Brisantes Videomaterial?

Unternehmer-Morde: Angeklagter (49) beschuldigt Komplizen

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Ramazan G. (49) erhebt schwere Vorwürfe gegen seinen Komplizen.

Frankenthal - Neue Wendung im Doppelmord-Prozess vor dem Landgericht. Ramazan G. (49) erhebt schwere Vorwürfe gegen seinen Komplizen – und will diese mit Videoaufnahmen untermauern.

Schwere Vorwürfe gegen Mitangeklagten.

Im Prozess um die mutmaßliche Entführung und Ermordung des Ludwigshafener Bauunternehmers Ismail Torun und eines 64-jährigen Geschäftsmanns aus Brühl hat einer der drei Angeklagten massive Vorwürfe gegen einen mutmaßlichen Komplizen auf der Anklagebank erhoben. 

Der 49 Jahre alte Türke erklärte am Freitag (1. Dezember) vor dem Landgericht Frankenthal, einer der Mitangeklagten – ein 38 Jahre alter Landsmann – habe die Unternehmer getötet, obwohl abgemacht gewesen sei, sie leben zu lassen. Das gleiche hatte der 38-jährige Angeklagte schon dem älteren Angeklagten vorgeworfen. 

Der sagte am Freitag, er habe Video- und Tonaufnahmen angefertigt, die beweisen, dass der Komplize die Männer getötet habe. Auch zeigten die Aufnahmen, dass von Seiten der anderen beiden Angeklagten schon vor der Tat „Fantasien sexueller Gewalt“ gegen einen der getöteten Geschäftsmänner geäußert worden seien. 

Die Staatsanwaltschaft wollte die Existenz solcher möglicher Beweismittel am Freitag weder bestätigen noch ausschließen.

Rückblick

Die Angeklagten sollen Ende November 2016 zunächst einen 64-jährigen Unternehmer aus Brühl entführt haben, um an eine große Summe Geld zu gelangen. Der aus dem früheren Jugoslawien stammende Mann habe 6.000 Euro gezahlt, aber weitere Summen verweigert, so der Leitende Oberstaatsanwalt in Frankenthal, Hubert Ströber. Dann wurde er erdrosselt. Die Leiche des 64-Jährigen wurde in der Nähe eines Ludwigshafener Schwimmbads gefunden.

Leichenfund am Willersinn: Ermittler suchen nach Spuren 

Ein ähnliches Schicksal ereilte den 49-jährigen Bauunternehmer Ismail Torun aus Ludwigshafen im Januar 2017. Obwohl ein Bekannter dem Entführer-Trio 975.000 Euro ausgehändigt hat, fand man seine Leiche in einem Wald bei Bad Dürkheim. Er wurde mit Kabelbinder stranguliert.

Das Vorgehen sei in beiden Fällen das Gleiche gewesen: Beide Unternehmer wären unter einem Vorwand von der Frau in eine dunkle Lagerhalle gelockt worden. Dann soll die Geschäftsmänner von den Komplizen heimtückisch angefallen, mit scharfen Waffen bedroht und mit Kabelbinder gefesselt haben.

dpa/rmx

Quelle: Mannheim24

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