Alle Infos zu Ansteckung, Symptomen und Schutz

Coronavirus in Deutschland: Verschwörungs-Video spielt gezielt mit Ängsten 

Die Ankunft des Coronavirus in Deutschland löst Ängste aus – ein Verschwörungs-Video auf Youtube spielt gezielt mit den Sorgen der Bürger. Wir haben alle Infos zum Virus zusammengefasst:  

  • Der Coronavirus hat Europa erreicht.
  • Erste Erkrankungen in Frankreich und Deutschland.
  • Bundesregierung sieht keinen Grund zur Panik, doch Verschwörungstheoretiker zweifeln.
  • Gesundheitsamt richtet Info-Telefon für Bevölkerung ein.
  • Alle Infos zu Ansteckung, Symptomen und Schutz:

Das Coronavirus ist in Deutschland angekommen: Nachdem am Montag (27. Januar) erstmals eine Infektion in Bayern nachgewiesen wurde, sind nun fünf weitere bestätigte Fälle hinzugekommen (Stand: 31. Januar) – dieser Umstand besorgt viele Bürger. Forscher des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin sehen jedoch keinen Grund zur Panik und beurteilen die Gefahr für die deutsche Bevölkerung durch das Virus als „sehr gering“. Zuletzt hat sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn an die Bevölkerung gewandt und versucht die Sorgen zu zerstreuen: „Es war zu erwarten, dass das Virus auch Deutschland erreicht. Die Fälle zeigen aber, dass wir gut darauf vorbereitet sind. Die Gefahr für die Gesundheit der Menschen in Deutschland durch die neue Atemwegserkrankung aus China bleibt nach Einschätzung des RKI weiterhin gering", so der Gesundheitsminister.

Coronavirus: Verschwörungs-Video sorgt für Panik 

Dessen ungeachtet entfacht ein Youtube-Video eine regelrechte Hysterie in den sozialen Medien. Das Verschwörungs-Video ist am 24. Januar auf dem Kanal „Odysseus“ gepostet worden und seitdem über eine halbe Millionen Mal aufgerufen worden. 

„Virulente“ Verbreitung findet der irreführende Clip vor allem über den Instant-Messaging-Dienst WhatsApp, zumal viele aufgestachelte Menschen ihre Freunde und Kollegen zur Weiterverbreitung aufrufen. 

Diese Fehlinformations-Kampagne hat sich das gemeinnützige Recherchezentrum „Correktiv“ zum Anlass genommen, um einen Faktencheck vorzunehmen. Dabei werden die haltlosen Behauptungen des Panikmachers Stück für Stück auseinandergenommen.

In üblicher Verschwörungs-Manier wird im „Odysseus“-Video behauptet, konventionelle deutsche Medien würden nicht oder nicht ausreichend über das Coronavirus berichten oder wichtige Informationen verschweigen.  

Im Folgenden haben wir die wichtigsten und vor allem belegten Informationen für Dich zusammengefasst:

Coronavirus: Gewöhnliche jährliche Grippewellen sind viel dramatischer

Jedes Jahr gibt es in Deutschland gewöhnliche Grippewellen. In der Influenza-Saison 2017/2018 haben ca. neun Millionen Menschen mit Grippesymptomen einen Arzt aufgesucht. 

Nach Informationen des RKI sind damals schätzungsweise 25.100 Menschen an der Erkrankung gestoben. Insbesondere bei sehr alten Menschen oder welchen mit schweren Vorerkrankungen kann eine Infektion tödlich verlaufen.

Coronavirus: Gab es bereits ähnliche Fälle? 

Bei dem neuen Virus handelt es sich um einen Erreger aus der Familie der Coronaviren, also aus derselben Familie wie das SARS (severe acute respiratory syndrome) und dasM ERS-CoVirus (Middle East Respiratory Syndrome Coronavirus). 

In Deutschland sind im Jahr 2003 fünf Menschen positiv auf SARS getestet worden. Eine Weiterverbreitung der Erkrankung innerhalb Deutschlands ist nicht aufgetreten.

Coronavirus: Wie erfolgt die Übertragung? 

Derzeit ist wenig darüber bekannt. Vermutlich erfolgt die Übertragung, wie bei SARS, hauptsächlich durch Tröpfcheninfektion (feinste Speichel- oder Schleimtröpfchen beim Sprechen, Husten und Niesen). 

Die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen Ansteckung und Erkrankungsbeginn, beträgt ca. zwei bis sieben, maximal aber bis zehn Tage.

Coronavirus: Wie äußert sich die Krankheit? 

Die Symptome der Erkrankung sind hauptsächlich Fieber, wobei einige Patienten Schwierigkeiten beim Atmen haben. Die möglichen Symptome bei SARS waren Fieber über 38 Grad Celsius, in Kombination mit Husten, Myalgien (Muskelschmerzen), Atemnot oder Kurzatmigkeit.

Coronavirus: Wie groß ist die Ansteckungsgefahr und wie kann ich mich schützen?

Fachleute schätzen, dass das Coronavirus nicht so ansteckend ist, wie beispielsweise eine gewöhnliche Grippe oder Masern. Gleichsam wie bei einer gewöhnlichen Grippe bzw. Influenza gilt: Gute Handhygiene, ungewaschene Hände nicht zum Mund führen, und Abstand zu Erkrankten halten.

Firmen aus Mannheim und Ludwigshafen haben ihren Mitarbeitern in China Anweisungen zum Umgang mit dem Coronavirus gegeben – darunter auch die BASF, Siemens und ABB:

Coronavirus: Wann sollte ich mich auf das Virus testen lassen? 

Falls Du Dich in Wuhan (oder der chinesischen Provinz Hubei) aufgehalten hast und 14 Tagen nach Deiner Rückkehr Symptome, wie Fieber oder Atemwegsprobleme aufweist, solltest Du Deinen Arzt aufsuchen.

Gleiches gilt für Personen, die Kontakt mit einer erkrankten Person hatten und danach Symptome wie Fieber oder Atemwegsprobleme entwickeln. 

Wichtig ist aber vorher anzurufen! Erst dann kann sichergestellt werden, dass entsprechende Vorsichtsmaßnahmen ergriffen werden (nicht im vollen Wartezimmer lange sitzen, Hygienemaßnahmen wie Mundschutz etc.). 

Unglaublich: Die TV-Serien „Simpsons“ hat es wohl schon wieder getan! In einer Folge aus den 90er Jahren sagten die Macher das Coronavirus voraus – zumindest ist sich darüber das Netz sicher.

Coronavirus: Was passiert im Verdachtsfall? 

Hierzu gibt es genaue Abläufe: Zunächst erfolgt eine körperliche Untersuchung durch einen Facharzt. Gleichzeit wird eine Laboruntersuchung vorgenommen. Hierzu wird zum Beispiel ein Abstrich aus dem Rachenraum genommen.

Auf Grundlage dieser Vorgehensweise, haben sich die Verdachtsfälle in Heidelberg nicht bestätigt

Das zuständige Gesundheitsamt wird über den Verdachtsfall informiert, um unmittelbar Maßnahmen einzuleiten, wenn sich der Coronavirus-Fall bestätigt.

Coronavirus: Wann kommt der Impfstoff?

Gegenwärtig gibt es noch keinen Impfstoff. International vernetzte Fachkräfte und Forscher arbeiten derzeit eng zusammen, um einen Impfstoff zu entwickeln. Über die „Coalition for Epidemic Preparedness Innovations“, kurz CEPI, wird die Forschung zu einem Coronavirus-Impfstoff vorangetrieben. 

Coronavirus: Wie groß ist die Gefahr für eine massive Ausbreitung in Deutschland? 

Mit einzelnen Fällen in Deutschland ist zu rechnen gewesen. Die Gesundheitsbehörden sind durch eingeübte Verfahren darauf vorbereitet.

Mit dem Coronavirus erkrankte Personen kommen in Quarantäne. Personen aus dem Umfeld werden informiert und durch das Gesundheitsamt eng beobachtet. So kann eine Weiterverbreitung verhindert werden.

Das Verfahren hat sich während der SARS-Pandemie (2002/2003) – ebenfalls ein Coronavirus – bewährt. Damals wurden vier Personen positiv getestet. 

Coronavirus: Wie ist Deutschland vorbereitet und welche Vorkehrungen wurden getroffen?

In Deutschland gibt es ein breites Netzwerk von Spezialkliniken. Außerdem werden regelmäßige Notfallübungen an Flughäfen durchgeführt. Die Gesundheitsbehörden der Flughäfen von Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt, München und Berlin haben Informationsmaterial für Reisende aus China vorbereitet. 

Coronavirus: Was sind die Reiseempfehlungen für Reisen nach China?

Das Auswärtige Amt empfiehlt Dir derzeit, nicht notwendige Reisen nach Wuhan zu verschieben. (Dies bezieht sich lediglich auf die Region Wuhan, nicht ganz China). 

Zur Vermeidung einer Coronavirus-Infektion wird folgendes Verhalten in den Ausbruchsgebieten in China dringend empfohlen: regelmäßiges Händewaschen; Marktbesuche vermeiden, wenn dort Tiere gehandelt werden; Tierkontakt vermeiden; Kontakt mit Personen vermeiden, die an Atemwegserkrankungen leiden.

Coronavirus: Wann kam die erste Information über den Ausbruch? 

Am 31. Dezember 2019 ist das WHO-Landesbüro in China über eine Häufung von Patienten mit einer Lungenentzündung unbekannter Ursache informiert worden. 

Der Ausbruch der Krankheit ist im chinesischen Wuhan, einer Stadt mit 19 Millionen Einwohnern in der Provinz Hubei, erfolgt. 

Coronavirus: Wo liegt der Ursprung? 

Nach Angaben der chinesischen Behörden in Wuhan sind einige Patienten als Händler oder Verkäufer auf dem Huanan-Seafood-Markt in Wuhan tätig. Es ist der größte Seafood-Markt in Wuhan mit über 600 Ständen und 1.500 Arbeitern. Es wird berichtet, dass auch Wildtiere bzw. Organe von anderen Tieren und Reptilien auf dem Markt angeboten worden sind.

Während sich viele Sorgen um die Coronavirus-Infizierungen machen, steigt die Zahl der Grippefälle immer weiter an. In Rheinland-Pfalz gab es schon zwei Grippetote

esk 

Quelle: Mannheim24

Rubriklistenbild: © Screenshot Youtube ("Odysseus")

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