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Rheinland-Pfalz: Kleinkind macht historischen Fund – Kriegs-Tragödie aufgeklärt

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Von: Tobias Becker

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Eine zerbrochene Soldatenmarke der Bundeswehr.
Eine zerbrochene Soldatenmarke der Bundeswehr. (Symbolbild) © picture alliance / dpa | Jessica Leopold

Edenkoben – Ein kleiner Junge findet beim Spielen eine Soldatenmarke mit einer traurigen Geschichte aus dem Zweiten Weltkrieg. Nun wurde etwas Licht in einen Vermisstenfall gebracht.

Was für ein Wahnsinnsfund – und welch eine traurige Geschichte dahinter! In Rheinland-Pfalz hat ein Kleinkind im Wald eine historische Entdeckung gemacht, wie die Rheinpfalz berichtet. Es geht um den Zweiten Weltkrieg, zwei Flugzeuge und mehrere tote US-Soldaten. Noa ist eineinhalb Jahre alt und hat im Wald ein kleines Metallstück gefunden, das - wie sich schnell zeigt - eine Soldatenmarke aus dem Zweiten Weltkrieg ist.

Passiert ist die Geschichte bereits am 12. Juni diesen Jahres. Da war der kleine Noa mit seinem Bruder Leo, Papa Sandro und seiner Mutter in der Nähe des Forsthauses Heldenstein (Edenkoben) unterwegs. Die Familie aus Landau wollte Pilze sammeln, heißt es weiter. Während Papa Sandro dem vierjährigen Leo erklärt, warum dort ein Gedenkstein steht, spielt Noa im Gras und hat plötzlich das Metallstück in der Hand. Seine Mutter erkannte sofort, was es war: Eine Marke eines Soldaten.

Kleiner Noa (1) macht historischen Fund: Soldatenmarke in Rheinland-Pfalz entdeckt!

„May these young men never be forgotten for their honor, courage and sacrifice“ steht auf dem Gedenkstein am Heldenstein in Edenkoben. Der Spruch erinnert an gefallene Soldaten. Es bedeutet: „Mögen diese jungen Männer, die für Ehre, Mut und Opfer stehen, nie vergessen werden.“ Einer der Soldaten war John M. Aiken Junior, aber er wurde nie gefunden. Jetzt gibt es ein Überbleibsel.

StadtEdenkoben
LandkreisSüdliche Weinstraße
BundeslandRheinland-Pfalz
Bevölkerungca. 7000

Der Second Lieutenant war Pilot des amerikanischen Flugzeugs „Bombers Moon“, das im Oktober 1944 mit einem anderen amerikanischen Flugzeug kollidierte. 14 Soldaten sterben bei dem Unglück, das wohl aufgrund des Nebels passierte. Deutsche Soldaten haben das Wrack wohl Tage später entfernt, Reste wurden jedoch 2002 bereits gefunden. Nun hat Noa ein weiteres Puzzleteil gefunden, das sein Vater mit Hilfe der „Arbeitsgruppe Vermisstenforschung“ von Uwe Benkel an eine Verwandte des verstorbenen Fliegers übermittelte, wie die Rheinpfalz berichtet.

Ähnlicher Fall in Baden-Württemberg: Große Überraschung für Familie des Soldaten

Fundstücke aus Weltkriegszeiten gibt es immer mal wieder, oft auch Bomben. Spektakulär war die Entdeckung von Hitlers Bronze-Pferden in Rheinland-Pfalz vor einigen Jahren, die nun in einem Museum untergebracht sind. An einer Soldatenmarke jedoch, hängen persönliche Geschichten, was sie ebenfalls sehr besonders macht. Vor einigen Wochen gab es in Baden-Württemberg einen ähnlichen Fall.

Im August hat der Metalldetektor von Michael Bluhm auf einem Acker zwischen Willsbach und Ellhofen (Nähe Heilbronn) ausgeschlagen. Er sollte dort das Grundstück nach einem verlorenen Pflugteil absuchen, fand stattdessen aber eine Erkennungsmarke eines amerikanischen Soldaten. Auch Bluhm wendete sich an Benkel, dessen Arbeitsgruppe es sich zur Aufgabe gemacht hat, vermissten Fliegern kriegsführender Nationen ihren Namen zurückzugeben und für eine ordentliche Grabstätte zu sorgen.

Auch in diesem Fall gab es eine Überraschung, denn: Benkels Kontakt in den USA fand heraus, dass es sich um den Soldat James Willie McCay aus New Johnsonville in Tennessee handelte, wie die Heilbronner Stimme berichtete. Die Homeland Security, deren Special Agent Iain Walker ist, spürte die Familie auf und übersandte die Soldatenmarke. Dann die Überraschung: Die Familie wusste nicht, dass McCay in Deutschland eingesetzt wurde, sondern dachten, er sei in Italien gewesen. Inzwischen hat McCay Junior sich persönlich bei Bluhm bedankt und steht mit ihm in Kontakt. (tobi)

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