„Arbeit hält mich kreativ“

Goldjunge Hans Zimmer mit Orchester-Tournee in Mannheim

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„Der König der Löwen“ (1994) - Hans Zimmer macht am 16. April 2016 mit seiner Orchester-Tournee Halt in Mannheim.
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„Fluch der Karibik“ (2003) - Hans Zimmer macht am 16. April 2016 mit seiner Orchester-Tournee Halt in Mannheim.
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„Inception“ (2010) - Hans Zimmer macht am 16. April 2016 mit seiner Orchester-Tournee Halt in Mannheim.
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„The Dark Knight“ (2008) - Hans Zimmer macht am 16. April 2016 mit seiner Orchester-Tournee Halt in Mannheim.
Foto: United Artists (zu dpa "Pech mit ´Luckª - Dustin Hoffman mit 75 wieder auf Rollensuche" vom 03.08.2012) +++(c) dpa - Bildfunk+++
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„Rain Man“ (1988) - Hans Zimmer macht am 16. April 2016 mit seiner Orchester-Tournee Halt in Mannheim.
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„12 Years a Slave“ (2013) - Hans Zimmer macht am 16. April 2016 mit seiner Orchester-Tournee Halt in Mannheim.
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„Thelma & Louise“ (1991) - Hans Zimmer macht am 16. April 2016 mit seiner Orchester-Tournee Halt in Mannheim.
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„Gladiator“ (2000) - Hans Zimmer macht am 16. April 2016 mit seiner Orchester-Tournee Halt in Mannheim.

Hollywood/Mannheim - Für die Musik zu „König der Löwen“ bekam Hans Zimmer den Oscar, nominiert war er zehnmal. Nun geht der Komponist auf Tournee - und macht dabei auch Halt in Mannheim.

Er arbeitet weder vor noch hinter der Kamera, doch in Hollywood gehört Hans Zimmer dennoch zu den ganz Großen. 

Der gebürtige Frankfurter komponierte die eindringlichen Filmmusiken für „Gladiator“, „Fluch der Karibik“, „The Dark Knight“ oder „Der König der Löwen“, um nur eine kleine Auswahl aus dem beeindruckenden Werk des 58-Jährigen zu nennen. Doch auch Oscar-, Grammy- und Golden-Globe-Gewinne schützen nicht vor Fehlern, sagte der deutsche Hollywood-Export im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur.

Im Frühjahr 2016 geht der Star-Komponist mit großem Orchester auf Tour und macht neben Hamburg, Berlin, Oberhausen und München auch Halt in Mannheim (16. April 2016) und will dem Publikum seine Musik auch ganz ohne Bilder nah bringen. Wir freuen uns schon wie Bolle und werden selbstverständlich von dem Event berichten.

Frage: Der Name Hans Zimmer ist international bekannt, aber erkennen die Leute Sie eigentlich auch auf der Straße?

Hans Zimmer: „Schon. Aber in New York ist es schlimmer, da sind die Leute aggressiver. Hier in Europa sind die Leute sehr höflich. Ich habe gerade Danny DeVito gesehen, den ich seit Jahren kenne. Hier können wir einfach rumlaufen, und man lässt uns alleine.

Sie haben keinerlei akademische Ausbildung. Wie wird man trotzdem einer der erfolgreichsten Filmkomponisten Hollywoods?

Ich war hier in London Session-Musiker. Die Leute fanden interessant, was ich an Ideen beigetragen habe. Dann habe ich für Stanley Myers gearbeitet als Assistent. Er war ein toller Komponist und hat mir beigebracht, wie man mit einem Orchester und mit Film umgeht. Von Anfang an durfte ich bei den Meetings mit den Regisseuren dabei sein. Das war Lernen in Echtzeit - nicht zur Schule gehen, sondern sofort an einem Film arbeiten. Das musste sofort hinhauen.

Und Musiktheorie haben Sie nie gebraucht?

Ich habe nie Theorie gelernt. Ich hatte zwei Wochen lang Klavierstunden in Deutschland, das ist sofort schief gegangen. Ich hab die ganze Zeit auf dem Klavier rumgedroschen, und meine Mutter fragte, ob ich einen Lehrer will. Ich dachte, der bringt einem bei, das, was man im Kopf hat, in die Finger zu kriegen. Aber natürlich macht er das nicht. Man muss Übungen machen, und das hat mich furchtbar gelangweilt. Ich wollte nicht die Musik von anderen Leuten spielen. Das wichtigste für einen Musiker ist, hinhören zu können.

Sie gehen demnächst mit einem Orchester auf Tournee. Filmmusik ist meistens Untermalung zu Bildern. Funktioniert sie auf der Bühne?

Ich wollte keine Bilder hinter mich projiziert haben und einfach mal diese Musik wirken lassen. Und ich wollte, dass das Publikum mal die Musiker sehen kann, die sonst immer anonym gespielt haben. Es gibt natürlich Sachen, die die Leute kennen. Den Anfang von ‚König der Löwen‘, oder ‚Gladiator‘, oder ‚Fluch der Karibik‘.

Und Sie wollten auf der Bühne keinen Dirigenten...

Wo ist der Spaß für das Publikum, wenn jemand mit dem Rücken zu ihnen steht? Wir haben uns dafür mehr Zeit zum Proben genommen. Und das funktioniert toll. Auf einmal kann das Publikum wirklich an die Musiker ran, und die Musiker arbeiten mit dem Publikum zusammen. Obwohl ich 76 Leute auf der Bühne habe, ist es ganz intim.

Beschäftigen Sie sich auch mit der deutschen Filmbranche?

Manchmal, aber eher beschäftigt sich die deutsche Filmbranche nicht mit mir. Wir haben ein kompliziertes Verhältnis: Als ich angefangen habe, hab ich keinen Job in Deutschland bekommen. Ich bin nicht zur Musikhochschule gegangen. ‚Der kann ja nichts, der hat ja nichts gelernt‘, hieß es. Hier in London war das anders: ‚Zum Glück ist der nicht zur Musikhochschule gegangen, der hat ja frische Ideen.‘ Und dann war ich auf einmal weg. Bernd Eichinger hat mich gefragt, und das hat auch Spaß gemacht.

Wie ist man nach so vielen Jahren kreativ?

Indem man immerzu arbeitet. Es ist wie bei Marathonläufern: Wenn die aufhören, ist es schwierig, die Muskeln wieder zu kriegen. Wenn ich schreibe, bleiben immer 100 Ideen übrig. Und die ganze Zeit lernen. Lernen ist eine gute Inspiration.

Wie viel Freiheit hat man beim Komponieren, wenn man sich nach der Handlung richten muss?

Es fängt immer gleich an, ich treffe mich mit dem Regisseur, und der erzählt mir eine Geschichte. Ich lese das Drehbuch meistens erst hinterher, ich will hören, was im Kopf des Regisseurs ist. Der sagt mir nicht, was für eine Musik es werden soll, er will überrascht werden. Das ist ein großes Experiment, manchmal geht es schief.

Auch ein Oscar- und Grammy-Preisträger macht noch Fehler?

Natürlich. Ich hab schon ganze Partituren fertig gemacht und am Abend, bevor es fertig sein sollte, habe ich auf einmal eine Idee bekommen. Und dann den Regisseur und das Studio angefleht, dass wir es noch mal machen können, obwohl schon das ganze Geld ausgegeben war. Wir müssen Experimente machen, und die meisten werden nicht funktionieren. Die Studios wissen, sie müssen Mut haben, denn da kommt wieder der Hans mit den verrückten Ideen.“ 


Eintrittskarten für die Tournee sind ab dem 2. November 2015 erhältlich. In Deutschland im exklusiven Presale auf www.eventim.de, ab dem 6. November dann auch an allen bekannten Vorverkaufsstellen. 

dpa/rob

Quelle: Mannheim24

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