Gilt seit 23. März

Coronavirus-Kontaktverbot: Wann und wo darf man sich noch treffen? 

In Deutschland gilt ab Montag das Kontaktverbot. Doch was bedeutet das genau? Was ist jetzt noch erlaubt und was nicht? Und welche Strafen können drohen?

  • Wegen des Coronavirus müssen bundesweit Maßnahmen getroffen werden.
  • Bund und Länder beschließen im Kampf gegen das Coronavirus am 22. März das Kontaktverbot in Deutschland.
  • Was ist nun erlaubt und verboten? 
  • Wann und wo darf man sich jetzt noch mit Freunden treffen?
  • Welche Strafen drohen, wenn man dagegen verstößt?

Am Sonntag (22. März) berieten sich Bund und Länder darüber, wie es in Deutschland in Zeiten der Corona-Krise weitergehen soll. Die große Frage, die sich wohl alle Bürger stellten, war: Kommt die Ausgangssperre? Am späten Nachmittag folgte die Antwort: Nein, dafür aber ein Kontaktverbot.

Doch was bedeutet das genau? Worin unterscheiden sich Ausgangssperre und Kontaktverbot? Was ist jetzt noch erlaubt – und was verboten? Wie lange wird das Kontaktverbot bestehen? Und welche Geschäfte haben noch geöffnet? 

Coronavirus: Kontaktverbot in Deutschland – was bedeutet das genau?

Mit den besten Kumpels abends ein Bier trinken gehen, einen Ausflug mit der ganzen Familie machen oder mit Freunden eine Radtour planen – aus all diesen Unternehmungen wird jetzt erst einmal nichts mehr.

Damit das Coronavirus sich nicht schneller verbreitet, müssen in Deutschland drastische Maßnahmen getroffen werden. Denn: Seit dem 25. Februar haben sich in Deutschland fast 25.000 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt.

Nach einer Telefonkonferenz zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und den 16 Ministerpräsidenten der Bundesländer haben sich am Sonntag Bund und Länder gemeinsam für ein bundesweites Kontaktverbot ausgesprochen. Das bedeutet, dass sich NICHT mehr als zwei Personen treffen dürfen. Ausgenommen sind die Personen, mit denen man in einem Haushalt lebt, wie beispielsweise die Familie. 

Im Beschlusspapier der Kanzlerin und der Ministerpräsidenten der Länder heißt es dazu: „Der Aufenthalt ist nur alleine, mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstands gestattet.

Coronavirus: Kontaktverbot in Deutschland – was ist jetzt noch erlaubt?

  • Treffen mit einer Person
  • Treffen mit den Personen, die in Deinem Haushalt leben
  • Arbeiten gehen (sofern kein Home Office möglich ist)
  • Einkaufen gehen
  • Notbetreuung
  • Zum Arzt gehen
  • Generell die Hilfe für andere
  • Prüfungen, Termine und Sitzungen besuchen 
  • Sport an der frischen Luft (Gruppenaktivitäten sind jedoch verboten)
  • Tiere ausreichend versorgen, wie zum Beispiel Gassi gehen, Pferde bewegen … 
  • Teilnahme an Beerdigungen (jedoch nur mit ausreichendem Abstand)
  • Wohnungsumzüge (wenn sich diese nicht verschieben lassen)
  • Fahren mit den öffentlichen Verkehrsmitteln

Wichtig: Gehst Du einkaufen, besuchst einen Arzt oder triffst sonst irgendwo auf andere Menschen, die nicht in Deinem Haushalt leben, müssen mindestens 1,5 bis 2 Meter Abstand zueinander gehalten werden, damit sich niemand mit dem Coronavirus oder anderen Krankheiten anstecken kann. 

Coronavirus: Kontaktverbot in Deutschland – was ist verboten und drohen Strafen?

Grundsätzlich ist alles andere verboten! Außerdem:

  • Gaststätten müssen schließen und dürfen nur noch Speisen liefern oder zur Abholung anbieten. 
  • Dienstleistungsbetriebe im Bereich der Körperpflege wie Friseure, Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo-Studios und ähnliche Betriebe werden geschlossen, weil in diesem Bereich eine körperliche Nähe unabdingbar ist. 

Vor allem sogenannte Corona-Partys sind strengstens untersagt und werden auch geahndet. Die Polizei und der Ordnungsdienst werden darauf achten, dass die neue Reglung von Bund und Länder eingehalten werden.

Verstößt jemand gegen die neuen Auflagen, dann kann demjenigen eine Geldstrafe drohen. Diese kann sich auf mehrere hundert Euro belaufen. Bei einer Ausgangssperre gelten ähnliche Konsequenzen.

Coronavirus in Deutschland: Wie lange wird das Kontaktverbot andauern?

Das Kontaktverbot, das aufgrund des Coronavirus verhängt wurde, gilt mindestens zwei Wochen. Aber: Man wolle regelmäßig die Maßnahme überprüfen. Das nun beschlossene Kontaktverbot sei „notwendig zum Schutz von Leib und Leben", sagt FDP-Generalsekretärin Linda Teuteberg am Montag im ZDF-Morgenmagazin. Freiheitsrechte dürften aber nur verhältnismäßig eingeschränkt werden. „Insofern muss jetzt ausgewertet werden, im Dialog mit der Wissenschaft, welche Maßnahmen bringen den gewünschten Effekt, und sind wie lange notwendig."

Es könnte also durchaus sein, dass das Kontaktverbot sowohl kürzer als auch länger als angedacht bestehen bleibt. 

Coronavirus in Deutschland: Worin unterscheiden sich Kontaktverbot und Ausgangssperre?

Eine Ausgangssperre will die Regierung vermeiden. Denn das Coronavirus verbreitet sich, wenn wir sozial miteinander agieren. Deshalb haben sich Bund und Länder für das Kontaktverbot in Deutschland ausgesprochen. 
Doch wie unterscheiden sich Kontaktverbot und Ausgangssperre? 

Bei einer Ausgangssperre könnten die Regelungen noch strenger sein. In Deutschland gibt es dafür noch keine feste Regelung, aber es könnten beispielsweise folgende Punkte angeordnet werden:

  • Nur noch aus triftigen Grund dürfen Bürger das Haus verlaussen
  • Das Betreten öffentlicher Plätze ist komplett untersagt
  • Man braucht immer eine schriftliche Erklärung, wohin man gerade geht
  • Mit dem Hund darf man nur noch in häuslicher Nähe Gassi gehen
  • Ab einer gewissen Uhrzeit muss man sich im Haus befinden.

jol

Quelle: Mannheim24

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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