Psychologe bescheinigt 

Pflege-Trio mordet in Seniorenheim: Staatsanwaltschaft fordert harte Strafe!

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Das Pflegeheim in Lambrecht, in dem die schrecklichen Taten begangen wurden. (Archivfoto)

Frankenthal - Sie quälten und töteten zwei Menschen. Doch ist das Pflege-Trio aus Lambrecht schuldfähig – und was fordert die Staatsanwaltschaft? 

Zwei Morde und ein Mordversuch – so lautet die Anklage gegen drei ehemalige Pfleger eines Seniorenheims in Lambrecht. Die Staatsanwaltschaft fordert lebenslange Haft für die drei Angeklagten!

Zudem sieht Oberstaatsanwältin Doris Brehmeier-Metz in allen drei Fällen eine besondere Schwere der Schuld, wie sie später aus ihrem unter Ausschluss der Öffentlichkeit vor dem Landgericht Frankenthal am Mittwoch (6. Juni) gehaltenen Plädoyer zitiert. Dann wäre eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren praktisch ausgeschlossen

Urteil noch im Juni erwartet

Die Angeklagten - eine 27-jährige Frau und zwei Männer im Alter von 25 und 49 Jahren - stehen seit September 2017 vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft wirft der ehemaligen Pflegerin und den Pflegehelfern vor, Bewohner bestohlen, gequält und in zwei Fällen getötet zu haben. 

Staatsanwältin Brehmeier-Metz fordert für den 25-jährigen und die 27-jährige Angeklagte auch ein lebenslanges Berufsverbot, für den 49-jährigen Mitangeklagten ein Berufsverbot von fünf Jahren. Die Verteidiger werden ihre Plädoyers voraussichtlich am 8. und 20. Juni halten, ebenfalls unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Ein Urteil könnte dann am 26. Juni fallen. 

Am Frankenthaler Landgericht muss sich das Mord-Trio verantworten. (Archivbild)

Wenig Empathie, kein selbstkritischer Umgang

In dem Verfahren äußert sich auch ein Gutachter zu den Angeklagten. Er attestiert ihnen wenig Empathie, dafür die Tendenz, anderen die Schuld zuzuschieben. Alle drei seien aus psychiatrischer Sicht für ihr Verhalten verantwortlich, sagt der Sachverständige. Anhaltspunkte für eine fehlende oder verminderte Schuldfähigkeit könne er nicht erkennen. 

>>> Mord im Pflegeheim: Befangenheitsantrag abgelehnt!

Der Experte berichtet dem Gericht von seinen Gesprächen mit den Angeklagten. Der Älteste des Trios habe sich als „Opfer oder Mitläufer“ dargestellt. „Er ist aber keineswegs der willenlose Spielball gewesen.“ Vielmehr habe der 49-Jährige die Fähigkeit, auch ihm nahestehende Menschen zu täuschen

Bei dem 25-Jährigen, der die Tötung der 85-Jährigen gestanden hat, kann der Experte keinen selbstkritischen Umgang mit der Tat feststellen: „Mitleid kennt er wesentlich in Form von Selbstmitleid, aber nicht in Form von Empathie.“ 

„Befriedigung narzisstischer Bedürfnisse“

Zum Missfallen der Verteidiger des 49-Jährigen stellt der Gutachter eine Hypothese zu einem möglichen Tatmotiv auf: Dass die Angeklagten ihre alten oder kranken Opfer von ihrem Leiden erlösen wollten, glaube er nicht. Sie hätten sich am Leiden anderer ergötzt. „Das spricht für einen enormen Verfall an moralischen Werten“, sagte der Psychiater. „Meine Hypothese ist, dass die Taten eher der Befriedigung narzisstischer Bedürfnisse dienten.“

Für kurze Zeit war die Öffentlichkeit von der Verhandlung ausgeschlossen worden, als es um ein gesundheitliches Leiden des 49-jährigen Angeklagten ging. Deswegen wurde später auch das Plädoyer der Staatsanwaltschaft unter Ausschluss der Öffentlichkeit gehalten.

dpa/jab/rmx

Quelle: Mannheim24

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