eine 43-jährige Frau aus Stuttgart. Laut Staatsanwaltschaft hatten die Jüngeren eine Beteiligung an den Entführungen zugegeben, die Morde aber im Wesentlichen dem Älteren zur Last gelegt. Er soll alle Vorwürfe bestritten haben.

Prozess gerät erneut ins Stocken 

Bevor die Anklage verlesen werden kann, muss das Gericht sich zu der Frage äußern, ob die Kammer vorschriftsmäßig besetzt ist. Bei dem turbulenten Prozessbeginn im Oktober hatte die Pflichtverteidigerin des 49-Jährigen bemängelt, die Besetzung eines Ergänzungsrichters und einer Ergänzungsschöffin sei nicht korrekt abgelaufen. 

Dann hatte einer der Angeklagten beantragt, wegen fehlenden Vertrauens zu seiner Verteidigerin von einem anderen Anwalt vertreten zu werden. Um am Freitag Tumult im Gerichtsgebäude zu vermeiden, werden nur so viele Zuschauer eingelassen, wie auch in den Gerichtssaal passen.

Und kaum hat der Prozess begonnen und die Staatsanwaltschaft die Anklage verlesen, folgt die nächste Unterbrechung! Die Staatsanwaltschaft hatte vor wenigen Tagen 14 neue Akten bei Gericht hinterlegt. Darüber seien die Anwälte erst vor zwei Tagen informiert worden. 

Die Verteidigung argumentiert, sie habe noch keine Zeit gehabt, die Akten durchzugehen und mit den Mandanten zu besprechen. Obwohl die Staatsanwaltschaft beteuert, dass die Akten nur informellen Wert für den Prozess haben, fordern die Verteidiger der Angeklagten eine mehrwöchige Unterbrechung des Prozesses. Auch fordert der älteste Angeklagte einen neuen Pflichtverteidiger.

Nach mehrstündiger Besprechung entscheidet das Gericht, den Prozess für zwei Wochen zu unterbrechen. Nächster Verhandlungstermin: 20. November, 9 Uhr.

Dann wird auch entschieden, ob die Öffentlichkeit während der Aussage des älteren Angeklagten ausgeschlossen wird. Er behauptet, von dem weiteren männlichen Angeklagten und anderen bedroht, gefilmt und zur Tat gezwungen worden zu sein.

Rückblick 

Die Angeklagten sollen Ende November 2016 zunächst einen 64-jährigen Unternehmer aus Brühl entführt haben, um an eine große Summe Geld zu gelangen. Der aus dem früheren Jugoslawien stammende Mann habe 6.000 Euro gezahlt, aber weitere Summen verweigert, so der Leitende Oberstaatsanwalt in Frankenthal, Hubert Ströber. Dann wurde er erdrosselt. Die Leiche des 64-Jährigen wurde in der Nähe eines Ludwigshafener Schwimmbads gefunden.

Leichenfund am Willersinn: Ermittler suchen nach Spuren 

Ein ähnliches Schicksal ereilte den 49-jährigen Bauunternehmer Ismail Torun aus Ludwigshafen im Januar 2017. Obwohl ein Bekannter dem Entführer-Trio 975.000 Euro ausgehändigt hat, fand man seine Leiche in einem Wald bei Bad Dürkheim. Er wurde mit Kabelbinder stranguliert. 

Das Vorgehen sei in beiden Fällen das Gleiche gewesen: Beide Unternehmer wären unter einem Vorwand von der Frau in eine dunkle Lagerhalle gelockt worden. Dann soll die Geschäftsmänner von den Komplizen heimtückisch angefallen, mit scharfen Waffen bedroht und mit Kabelbinder gefesselt haben.  

dpa/kp/rmx

Quelle: Mannheim24

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