Länder verschärfen Maßnahmen

Kampf gegen Coronavirus: Das ist der Unterschied zwischen Ausgangssperre und Betretungsverbot!

In Teilen von Deutschland wurden wegen des Coronavirus ein Betretungsverbot für öffentliche Orte erlassen. Was der Unterschied zwischen diesem Verbot und einer Ausgangssperre ist:  

  • Das Coronavirus breitet sich weiter in Deutschland aus.
  • Die Bundesländer ergreifen immer härtere Maßnahmen, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen.
  • In einigen Landkreisen gibt es bereits ein Betretungsverbot für öffentliche Orte.
  • Am 22. März soll Entscheidung über Ausgangssperre gefällt werden.
  • Doch was ist der Unterschied zwischen einem Betretungsverbot und einer Ausgangssperre? Was ist erlaubt, was ist verboten?

Ab Samstag wird das öffentliche Leben wegen der Ausbreitung des Coronavirus in einigen Landkreisen weiter stark eingeschränkt. Freiburg machte den Anfang – weiter Städte, wie zum Beispiel Ludwigshafen, folgten diesem Beispiel und sprachen ein Betretungsverbot für öffentliche Orte ausgesprochen. Bei dieser Maßnahme handelt es sich allerdings nicht um eine Ausgangssperre, wie man sie zum Beispiel aus anderen europäischen Regionen und Ländern kennt. Doch was ist eigentlich der Unterschied? Und was ist erlaubt und verboten?

Coronavirus: Betretungsverbot ist nicht gleich Ausgangssperre!

In Freiburg will man bis zum 3. April mit dem Betretungsverbot für öffentliche Orte die Ausbreitung des Coronavirus eindämmen. Das Verbot gelte laut Stadt vor allem für Straßen, Gehwege, Plätze und öffentliche Grünflächen. Wer sich zwischen dem 21. März und dem 3. April im Freien aufhalten will, darf dies noch tun – allerdings nur alleine, zu zweit oder mit den Menschen, mit denen man in einem Haushalt lebt. Von allen anderen Personen muss man einen Mindestabstand von 1,50 Meter wahren. Auch Arztbesuche und Einkäufe und der Weg zur Arbeit sind weiter erlaubt.

Im Laufe des Freitags zogen immer mehr Städte nach – vor allem in Baden-Württemberg haben mittlerweile viele Gemeinden das Verbot beschlossen. Hier eine Liste der Städte, in denen ein Betretungsverbot bereits erlassen wurde

Coronavirus: Der Unterschied zwischen Ausgangssperre und Betretungsverbot

In vielen europäischen Ländern wie Frankreich oder Italien herrscht wegen des Coronavirus bereits eine Ausgangssperre. Eine Ausgangssperre kann man als strengere Version des Betretungsverbot verstehen. Man darf ebenso keine öffentlichen Plätze mehr betreten, hinzu kommt allerdings noch ein Ausgehverbot. Das bedeutet, dass das man das Haus nicht mehr verlassen darf. Die Menschen werden quasi unter Hausarrest gestellt.

Ausgangssperre wegen Coronavirus: Was ist erlaubt? Was ist verboten?

Auch das Ausgehverbot in Zeiten des Coronavirus beinhaltet natürlich bestimmte Ausnahmen: Bürger können ihr Zuhause für zwingend notwendige Erledigungen verlassen – etwa für einen Arztbesuch und für den wichtigsten Bedarf (Supermarkt, Post, Tankstelle, Bank). Einige bereits verhängte Ausgangssperren sehen allerdings vor, dass man ausschließlich Läden aufsucht, die nah am Wohnort sind. Auch zur Arbeit darf man noch fahren – sollte der Job nicht im Homeoffice möglich sein. In den meisten Fällen braucht man für den Weg zur Arbeit sogar eine Bescheinigung des Arbeitgebers. 

Wer frische Luft schnappen möchte, kann dies – im Gegensatz zum Betretungsverbot für öffentliche Plätze – bei einer Ausgangssperre nur noch im privaten Garten oder auf dem Balkon tun. Nur Hunde dürfen, in einem angemessenen Radius, noch Gassi geführt werden. Auch Pferdebesitzer dürfen weiter ihre Tiere im Stall versorgen. Dies alles gilt natürlich nur für Personen, bei denen kein Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus vorliegt. Wie es mit den Strafen bei Nichteinhaltung der Regeln während der Ausgangssperre aussieht, liest Du hier

Coronavirus: Wird es eine Ausgangssperre geben?

In vielen Bundesländern sollen Ausgangssperren durch ein Verschärfen der bisherigen Maßnahmen zunächst vermieden werden. Die baden-württembergische Landesregierung hat zum Beispiel beschlossen, ab Samstag alle Restaurants zu schließen und Versammlungen unter drei Personen zu verbieten. Auch in Rheinland-Pfalz und Hessen gibt es ab Samstag ähnliche Regeln. 

Dieses Wochenende dürfte entscheiden, ob die Bundesländer im Kampf gegen das Coronavirus noch einen Schritt weiter gehen müssen. Weil es viele Menschen gibt, die sich nicht an die Vorgaben halten, wird die Situation auf den öffentlichen Plätzen nun ganz besonders intensiv beobachtet. „Dieses Wochenende ist sehr entscheidend, wir werden es ganz genau beobachten“, erklärte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer am Freitag. Der Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann, hat außerdem angekündigt, dass die Bundesländer noch am Ende dieser Woche in einer Telefonkonferenz mit der Bundeskanzlerin weitere Maßnahmen beraten würde.  

kab

Quelle: Mannheim24

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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