Seniorin mit Armbruch erst nach Tagen behandelt

Klagen über Altenheim: Frankenthaler Einrichtung muss Wohnbereich schließen

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Mängel entdeckt: Frankenthaler Altenheim muss Wohnbereich schließen (Symbolfoto)

Frankenthal/Mainz - Wegen Mängeln in einem Frankenthaler Altenheim muss die Einrichtung einen ihrer drei Wohnbereiche schließen. Die Tochter einer Heimbewohnerin erhebt schwere Vorwürfe:

Wie eine Sprecherin am Donnerstag mitteilt, ordnet das Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung an, dass der Wohnbereich des Pflegeheims in Frankenthal geschlossen werden soll. Der Träger müsse außerdem den Stellenanteil der Pflegekräfte im Heim erhöhen.

Seniorin nach Armbruch vernachlässigt

Das Heim war Prüfern schon früher wegen Mängeln in der Versorgung der Bewohner aufgefallen. Die Tochter einer 92-jährigen Heimbewohnerin hatte sich kürzlich mit dem Vorwurf an die Polizei gewandt, ein Armbruch ihrer Mutter sei trotz Schmerzen erst nach sechs Tagen behandelt worden. Gegen Mitarbeiter des Heims wird deshalb ermittelt. 

Nachdem eine Prüfung am 22. März weiter bestehende Mängel - vor allem hinsichtlich der Pflege der Bewohner - ergeben habe, sei mit der Trägergesellschaft die Schließung von einem der Bereiche besprochen worden, sagt die Sprecherin.  

Der Großteil der im Heim lebenden Menschen könne innerhalb des Hauses umziehen, sodass nur noch zwei Wohnbereiche betrieben werden müssten. Damit soll gewährleistet werden, dass das Personal effizienter eingesetzt werden kann. 

„Gravierende Mängel“

Nach Angaben von Sozialministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) waren auch im vergangenen Januar „gravierende Mängel“ in der pflegerischen Versorgung der Bewohner festgestellt worden. „Es gab wieder Probleme in der Organisation des Personals“, sagt sie am Donnerstag im Gesundheitsausschuss des Landtags. Freiberufliche Mitarbeiter hätten Doppelschichten gemacht, was zu einer Gefährdung der Bewohner führen könne. Derzeit seien mehr als die Hälfte der Pflegefachkräfte sogenannte Freiberufler, was sich negativ auf die Kommunikation der Kräfte untereinander und auf die Betreuung der Bewohner auswirke. 

Von Mai an sollen deshalb bei Bedarf nur noch Mitarbeiter über Leasing-Firmen und keine freiberuflichen Fachkräfte mehr beschäftigt werden. Falls die Maßnahmen nicht griffen, wäre auch eine vollständige Schließung zu erwägen, sagt sie.

dpa/kab

Quelle: Mannheim24

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