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Was wird aus Galeria Kaufhof? Insolvenzverwalter lässt Treffen mit Investor platzen

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Von: Fabienne Schimbeno

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Galeria Karstadt Kaufhof ist insolvent, es drohen weitreichende Filialschließungen. Einen Termin mit einem potenziellen Investor ließ der Insolvenzverwalter jetzt platzen:

Update vom 17. November: Mitarbeiter sorgen sich um ihren Arbeitsplatz, nachdem der Warenhaus-Riese Galeria Karstadt Kaufhof zum zweiten Mal Insolvenz angemeldet hat. Anfang November ein Lichtblick: Mit buero.de tritt ein potenzieller Investor auf den Plan, der zumindest rund ein Drittel der 131 Filialen übernehmen will. 47 Galeria-Häuser wolle buero.de übernehmen, kündigte Markus Schön, Vorstandsvorsitzender der Aktiengesellschaft aus Detmold zuletzt an. Darunter zumindest auch die Galeria-Filiale am Bismarckplatz in Heidelberg.

Der ehemalige „Horten“ – Galeria Kaufhof am Bismarckplatz in Heidelberg.
Der ehemalige „Horten“ – Galeria Kaufhof am Bismarckplatz in Heidelberg. © Marten Kopf/HEIDELBERG24

Galeria-Rettung vor dem Aus? Insolvenzverwalter lässt Treffen mit Investor platzen

Am Montag (14. November) hätte es einen ersten Verhandlungstermin zwischen Insolvenzverwalter und Investor geben sollen. Den habe der Insolvenzverwalter allerdings „überraschend kurzfristig“ platzen lassen, berichtet das Nachrichtenportal Nordbayern.de. Galeria Karstadt Kaufhof habe keine Vertraulichkeitsvereinbarung abschließen wollen, heißt es. Lediglich buero.de sollte sich zur Verschwiegenheit verpflichten. Der Investor wollte seinen Rettungsplan für die 47 Galeria-Filialen aber nur vorstellen, wenn Galeria seinerseits das Konzept vertraulich behandle.

Was wird jetzt aus den rund 5.500 Angestellten, die in den betroffenen 47 Galeria-Kaufhäusern beschäftigt sind? Investor buero.de setze sich weiterhin auf Verhandlungen ein: „Leichter ist es jetzt nicht geworden, aber wir geben nicht auf“, wird Schön zitiert. Sein Konzept passe und die finanziellen Mittel seien vorhanden, bekräftigt das Unternehmen aus Detmold.

Galeria Karstadt Kaufhof schließt Filialen – 5 Häuser in Rhein-Neckar-Region in Sorge

Erstmeldung vom 3. November: Es ist eine erschreckende Nachricht, die Mitarbeiter in diesen Tagen erreicht: Zum zweiten Mal in zwei Jahren muss Kaufhaus-Riese Galeria Karstadt Kaufhof Insolvenz anmelden. Bereits Anfang 2021 hatte der Einzelhandelskonzern Hilfe in Form eines Rettungsschirms angefordert. Jetzt stehen die Zeichen wieder auf rot.

Galeria Karstadt Kaufhof schließt Filialen – was wird aus den Standorten in Rhein-Neckar?

Wie die Tagesschau am vergangenen Dienstag (1. November) berichtet, sucht Galeria Karstadt Kaufhof erneut Rettung in einem Schutzschirmverfahren. Damit verbunden sind weitreichende Filialschließungen. Mindestens um ein Drittel muss das Filialnetz laut Galeria-Chef Miguel Müllenbach verkleinert werden. Betroffen davon wären 40 Kaufhäuser in ganz Deutschland.

Wie die Presseabteilung der Galeria Karstadt Kaufhof GmbH auf Anfrage unserer Redaktion mitteilt, könne bislang noch nicht gesagt werden, welche Filialen in der Rhein-Neckar-Region von den Schließungen betroffen sind. „Die Neugestaltung der ersten rund 10 Galeria-Filialen im Rahmen der neu implementierten Strategie Galeria 2.0 seit Oktober 2022 zeigt nachweisliche Erfolge und muss deshalb nach einer Feinjustierung fortgesetzt werden“, heißt es. „Um dies auf Basis der neuen volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu ermöglichen, muss das bestehende Filialportfolio deutlich reduziert werden und es wird sich von Häusern zu trennen sein, die inzwischen aufgrund dieser neuen Bedingungen nicht mehr profitabel zu betreiben sind“, so der Konzern weiter.

Am Samstagnachmittag lässt Ex-Bachelor Leonard Freier rote Rosen im Galeria Kaufhof regnen.
Der Eingang zu Galeria Kaufhof in Heidelberg (Archivfoto) © HEIDELBERG24/ Marco Priebe

„Nicht auszuhalten“: Ver.di-Rhein-Neckar-Sprecherin über Gefühlslage unter Galeria-Mitarbeitern

In der Rhein-Neckar-Region wären fünf Filialen von einer potenziellen Schließung betroffen: Mannheim, Heidelberg (2x), Speyer und Viernheim (Rhein-Neckar-Zentrum).

An den Standorten Mannheim und Heidelberg werden aktuell rund 250 Mitarbeiter beschäftigt. Wie die Sekretärin der Gewerkschaft ver.di Rhein-Neckar, Sabine Möller, auf Anfrage unserer Redaktion mitteilt, ist der Frust bei den Angestellten groß: „Ausgerechnet kurz vor Weihnachten erreicht uns solch eine Hiobsbotschaft“, erklärt die Verantwortliche für den Fachbereich „Handel“ in einem persönlichen Gespräch. Schon ein zweites Mal hätte man mit der Unsicherheit zu kämpfen, dieses Gefühl sei „nicht auszuhalten“, so die Gewerkschaftlerin gegenüber unserer Redaktion.

„Zusätzliche zinstragende Fremdmittel“ belasten Galeria finanziell – Insolvenz unumgänglich

Wie die Presseabteilung der Galeria Karstadt Kaufhof GmbH weiter mitteilt, habe die Geschäftsführung von Galeria in den letzten Wochen die Finanzierungs-Struktur des Unternehmens und alle Optionen sorgfältig überprüft. „In diesem Zusammenhang hat sie unter anderem Gespräche mit dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) geführt. Dazu war das Unternehmen seit dem ersten WSF-Darlehen von 2021 vertraglich verpflichtet“, heißt es.

Diese Gespräche mit dem WSF und den zuständigen Bundesministerien wären immer sehr konstruktiv und zielorientiert gewesen. „Jedoch hat sich im Laufe dieses Dialogs erwiesen, dass zusätzliche zinstragende Fremdmittel Galeria finanziell zu sehr belasten und die Möglichkeit einschränken würden, den begonnenen Transformationsprozess Galeria 2.0 im unbedingt notwendigen Umfang beschleunigt fortsetzen zu können“, so die Unternehmenskommunikation weiter.

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Galeria Karstadt Kaufhof zuversichtlich: Unternehmen bleibe zuverlässiger Arbeitgeber

Durch die Möglichkeiten des Unternehmens in einem Schutzschirmverfahren sei die kurzfristige Optimierung des Filialportfolios hingegen darstellbar und die finanziellen Mittel können zielgerichtet in den Modernisierungsprozess investiert werden. „Galeria ist zukunftsfähig, das Geschäftsmodell mit den notwendigen Modernisierungen der Filialen tragfähig und wird, frei von unverschuldeten Belastungen, am Markt erfolgreich sein können“, heißt es aus der Presseabteilung.

Das Unternehmen bleibe ein Arbeitgeber mit vielen tausend sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen, ein wichtiger Distributionskanal und Kunde für zahlreiche Lieferanten und Dienstleister sowie Anziehungspunkt insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen am Standortumfeld, so die Ansprechpartner abschließend. Erst kürzlich hat ein deutscher Möbelkonzern Insolvenz angemeldet: Es sei eine „schwierige wirtschaftliche Situation“, heißt es. (fas)

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