Senioren gequält und getötet

Pflegeheim-Morde in Lambrecht: Revision des Folter-Trios abgelehnt 

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Das Pflegeheim in Lambrecht, in dem die schrecklichen Taten begangen wurden. (Archivfoto)

Frankenthal - Im Prozess um Morde in einem Pflegeheim im pfälzischen Lambrecht werden drei Ex-Mitarbeiter im Juni 2018 zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Nun ist das Urteil rechtskräftig. 

  • Während einer Nachtschicht Ende Dezember 2015 erstickt ein 25-jähriger Pflegehelfer eine 85-jährige Seniorin im Pflegeheim Lambrecht mit einem Kissen 
  • Er und ein anderer Pflegehelfer spritzen einer weiteren Bewohnerin eine tödliche Dosis Insulin 
  • Eine 27-jährige Pflegerin und ein 49-Jähriger spritzen einer Bewohnerin Insulin und Morphin – die Bewohnerin überlebt 
  • Drei Mitarbeiter des Pflegeheims Lambrecht werden wegen zwei Morden, eines Mordversuchs, Körperverletzung, sexuellen Missbrauchs und weiterer Vorgehen zu lebenslangen Strafen verurteilt 
  • Das BGH lehnt eine Revision ab  

Update vom 16. Oktober 2019: Der Bundesgerichtshof hat mit Beschluss vom 5. September die Revisionen der Angeklagten gegen das Urteil der 1. Strafkammer des Landgerichts Frankenthal im sogenannten „Pflegeheim-Prozess“ abgelehnt. Den Angeklagten wurde unter anderem die Tötung und Misshandlung von Bewohnern eines Pflegeheims in Lambrecht vorgeworfen. Die Verurteilung der drei Angeklagten wegen Mordes, Misshandlung von Schutzbefohlenen unter anderem zu lebenslangen Freiheitsstrafen ist damit rechtskräftig. 

Lebenslänglich für drei Ex-Mitarbeiter eines Pflegeheims in Lambrecht!

Update vom 26. Juni 2018:Drei Ex-Mitarbeiter eines Pflegeheims in Lambrecht werden zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Das Landgericht Frankenthal stellt in seinem Urteil am Dienstag außerdem die besondere Schwere der Schuld fest. Das Gericht verurteilt das Trio – eine 27-jährige Altenpflegerin und zwei Pflegehelfer im Alter von 25 und 49 Jahren – wegen zwei Morden, eines Mordversuchs, Körperverletzung, sexuellen Missbrauchs und weiterer Vergehen an Heimbewohnerinnen in unterschiedlicher Beteiligung. 

Die schrecklichen Taten

Mehr als drei Stunden braucht Richterin Eva van Daele-Hunt, um die Urteilsbegründung zu verlesen. Im ersten Fall erstickt demnach der 25-Jährige eine 85-Jährige während einer Nachtschicht Ende Dezember 2015 mit einem Kissen. Den Tipp dazu hatte ihm die 27-Jährige von zu Hause per Chat gegeben. Im zweiten Fall spritzen die beiden Männer einer 62-jährigen Bewohnerin eine tödliche Dosis Insulin. In einem dritten Fall spritzen die 27-Jährige und der 49-Jährige einer Seniorin Insulin und Morphin. Die 89-Jährige überlebt. 

Seit September 2017 läuft der Prozess gegen das Trio am Frankenthaler Landgericht (Archiv)

Die drastischen Strafen erklärt das Gericht unter anderem mit der großen Zahl der Vergehen: Die Angeklagten übergießen Bewohnerinnen zum Beispiel auch mit Urin, bewerfen sie mit Gebäck, bespucken sie, stehlen Geld oder führen eine Wurst in das Geschlechtsteil einer Seniorin ein. Mehrere Quälereien halten sie auf Videos fest. „Manche Taten tragen schon sadistische Züge", sagte die Richterin.

Revision wird geprüft

Die Staatsanwaltschaft hatte gefordert, alle drei Angeklagten zu lebenslangen Freiheitsstrafen zu verurteilen und die besondere Schwere der Schuld festzustellen sowie Berufsverbote zu verhängen. Die Verteidiger der 27-Jährigen und des 25-Jährigen hatten für ihre Mandanten dagegen Haftstrafen von maximal sieben beziehungsweise zehn Jahren gefordert. 

Wegen des hohen Strafmaßes kündigten die Verteidiger aller drei Angeklagten an, eine Revision zu prüfen.

Im Landkreis Karlsruhe kommt es im Juli 2019 zu einem ebenso verstörenden Vorfall. Hier soll ein 20-jähriger Pfleger mehrere Bewohner eines Pflegeheims misshandelt haben – und es sogar gefilmt haben! Als er eines seiner Videos an die falsche Person schickt, fliegt der Horror-Pfleger auf.

dpa/kab

Quelle: Mannheim24

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