Prozess seit September

Morde in Altersheim: Gutachter belastet Angeklagte

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Der Prozess gegen die drei Angeklagten wird am Landgericht Frankenthal geführt. (Symbolfoto)

Frankenthal - Der Prozess gegen drei ehemalige Mitarbeiter eines Pflegeheime geht in die nächste Runde. Zwei Männer und eine Frau sollen Bewohner misshandelt und ermordet haben:

Hätten die Angeklagten durch Insulin den Tod der Rentner herbeiführen können? Ein Gutachter hält dies für möglich.

Bei einem weiteren Prozesstag am Landgericht Frankenthal werden am Dienstag (24. April) drei Fachärzte vorgeladen. Ein Gerichtsmediziner und ein Diabetologe sollen als Sachverständige aussagen, da bei den Morden auch Insulin benutzt wurde. Ein Psychiater wird über die Schuldfähigkeit der Angeklagten urteilen. Angeklagt sind ein 25-Jähriger, ein 49 Jahre alter Mann und eine 27-jährige Frau – alle ehemalige Mitarbeiter des Heims in Lambrecht.

Gutachter belastet Angeklagte 

Im Fall einer 62 Jahre alten Frau aus dem Heim könne sich ein Sachverständiger durchaus vorstellen, dass sie durch von außen zugeführtes Insulin zu Tode gekommen sei. 

Bei einer 85-jährigen Frau, deren Tötung der 25 Jahre alte angeklagte Hilfspfleger bereits eingeräumt hatte, belege der Chat-Verlauf der Beschuldigten, dass diese ihr mehr als 400 Einheiten Insulin verabreicht hätten. Diese Dosis mache ein Überleben einer alten Frau wie der pflegebedürftigen Verstorbenen unwahrscheinlich, erklärt der Experte. Die Angeklagten sollen das Sterben des Opfers in einem Chat kommentiert haben: „Sie zittert und röchelt. Die hat 200 Einheiten und lebt noch.

Das dritte Opfer, eine 89 Jahre alte Frau, hatte eine kombinierte Gabe von hohen Dosen an Insulin und Morphin überlebt, weil sie nachts gefunden und notärztlich versorgt worden war. Die Verteidigerin des 49 Jahre alten Angeklagten beantragt eine Unterbrechung des Verfahrens, um zu neu vorgelegten Blutzuckerwerten der 62-Jährigen eigene Ermittlungen durchführen zu können. Die Vertreterin der Anklage bewertet dies als einen Versuch der Prozessverschleppung. Über den Antrag soll erst nach Anhörung der Gutachter entschieden werden, die noch nicht beendet ist. Einem Sprecher zufolge sollen Anfang Mai die Urteile fallen.

Hintergrund

Über längere Zeit sollen drei Pflegekräfte in einem Pflegeheim Bewohner gequält, geschlagen und bestohlen haben. Sie sollen sogar zwei Bewohner getötet haben, ein dritter überlebt den Mordversuch. Dafür stehen die drei Angeklagten derzeit vor Gericht. Beweise finden die Ermittler im Whats-App Verlauf der Angeklagten, die sich immer wieder Videos und Nachrichten zu ihren Taten schicken. Unklar ist, ob das Trio vielleicht noch mehr Morde begangen hat

dpa/dh

Quelle: Mannheim24

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