Stargeiger begeistert in SAP Arena

David Garrett wie von einem anderen Stern

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Der Star des Abends: David Garrett performt "Born in the USA" von Bruce Springsteen.

Mannheim - Die Neue Philharmonie Frankfurt entzündet mit der Band auf der Bühne ein musikalisches Feuerwerk. Die Augen der über 9000 Zuschauer suchen dort  gebannt nach dem Star des Abends. Vergebens ...

So verzaubert der Stargeiger Mannheim

David Garrett

Die Geigentöne zu Robbie Williams "Let me entertain you" rauschen samt David Garrett aus zehn Metern Höhe quer durch die Mannheimer SAP Arena. Der Crossover-Musiker schwebt auf einer Mini-Glasboden-Bühne über die Köpfe der Zuhörer hinweg - was für ein vielversprechender Auftakt! Und tatsächlich: Garrett präsentiert sich knapp drei Stunden lang einmal mehr wie von einem anderen Stern.

Bei der aktuellen "Classic Revolution Tour" verpackt er sein atemberaubendes Instrumentenspiel in eine farbenfrohe Lasershow, sprühende Feuerfontänen und effektvolle Pyrotechnik.

Selbst die Stradivari spuckt Glitzerregen aus - alles gepaart mit altbekannten und neuen Arrangements, versteht sich. 

Garrett entschuldigt sich eingangs für seine Show der Superlative: Er habe eigentlich mit einem Best-of-Programm kommen wollen. Doch zu viele neue Ideen inspirierten ihn für das Revolution-Konzert.

Dann legt er richtig los: Bei "Baila me" umtänzeln ihn die Schönheiten des deutschen Fernsehballetts in bester Flamenco-Manier. "Born in the USA" (Bruce Springsteen), "New York, New York" (Frank Sinatra), "I have a dream" (Abba; brillantes Zusammenspiel mit John Haywood am Klavier) werden von persönlichen Anekdoten ummalt. Eine Kontaktanzeige gibt der Frauenschwarm dann auch noch gleich auf: Auf der Leinwand blinkt eine vermeintliche SMS seiner Mutter auf, die auch im Publikum sitzt. Sie fand während eines Aufenthaltes in Garretts Wohnung in New York ein Stück Butter im Kühlschrank, deren Verfallsdatum um ein Jahr überschritten war. "Man merkt, dass du keine feste Freundin hast. Mache mir Sorgen. Mama" war in der Handynachricht zu lesen. Gelächter.

Ob nun Showeffekt oder tatsächlich tiefe Einblicke in den David jenseits des Rampenlichts - Verzückung ist dem 34-Jährigen gewiss. Damit kokettiert der smarte Sunnyboy gekonnt. Das macht ihn bodenständig, greifbar. Apropos: Das wird er auch für eine Dame im Publikum, als er sich zu ihrer Überraschung beim Geigenspiel direkt neben sie setzt. Der Neid vieler weiblichen Gäste ist ihr gewiss!

David Garrett vereint Musikgenres und damit Generationen.

Freilich weiß mancher im Publikum nicht gleich etwas mit Orffs Carmina Burana anzufangen, was das kurze Anklatschen inmitten des Stücks zeigt. Im Gegenzug erstarren die Massen geradezu beim rockigen Auftritt zu "Livin' on a prayer" (Bon Jovi), der eigentlich geradezu einlädt, um mitzugehen, mitzuklatschen. Zumal der "emotionale Soundcheck an meinen alten Golf" (Garrett) von Tänzerinnen in Leder-Hotpants begleitet wird, die sich am knienden Garrett reiben, dessen Haare im Ventilator-Wind wehen - erotischer Geigen-Rock im Kitschformat. Das kann sich David Garrett erlauben. Und nur er!

Seinen holländischen Bassisten Franck van der Heijden ärgert der Stargeiger schließlich ein bisschen und performt mit dem Publikum Queens "We are the Champions", um den Weltmeisterschaftstitel der deutschen Fußballer zu würdigen. Gänsehaut pur. "Nur noch zehnmal, dann hast du es geschafft", witzelt Garrett gegenüber van der Heijden mit Blick auf die anstehenden Tour-Auftritte.

Mozart trifft auf Metallica, Beethoven auf Nirvana, dazwischen verleihen melancholische Kompositionen den Gedanken Flügel: David Garrett nimmt seine Zuhörer mit auf eine unvergessliche Reise. Und diese darf ihn ruhig bald wieder nach Mannheim führen.

kb

Alle Tourdaten auf einem Blick gibt es hier.

Quelle: Mannheim24

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