Rentner Luigi D. (†74) tot

Angeklagter im Mordprozess: „Wurde dazu gezwungen!“

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Der Angeklagte Mario P. (65) neben seiner Verteidigerin im Gerichtssaal 1.

Frankenthal – Abenteuerliche Aussagen an Tag 2 im Mord-Prozess um den getöteten Luigi D. (†74)! Wie der Angeklagte begründet, warum er im Internet nach Wasserleichen googelte:

Von der Leiche von Steinmetz Luigi D. (†74) fehlt bis heute jede Spur – dennoch sitzt sein mutmaßlicher Mörder Mario P. (65) auf der Anklagenbank im Landgericht Frankenthal.

Am inzwischen zweiten Prozesstag am Donnerstag (4. Mai) äußert sich der Beschuldigte erstmals zum Vorwurf der Staatsanwaltschaft Frankenthal, am 2. März 2016 seinen Bekannten aus Habgier getötet und einen Tresor aus dessen Speyerer Wohnung geklaut zu haben – wegen rund 15.000 Euro an Ersparnissen. 

Und er beteuert sehr zum Entsetzen der anwesenden Kinder des Ermordeten seine Unschuld!

Fotos: Prozess-Auftakt nach Mord an Luigi D. (†74)

So gibt Mario P. gegenüber der Vorsitzenden Richterin Alexandra Ulrich an, dass Luigi D. ihm gegenüber behauptet habe, einen Menschen erschossen zu haben – er habe dies jedoch nicht hinterfragt. 

Vielmehr seinen er und seine Familie von Unbekannten bedroht und dazu gezwungen worden, im Namen von Luigi D. SMS-Nachrichten zu versenden, nachdem dieser verschwunden war. 

Bei seiner Aussage verstrickt sich der 65-Jährige jedoch ein ums andere Mal in Widersprüche!

Außerdem sprechen mehrere Indizien gegen den angeklagten Italiener: Unter anderem fanden Ermittler in der Garage des mutmaßlichen Täters ein Brillenteil mit Blutspuren des Opfers.

Am Rheinufer bei Rheinsheim war am 10. August lediglich der Teil eines Fußes von Luigi D. gefunden worden, der erst nach seinem Tod abgetrennt und ihm dank DNA-Abgleich eindeutig zugeordnet wurde.

Besonders belastend: Wie Oberstaatsanwältin Doris Brehmeier-Metz berichtet, haben Untersuchungen ergeben, dass sich Mario P. per Computer über Wasserleichen und deren Verwesungsprozesse informiert habe.

Damit konfrontiert die wenig glaubwürdige Antwort des Angeklagten, er habe sich nur weiterbilden wollen!

Dazu kommt, dass das Handy des Opfers immer in der gleichen Funkzelle geortet werden konnte, in der sich auch das Handy des Angeklagten befand. „Also war er auch nicht wie von ihm behauptet in Italien – auch das macht ihn unglaubwürdig“, so Nebenkläger-Anwalt Rolf Weis.

Da die Indizien nach den wirren Aussagen immer erdrückender werden, rechnet Andreas Flory, Anwalt von Nebenklägerin Tanja H. (37) mit einer Verurteilung: „Die Beweise und Indizien sind erdrückend! Die Anklageschrift wird sich bestätigen, egal wie sich der Angeklagte dazu einlassen wird.“ 

Somit muss auch der zweite Verhandlungstag für Tanja H. und Marc H., die Kinder des Toten, eine Qual gewesen sein. Schließlich haben die Geschwister nicht mal endgültige Gewissheit über das Schicksal ihres Vaters: „Offiziell weiß ich ja gar nicht, ob mein Vater tot ist – deshalb ist er für mich 75 Jahre alt, weil er inzwischen Geburtstag hatte. Hoffnung er könnte noch leben, habe ich jedoch keine mehr…“, so Tanja H. 

Für den Prozess sind insgesamt sieben Verhandlungstage anberaumt – mögliche Urteilsverkündung am 31. Mai 2017 (9 Uhr).

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dpa/pek

Quelle: Mannheim24

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