Großkontrolle auf ‚Todesstrecke‘

Polizei macht Jagd auf Rettungsgassen-Blockierer

Am Freitag (24. November 2017) führt die Polizei in einer Baustelle der A6 bei Mannheim-Sandhofen eine Großkontrolle im Rahmen der Aktion "Rettungsgasse" durch. 27 Fahrer müssen nach der vierstündigen Kontrolle mit einem Bußgeldbescheid wegen Nichtbildung einer Rettungsgasse rechnen. © MANNHEIM24/PR-Video/Priebe
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Polizei-Großkontrolle auf der A6 im Rahmen der Aktion "Rettungsgasse".
Am Freitag (24. November 2017) führt die Polizei in einer Baustelle der A6 bei Mannheim-Sandhofen eine Großkontrolle im Rahmen der Aktion "Rettungsgasse" durch. 27 Fahrer müssen nach der vierstündigen Kontrolle mit einem Bußgeldbescheid wegen Nichtbildung einer Rettungsgasse rechnen. © MANNHEIM24/PR-Video/Priebe
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Polizei-Großkontrolle auf der A6 im Rahmen der Aktion "Rettungsgasse".
Am Freitag (24. November 2017) führt die Polizei in einer Baustelle der A6 bei Mannheim-Sandhofen eine Großkontrolle im Rahmen der Aktion "Rettungsgasse" durch. 27 Fahrer müssen nach der vierstündigen Kontrolle mit einem Bußgeldbescheid wegen Nichtbildung einer Rettungsgasse rechnen. © MANNHEIM24/PR-Video/Priebe
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Polizei-Großkontrolle auf der A6 im Rahmen der Aktion "Rettungsgasse".
Am Freitag (24. November 2017) führt die Polizei in einer Baustelle der A6 bei Mannheim-Sandhofen eine Großkontrolle im Rahmen der Aktion "Rettungsgasse" durch. 27 Fahrer müssen nach der vierstündigen Kontrolle mit einem Bußgeldbescheid wegen Nichtbildung einer Rettungsgasse rechnen. © MANNHEIM24/PR-Video/Priebe
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Polizei-Großkontrolle auf der A6 im Rahmen der Aktion "Rettungsgasse".
Am Freitag (24. November 2017) führt die Polizei in einer Baustelle der A6 bei Mannheim-Sandhofen eine Großkontrolle im Rahmen der Aktion "Rettungsgasse" durch. 27 Fahrer müssen nach der vierstündigen Kontrolle mit einem Bußgeldbescheid wegen Nichtbildung einer Rettungsgasse rechnen. © MANNHEIM24/PR-Video/Priebe
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Polizei-Großkontrolle auf der A6 im Rahmen der Aktion "Rettungsgasse".
Am Freitag (24. November 2017) führt die Polizei in einer Baustelle der A6 bei Mannheim-Sandhofen eine Großkontrolle im Rahmen der Aktion "Rettungsgasse" durch. 27 Fahrer müssen nach der vierstündigen Kontrolle mit einem Bußgeldbescheid wegen Nichtbildung einer Rettungsgasse rechnen. © MANNHEIM24/PR-Video/Priebe
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Polizei-Großkontrolle auf der A6 im Rahmen der Aktion "Rettungsgasse".
Am Freitag (24. November 2017) führt die Polizei in einer Baustelle der A6 bei Mannheim-Sandhofen eine Großkontrolle im Rahmen der Aktion "Rettungsgasse" durch. 27 Fahrer müssen nach der vierstündigen Kontrolle mit einem Bußgeldbescheid wegen Nichtbildung einer Rettungsgasse rechnen. © MANNHEIM24/PR-Video/Priebe
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Polizei-Großkontrolle auf der A6 im Rahmen der Aktion "Rettungsgasse".
Am Freitag (24. November 2017) führt die Polizei in einer Baustelle der A6 bei Mannheim-Sandhofen eine Großkontrolle im Rahmen der Aktion "Rettungsgasse" durch. 27 Fahrer müssen nach der vierstündigen Kontrolle mit einem Bußgeldbescheid wegen Nichtbildung einer Rettungsgasse rechnen. © MANNHEIM24/PR-Video/Priebe
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Polizei-Großkontrolle auf der A6 im Rahmen der Aktion "Rettungsgasse".

Mannheim - Einige Autofahrer sind seit Freitag um rund 200 Euro ärmer und um zwei Punkte in Flensburg reicher. Dabei hätten sie doch einfach nur eine Rettungsgasse bilden müssen!

Ein gewohntes Bild am Freitagnachmittag: Stau auf der A6. Die Baustelle auf der Theodor-Heuss-Brücke bei Mannheim-Sandhofen fordert derzeit Geduld von den vielen Pendlern, die hier täglich im Stau stehen. 

Geduld können sich die Rettungskräfte im Notfall nicht leisten – jede Sekunde kann nach einem Verkehrsunfall entscheidend über Leben und Tod sein. Eigentlich ganz einfach. Doch während am Freitagnachmittag viele Verkehrsteilnehmer im Stau eine Rettungsgasse bilden, sieht man auch immer noch (zu) viele Fahrzeuge, die den wichtigen Rettungsweg blockieren. Auf genau diese Autofahrer macht das Polizeipräsidium Rheinpfalz am Freitag Jagd.

Die Autobahnpolizei Ruchheim ist mit 20 Beamten und jeweils zwei Streifen- und Zivilfahrzeugen an der A6-Baustelle im Einsatz. Unterstützt wird die Rettungsgassen-Großkontrolle vom Landeskriminalamt-Verkehrsunfallprävention, der Hubschrauberstaffel und den Zentralen Verkehrsdiensten.

Es ist bereits die zweite Aktion dieser Art. Bei der ersten Kontrolle Anfang November rund um Ludwigshafen und Frankenthal hatte die Polizei 35 Autofahrer erwischt. 

Mit Videobeweis gegen schlechte Ausreden

Auf der Strecke, auf der schon so viele Menschen Opfer eines schweren oder gar tödlichen Unfalls wurden, will es die Polizei am Freitag wissen: Ein Zivilfahrzeug fährt an den Stau heran, schaltet Blaulicht und Martinshorn an und fährt in die Rettungsgasse. Wer jetzt die freie Fahrt der Polizisten blockiert, der würde bei einem echten Notfall die Rettungskräfte behindern. 

Ein weiterer ziviler Streifenwagen fährt seinen Kollegen ohne Blaulicht nach. Halten die Autofahrer die Rettungsgasse weiterhin ein, auch wenn das Einsatzfahrzeug durchgefahren ist? Nein. Einige scheinen die Geduld zu verlieren und wollen wieder in die Mitte der Fahrbahn einscheren.

„Sie hatten kein Blaulicht an!“, ruft ein ertappter Lkw-Fahrer empört aus dem Fenster, als ihn ein Polizeibeamter in Zivil dazu auffordert, ihm zu folgen. Als er dem Streifenwagen zur Kontrollstelle nachfährt, ahnt er wohl schon, dass diese Ausrede nicht wirklich kreativ war.

Sobald sich ein „Verdachtsfall“ ergibt, wird die Videokamera im Auto eingeschaltet. Das Material dient nicht nur dem Beweis – sondern kann auch besonders uneinsichtigen Verkehrssündern schnell die Luft aus den Segeln nehmen.

>>> Keine Rettungsgasse gebildet! Autofahrer mit kurioser Ausrede

Die Bilanz - und die Strafen

Nach der vierstündigen Kontrolle müssen insgesamt 27 Fahrer wegen Nichtbildung der Rettungsgasse mit einem teuren Bußgeldbescheid rechnen. 

Seit dem Inkrafttreten der neuen Straßenverkehrsordnung am 19. Oktober 2017 sieht der Bußgeldkatalog härtere Strafen für Rettungsgassen-Blockierer vor. Die Bußgelder wurden von bisher 20 Euro auf mindestens 200 Euro angehoben. Zusätzlich erhalten die Autofahrer zwei Punkte in Flensburg

Die Aktion „Rettungsgasse“

„Die Rettungsgasse wurde noch nicht verinnerlicht“, meint Erster Hauptkommissar Rolf Spiegelhalter, Leiter der Polizeiautobahnstation Ruchheim. Die Autofahrer würden zu schnell fahren, nicht ausreichend Abstand halten und hätten im Falle eines Staus zu wenig Möglichkeit zu rangieren, erklärt er die Problematik. Auch das vermehrte Bedürfnis von Autofahrern zu „gaffen“ spiele eine Rolle, sind die die Polizisten einig. Manche Verkehrsteilnehmer hätten es eilig, nah an die Unfallstelle heranzukommen, um Aufnahmen zu machen. 

Um die Rettungsgasse in fest in den Köpfen der Autofahrer zu verankern, gibt es dielandesweite Aktion „Rettungsgasse“, in deren Rahmen die Großkontrollen auf den Autobahnen stattfinden. Noch bis Anfang April soll es Kontrollen in ganz Rheinland-Pfalz geben. 

Unter dem Motto „Rettungsgasse rettet Leben!“ informiert auch das Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz die Verkehrsteilnehmer über alles Wichtige rund um die Rettungsgasse.„Es muss in Jedermanns Interesse liegen, Platz zu machen, dass die Retter schnell an die Unfallstelle kommen können“, findet Spiegelhalter. 

Wie bilde ich eine Rettungsgasse?

Im Stau oder im stockenden Verkehr (4 bis 7 Stundenkilometer) muss eine Rettungsgasse gebildet werden. Die Gasse wird dabei immer zwischen dem linken und den übrigen Fahrstreifen gebildet. 

Die einfache Regel: Wer auf dem linken Streifen fährt, weicht nach links aus. Die Autofahrer auf den übrigen Fahrstreifen fahren nach rechts. 

kab

Quelle: Mannheim24

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