Hiobsbotschaft nach Euphorie

Curevac-Impfstoff: „Komplikationen“ bei Zulassung – was das jetzt bedeutet

Das Logo des biopharmazeutischen Unternehmens Curevac ist am Eingang des Firmensitzes in Tübingen angebracht.
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Curevac aus Tübingen will bis Ende des Jahres 300 Millionen Impfdosen liefern – doch daraus wird wohl nichts (Symbolbild).

Stuttgart - Das Tübinger Biopharmaunternehmen Curevac hängt im Rennen, um die Impfstoffproduktion weit hinter den Konkurrenten hinterher – jetzt kommt es noch schlimmer!

Ursprünglich sollte die erste Generation des Tübinger Impfstoffs CureVac im Mai zugelassen werden. Erste Studien zur Wirksamkeit des Impfstoffs haben vielversprechende Daten hervorgebracht: Vor allem der Schutz durch CureVac vor verschiedenen Mutationen aus Dänemark, Großbritannien und Südafrika sorgt bei den Experten für Euphorie. Grund genug für die Bundesregierung im Vorfeld bereits 24,5 Millionen Dosen des Vakzins gegen das Coronavirus zu bestellen. Doch die Hoffnung die Impfstoffengpässe mit dem Anti-Corona-Präparat von CureVac zu überbrücken, scheinen sich vorerst zerschlagen zu haben. Denn die Zulassung des Corona-Impfstoffs der Tübinger Firma dauert länger als geplant.

Name:CureVac
Gründung:2000
Sitz:Tübingen
Leitung:Franz-Werner Haas

CureVac-Impfstoff: Hiobsbotschaft aus dem Gesundheitsministerium

Der baden-württembergische Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) bestätigt am Dienstag (8. Juni) gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, dass sich das Verfahren weiter verzögern wird. Lucha sagt, Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) habe mitgeteilt, „dass wir nach der derzeitigen Situation leider erst realistisch im August erwarten können, dass der Curevac Impfstoff zulassungsfähig appliziert werden kann oder zugelassen wird.“

Zuvor hat der „Business Insider“ darüber berichtet, dass die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) „nicht vor August“ mit einer Zulassung des Curevac-Mittels rechne.

CureVac-Impfstoff: Grund für Verschiebung der Zulassung

Der Grünen-Politiker erklärt, dass es bei der von Curevac durchgeführten klinischen Studie zu dem Vakzin „Komplikationen“ gebe. Im Klartext bedeutet das: Bei der Studie gibt es noch nicht genug Teilnehmer.

Noch Ende Mai hat es demnach in internen Lieferprognosen der Bundesregierung geheißen, dass bis Ende Juni 1,4 Millionen Dosen von Curevac kommen, bis Ende September 9,4 Millionen und im letzten Quartal 28,9 Millionen.

In den aktualisierten Prognosen von Juni soll nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur Curevac für dieses Jahr gar nicht mehr auftauchen!

CureVac-Impfstoff: Funktioniert ähnlich wie das Vakzin von BioNTech

Das CureVac-Vakzin basiert, wie auch die Impfstoffen von BioNTech und Moderna auf der mRNA-Technologie. Die mRNA, auch „messenger RNA“, transportiert die genetischen Bauplan, der zum Aufbau der sogenannten Spike-Proteine im Körper benötigt wird. Diese Virus-Proteine spielen für die Verbreitung des Coronavirus im Körper eine entscheidende Rolle.

Nach der Impfung nimmt der Körper dieses das Protein als „fremd“ wahr und aktiviert die körpereigene Immunabwehr. Das Vakzin ahmt also die Virusinfektion in einer ungefährlichen Weise nach, um den Körper auf mögliche Infektionen durch Antikörper vorzubereiten und so zu schützen.

Die mRNA wird schon nach wenigen Tagen abgebaut. Sie beeinflusst das menschliche Erbgut nicht. Schließlich zeigen erste klinische Studien eine gute Verträglichkeit des Vakzins von CureVac mit wenigen Nebenwirkungen.

(esk mit dpa)

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