Nach Freispruch am Donnerstag

Tod im Holiday Park – Staatsanwalt legt Revision ein!

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Die Staatsanwaltschaft in Frankenthal will vorsorglich Revision gegen den Freispruch einreichen. (Archivbild) 

Frankenthal - Der Rechtsstreit um den Tod der kleinen Amber (†11) im Holiday Park, nimmt trotz einem Freispruch am Donnerstag kein Ende! nun kündigt die Staatsanwaltschaft Revision an! 

Nach den Freisprüchen im Berufungsprozess um den Unfalltod eines Mädchens im Holiday Park im pfälzischen Haßloch legt die Staatsanwaltschaft Frankenthal vorsorglich Revision ein

Das sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Hubert Ströber am Freitag auf Anfrage. Sobald dann die schriftliche Urteilsbegründung vorliege, werde man die Erfolgsaussichten der Maßnahme prüfen. 

Die damaligen Vorgesetzten des Mannes - ein 32 Jahre alter Ex-Steward, der Bediener des Fahrgeschäfts einwies, und der 42-jährige „Operations Manager", der den ganzen Betrieb des Parks überwacht - waren am Donnerstag freigesprochen worden.

Das Landgericht war am Donnerstag zu dem Schluss gekommen, dass die beiden Angeklagten keine Schuld am Tod des Mädchens aus der Nähe von Frankfurt tragen. Zwar hätten sie Kontrollpflichten verletzt, hatte der Vorsitzende Richter Uwe Gau gesagt. 

Aber: „Wir können den Nachweis nicht führen, dass es anders gekommen wäre, wenn die Kontrollen besser gewesen wären.“ Die Staatsanwaltschaft hatte Geldstrafen für die Männer verlangt. 

Die Eltern, die als Nebenkläger auftraten, hatten sich angeschlossen. Der Anwalt der Mutter des Mädchens hat ebenfalls Revision angekündigt. Die Elfjährige war am 15. August 2014 in dem Fahrgeschäft Spinning Barrels („Drehende Fässer“) von den Plattformen erfasst und tödlich verletzt worden. 

In der ersten Instanz war der damals 22 Jahre alte Ex-Bediener des Fahrgeschäfts wegen fahrlässiger Tötung zu einer Geldstrafe von in Höhe von 2.400 Euro verurteilt worden weil er die Tür zum Fahrgeschäft offengelassen hatte, als dies nicht mehr zulässig war und das Kind und seine Mutter nur so hineingelangen konnten.

Der Mann hatte dies bestritten. Er hatte aber zugegeben, dass er ohne die Durchsage „Achtung, die Fahrt beginnt“ gestartet war. Das sei ihm bei der Einweisung nicht gesagt worden.

Die damaligen Vorgesetzten des Mannes - ein 32 Jahre alter Ex-Steward, der Bediener des Fahrgeschäfts einwies, und der 42-jährige „Operations Manager", der den ganzen Betrieb des Parks überwacht - waren freigesprochen worden.

„Schicksalhafter Zufall“

Dagegen hatten Staatsanwaltschaft und die als Nebenkläger auftretenden Eltern Berufung eingelegt. Auch wenn viele Bediener in Sachen Durchsage nicht richtig kontrolliert worden seien, sehe das Gericht keinen strafrechlich relevanten Zusammenhang zwischen dem „Fehlverhalten mangelnder Kontrolldichte“ und dem Unglück, sagte Gau.

Letztlich sei es zu dem Unfall gekommen, weil der Bediener einen Kontrollblick unterlassen habe und weil defekte Kontakte an der Tür dem System signalsisiert hätten, dass diese geschlossen gewesen sei.

Ein „schicksalhafter Zufall“ habe außerdem dazu geführt, dass Bediener, Mutter und Tochter sich auf einer Achse um die Mitte des Karussels bewegt und sich deshalb nicht gesehen hätten.

dpa/kp

Quelle: Mannheim24

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