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Dürre in Baden-Württemberg: Vertrocknet unseren Bauern in der Region die Ernte?

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Von: Teresa Knoll

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Der Sommer ist dieses Jahr wieder besonders heiß und trocken. Zusammen mit steigenden Energiepreisen führt das bei manchen Bauern in Baden-Württemberg zu Schwierigkeiten:

Die Hitze hat auch Baden-Württemberg fest im Griff. Auch die Landwirte in der Region haben Schwierigkeiten, ihre Pflanzen und Felder genügend zu bewässern. HEIDELBERG24 hat Bauern rund um Mannheim und Heidelberg nach den Auswirkungen gefragt, die die Trockenheit auf ihre Ernte hat. Teilweise sieht es düster aus – auch im Zusammenhang mit den gestiegenen Energiekosten.

Dürre in BW: Bauern leiden unter Hitze – teilweise „größere Ernteausfälle“

Eine Pressesprecherin des Landesbauernverbandes Baden-Württemberg berichtet auf Anfrage über die prekäre Situation, in der sich die Bauern landesweit befinden: Die fehlenden Niederschläge hätten in fast allen Getreidekulturen und bei Raps im Main-Tauber-Kreis und Neckar-Odenwald-Kreis zu „größeren Ernteausfällen“ geführt. Wegen der Dürre bittet die Stadt Mannheim die Bewohner sogar, beim Bewässern der Bäume zu helfen.

„Soja, Mais, Zuckerrüben, Kraut und Wein leiden massiv unter der Hitze und Trockenheit. Teilweise ist der Mais nicht mehr zu retten und wird frühzeitig gehäckselt“, wie die Pressesprecherin berichtet. Die Bewässerung von Gemüse, Salat und auch Wein würde die Kosten in die Höhe treiben. „Grünland brennt weg“, heißt es weiter. Das bedeute, dass es weniger Futter für die Tiere gibt. Dieses sei aber trotzdem für den Herbst gesichert.

Durch die Hitze haben Landwirte Ernteausfälle
Durch die Hitze haben Landwirte teils enorme Ernteausfälle. © Nicolas Armer/dpa

Dürre trifft Bauern hart – Schädlinge vermehren sich durch die Hitze

Auf dem Hegehof in Ladenburg spürt man die Auswirkungen deutlich: Nicht nur die Bodenbearbeitung und die Aussaat werden laut Dieter Hege durch die Trockenheit erschwert. Auch die Schädlinge vermehren sich durch die Hitze und die Pflanzen tragen weniger Früchte.

Es muss mehr gewässert werden, was bei den erhöhten Energiepreisen natürlich ins Geld geht. Weil auch die Kunden sparen müssen, würden weniger Menschen ihr Obst und Gemüse auf dem Hegehof kaufen, das teurer ist als im Supermarkt. 2021 war laut Hege ein gutes Jahr und hat die drei trockenen Jahre zuvor ausgeglichen, doch die Zukunft sieht düster aus, da der Sommer mit einer Dürre-Periode im August und September weitergeht.

Trockenheit in BW: Aufwändige Bewässerung nötig – weitere Dürre-Perioden vorausgesagt

Der Hofladen Schlicksupp in Heidelberg-Handschuhsheim hat bei seinem Anbau von Obst und Gemüse auf Tropfberegnung umgestellt, um Wasser zu sparen. Allerdings sind auch hier die gestiegenen Energiekosten spürbar. Der Aufwand für Auf- und Umbau und die Überwachung der Bewässerung sei ebenfalls hoch, „da schon seit Monaten immer irgendwo beregnet werden muss.“

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Um die Trinkwasservorräte in Heidelberg muss man sich aber keine Sorgen machen. Gegenüber unserer Redaktion äußert sich eine Sprecherin der Stadtwerke Heidelberg: „Aufgrund der Nähe unserer Grundwasserwerke Rauschen im Westen der Stadt und Schlierbach im Osten zum Neckar und unter anderem aufgrund der Tiefe der Brunnen vom Grundwasserwerk Entensee ist die Wasserversorgung nicht beeinträchtigt.“ Trotzdem ist es im Rhein-Neckar-Kreis wegen der anhaltenden Hitze verboten, Wasser aus Seen zu entnehmen. (resa)

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