Sennas Tante (18) im Zeugenstand

Babymord-Prozess: „David ist ein Psychopath“!

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Für die zunehmend mitgenommene Mutter von Senna, Jesmira S., ist jeder Prozesstag eine Zerreißprobe (Archivfoto).

Frankenthal – David L. (32) hat sein eigenes Baby Senna (2 Monate) vom Balkon in den Tod geworfen. Am achten Prozesstag schildern Verwandte von Sennas Mutter die schwierige Beziehung zum Angeklagten.

Am achten Prozesstag im Frankenthaler Babymord-Prozess sagen die Schwester und die Mutter der Nebenklägerin Jesmira S. vor Gericht gegen den Angeklagten David L. aus.

Zu Beginn der Verhandlung wird Jesmira S.‘ 18-jährige Schwester Vanessa in den Zeugenstand gerufen. Wie viele Zuschauer im Raum, betritt sie das Gericht mit einem weißen Pullover, auf dem vorne ein Foto der kleinen Senna zu sehen ist und hinten die Worte „Unser Engel Senna ist immer mit uns“ stehen. 

Gegenüber den Richtern gibt Vanessa S. an, bereits vor der Tat von Unstimmigkeiten und Gewalt in der Beziehung ihrer Schwester zu David L. gewusst zu haben – von Kratzern im Gesicht und blauen Flecken am Körper ist die Rede. Sie erzählt auch, dass sich ihre Schwester in der Beziehung nichts kaufen und sich nicht hübsch machen durfte. 

Der Grund: David L. schäumte vor Eifersucht. Er war vor allem eifersüchtig auf die kleine Senna, weil sich Jesmira so liebevoll um sie kümmerte. „David ist ein Psychopath“, erklärt die 18-Jährige den Richtern. Er soll sogar von Jesmira verlangt haben, ihn wie die kleine Senna zu baden.

Fotos vom Prozessauftakt:

Anklage Mord! David L. (32) hat Baby Senna getötet

Krankhafte Eifersucht

Von der Gewalt habe die Familie erst zwei Wochen vor der schrecklichen Tat erfahren, als sich Jesmira S. ihrer Schwester und Mutter offenbarte. Sein Hass richtete sich gegen die ganze Familie: David L. soll oft damit gedroht haben, er werde Jesmiras komplette Familie auslöschen, wenn sie ihn verlasse. Als sie eines Tages versucht hatte, vor L. zu fliehen, habe er sie von der Straße geholt und ihr dabei mit einem Messer gedroht.

„Meine Schwester hat David 2014 in einer psychologischen Einrichtung kennengelernt. Er wollte sich damals das Leben nehmen. Meine Schwester hat ihn davon abgehalten. Und was hat er gemacht? Er hat uns das Liebste genommen, was wir hatten – Senna“, erklärt die 18-Jährige unter Tränen. Auch Jesmira S., der der Prozess sichtlich zusetzt, weint bei diesen Worten neben ihrem Verteidiger.

Familie wusste von Gewalt

Jesmiras Mutter Adelina S.-A. (38) hatte zu Beginn der Beziehung des Paares einen guten Eindruck von David L. Erst im Laufe der Beziehung, als ihre Tochter öfter Kratzer und blaue Flecken hatte, sei sie L. gegenüber misstrauisch geworden. 

Im Zeugenstand berichtet sie davon, dass David L. ihre Tochter und die Kinder aus seiner ersten Beziehung „kurz“ hielt. Während er sich einen Teller voller Steaks gönnte, mussten Jesmira und die Kleinen „billige Suppe“ essen. Auch wenn sie was mit ihrer Tochter alleine unternehmen wollte, war David L. immer dabei, Jesmira ständig unter seiner Kontrolle. 

Erschreckend: Wenn L.s Kinder ihm keinen Kuss geben wollten, soll er sie gebissen haben!

„David hat einmal vor der Tat erzählt, dass er das rote Messer des Messerblockes so liebt... Wenn ich nur gewusst hätte, was er damit anrichten wird...“, schluchzt die Oma der kleinen Senna.

Weitere Prozesstage geplant

Zunächst waren für den Prozess acht Verhandlungstage bis zum 26. Januar angesetzt. Da das Gericht noch mehrere Zeugen befragen will, soll es bis Ende April neun zusätzliche Termine geben.

Die Schreckenstat am Pfingstsamstag

Nach einem heftigen Streit am Pfingstsamstag 2016 nimmt David L. gegen 1:35 Uhr ein Messer und sticht seiner Lebensgefährten Jesmira S. mehrfach in den Rücken. Er sei auf das neugeborene Baby Senna neidisch gewesen, da sich Jesmira mehr um das Baby als um ihn gekümmert habe. Selbst ein anwesender Bekannter, Artur H. (31), kann den Angreifer nicht aufhalten, erleidet Schnittwunden. 

Dann nimmt das Drama seinen Lauf: Während die Männer miteinander kämpfen, flüchtet die geschockte Verletzte aus dem Haus. David L. nimmt das Baby des Pärchens mit den Worten „jetzt mach ich den Rest“ aus seinem Kinderbettchen, wirft es laut Oberstaatsanwältin mit der linken Hand „mit einer ausholenden Bewegung“ und voller Tötungsabsicht vom Balkon 7,50 Meter in die Tiefe. Die kleine stirbt an mehrfachem Schädelbruch.

Im Kokainrausch verschanzt sich David L. mit seinen zwei Töchtern (4/6) aus seiner ersten Ehe in der Wohnung und droht diese umzubringen. Als die hinzugerufene Polizei sich Zutritt verschafft, sticht er der s echsjährigen Tochter Joanna zwei Mal in ihren Bauch und nimmt damit auch ihren Tod „billigend in Kauf“. Fast hätte er ihre Bauchschlagader getroffen – nur eine Not-OP kann das Mädchen retten.

Schon zu Prozessbeginn gesteht der Angeklagte die Tat mit den Worten: „Ich habe unsere süße kleine Tochter mit eigenen Händen umgebracht! Ich trage schwer an dieser Schuld und bedauere die Tat zutiefst. Ich bitte das Gericht um eine gerechte Strafe.“

Vater (32) tötet Baby nach Familienstreit!

Große Anteilnahme bei Gedenkfeier für getötetes Baby 

++++ Fortsetzungstermine: 17.2, 28.2, 7.3, 9.3, 4.4, 5.4, 24.4 und 27.4

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eep

Quelle: Mannheim24

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