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Frankenthal: Urteil im Doppelmord-Prozess gefallen – Knallhart-Strafe für Angeklagte (44)

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Von: Daniel Hagen, Robin Eichelsheimer

Am Landgericht Frankenthal fällt am Freitag das Urteil im Doppelmord-Prozess. (Symbolfoto)
Am Landgericht Frankenthal fällt Ende September 2018 das Urteil im Doppelmord-Prozess. (Symbolfoto) © picture alliance / Uwe Anspach/dpa

Ludwigshafen/Frankenthal – Ein Trio soll zwei Unternehmer entführt und ermordet haben. Alle Beteiligten erhielten die Höchststrafe. Jetzt das Urteil im Prozess gegen die Angeklagte (44):

Update vom 19. April: Die 2. Große Strafkammer hat die 44-jährige Angeklagte wegen erpresserischen Menschenraubes sowie Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt und die besondere Schwere der Schuld festgestellt. Nach der Beweisaufnahme sah die Kammer es als erwiesen an, dass die Angeklagte als Mittäterin an der Tötung des türkischen Geschäftsmannes beteiligt war und den Tod des Opfers beabsichtigt hat. Die Angeklagte verwirklichte bei ihrer Tat nach Ansicht der Kammer die Mordmerkmale der „Heimtücke“ und der sogenannten „Verdeckungsabsicht“.

Nachdem die besondere Schwere der Schuld festgestellt wurde, ist eine Haftentlassung nach 15 Jahren Freiheitsstrafe nicht möglich. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Es kann Revision zum Bundesgerichtshof eingelegt werden.

Frankenthal: Nach Doppelmord an Unternehmern – Darum ist kein Urteil gegen Angeklagte gefallen

Update vom 8. April: Heute wurde mit Spannung das Urteil im neu aufgerollten Doppelmord-Prozess erwartet – doch wie das Landgericht Frankenthal nun informierte, muss der Termin aufgrund der Erkrankung eines Verfahrensbeteiligten verschoben werden. Einen Ersatztermin gibt es bislang nicht.

Rückblick: Bei dem Prozess am Landgericht Frankenthal geht es um den Mord von zwei Geschäftsleuten aus Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg. Auf der Anklagebank sitzt eine Frau aus Stuttgart, die die beiden Männer aus der Rhein-Neckar-Region in den Jahren 2016 und 2017 in eine Lagerhalle in Mannheim gelockt haben soll. Bei dem neu aufgerollten Prozess geht es nun um die Frage, ob sie bei der Tötung als Mittäterin gehandelt hat.

Das Landgericht hatte die Deutsche und zwei weitere Täter mit türkischer Staatsbürgerschaft im Jahr 2018 unter anderem wegen Mordes und erpresserischen Menschenraubs zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe hatte die Schuldsprüche zwar größtenteils bestätigt, doch der Beitrag zur Tat der Frau wurde von den Richtern als nicht ausreichend geklärt eingestuft. In der Folge wurde das ursprüngliche Urteil teilweise aufgehoben und eine Neuverhandlung angeordnet. Die Staatsanwaltschaft fordert weiterhin lebenslange Haft für die Stuttgarterin, die Verteidiger plädierten auf höchstens acht Jahre Gefängnis.

Nach Doppelmord an Unternehmern: Prozess gegen Angeklagte wird neu aufgerollt

Update vom 9. September: Am Mittwoch (9. September) wird am Landgericht Frankenthal der Prozess gegen eine 46-jährige Deutsche neu aufgerollt. Die Frau und zwei Männer waren im Herbst 2018 unter anderem wegen Mordes zu lebenslangen Freiheitsstrafen verurteilt worden. Die Deutsche und ihre beiden türkischen Komplizen hatten Ende 2016 zwei Unternehmer unter einem Vorwand in eine Lagerhalle gelockt und Geld erpresst. Anschließend wurden die entführten Männer im Alter von 64 und 49 Jahre erdrosselt. Bei einem der Opfer handelte es sich um den angesehenen türkischen Geschäftsmann Ismail Torun.

Der BGH hatte das ursprüngliche Urteil des Landgerichts im Doppelmord-Prozess zwar größtenteils bestätigt, stuften den Tatbeitrag der 46-Jährigen allerdings als nicht ausreichend ein. Der Schuldspruch gegen die Frau wurde aufgehoben. Deshalb muss das Landgericht erneut verhandeln und die Frage klären, ob die Angeklagte bei der Tötung des zweiten Opfers als Mittäterin gehandelt hat. Bis Ende Dezember sind neun Verhandlungstermine angesetzt.

Nach Höchststrafe für Angeklagten im Doppelmord-Prozess: Wird jetzt neu verhandelt?

Update vom 30. Juni 2020: Im Doppelmord-Prozess gibt es erneut eine interessante Wendung: Nachdem die Angeklagten Revision eingelegt hatten, untersuchte der Bundesgerichtshof den Fall – und bekräftigte das Urteil des Landgericht Frankenthals in den meisten Punkten. Allerdings gibt es auch einige Aspekte, die neu verhandelt werden müssen.

Der Bundesgerichtshof bestätigte die Entscheidung, dass die Angeklagten T. und G. wegen Mordes und erpresserischen Menschenraubs in zwei Fällen verurteilt wurden. Allerdings müsse die Sicherheitsverwahrung, in die sich der Angeklagte G. nach Absitzen seiner Haftstrafe begeben müsste, neu verhandelt werden. Nach Ansicht des Bundesgerichtshofs hätte das Landgericht Frankenthal hier nicht das „Verteidigungsverhalten" des Angeklagten berücksichtigt.

Außerdem entschied der Bundesgerichtshof, dass die Komplizin T. zu Unrecht wegen Mordes und erpresserischen Menschenraubs verurteilt wurde. Hier sei die „Feststellungen der Kammer hinsichtlich ihrer Mittäterschaft an dem Mord“ nicht ausreichend. Daher muss sich das Landgericht Frankenthal jetzt erneut mit dem Fall befassen. Wann das Landgericht die Fälle verhandeln wird, ist bisher nicht klar.

Frankenthal/Ludwigshafen: Trio soll zwei Unternehmer getötet haben: Urteil ist gefallen

Am Landgericht Frankenthal endet am Freitagmorgen (28. September) der Prozess um ein Trio, dass zwei Unternehmer entführt und getötet haben soll. 

Alle drei Angeklagten erhalten lebenslänglich wegen Mordes! Zudem wird die besondere Schwere der Schuld festgestellt, was eine Entlassung nach 15 Jahren nahezu ausschließt. Für den 50-Jährigen wird außerdem eine Sicherungsverwahrung angeordnet – er wird also auch nach Haftende hinter Gittern bleiben, da er als gemeingefährlich gilt!

Der Tod der Opfer war geplant

Spätestens seit Winter 2016 planten die Angeklagten, durch die Entführung von Unternehmern einen hohen Geldbetrag zu erlangen, den sie danach unter sich aufteilen würden. Von Anfang an bestand der Plan, die Opfer zu töten“ sagt der Vorsitzende Richter.

Der 50-Jährige nimmt das Urteil ungerührt auf, obwohl er die härteste Strafe erhält – er soll laut Gericht die zentrale Rolle gespielt haben. Er sei zudem nicht nur der Drahtzieher, sondern habe auch mehrfach Straftaten begangen. 

Die Familie von Ismail Torun wirkt nach der Urteilsverkündung erleichtert. Der Sohn erzählt, dass das Urteil den Vater zwar nicht zurückbringe, aber es schmerzmindern sei.

Hintergrund

Die beiden Männer (39/50) und eine Frau (44) sollen im November 2016 einen 64-jährigen Geschäftsmann aus Brühl entführt haben. Er wurde später auf einem Feldweg am Willersinn-Freibad gefunden – erdrosselt

Im Januar 2017 soll das Trio dann eine weitere Person entführt und erdrosselt haben: den angesehenen türkischen Unternehmer Ismail Torun. Zuvor soll es zudem eine Lösegeldforderung gegeben haben. Bereits ein paar Tage später wurden die Verdächtigen festgenommen und kamen in eine JVA.

Im Oktober 2017 hätte der Prozess wegen Mordes gegen das Trio starten sollen, was durch zwei Anträge der Verteidige aber verzögert wurde. Während des Prozesses schoben sich die Angeklagten immer wieder gegenseitig die Schuld zu.

Am Freitag (21. September) wurden die Plädoyers gehalten. Die Staatsanwaltschaft forderte wegen Mordes und erpresserischen Menschenraubs mit Todesfolge eine lebenslanger Haftstrafe. Zudem soll die Schwere der Schuld festgestellt werden. Die Verteidigung hingegen beantragte eine Verurteilung wegen Raub- und Erpressungsdelikten – also kein Mord!

dh

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