Mehrere Infektionen bestätigt

Coronavirus in Baden-Württemberg: Droht bald eine Abriegelung?

Baden-Württemberg - Nachdem ein Patient in Göppingen positiv auf das Coronavirus getestet wurde, bestätigt die Uniklinik in Tübingen zwei weitere Infektionen! Droht bald eine Abriegelung der Städte?

  • Coronavirus aus China ist in Deutschland angekommen.
  • Vier Fälle der Krankheit in Baden-Württemberg bestätigt.
  • Ein Patient aus Göppingen, zwei weitere in Tübingen und einer in Rottweil. 
  • 25-jähriger Infizierter war vor Diagnose im Kino.
  • Droht eine Abrieglung in Baden-Württemberg?

Update vom 28. Februar, 14 Uhr: Auch in Heidelberg ist ein Mann mit dem Coronavirus infiziert. Der Erkrankte kommt aus dem Rhein-Neckar-Kreis und machte zuvor eine Ski-Reise in Südtirol. Er wird in am Uniklinikum Heidelberg isoliert behandelt. Seine Ehefrau befindet sich in häuslicher Isolation. Ebenfalls ist ein Mann aus dem Landkreis Ludwigsburg erkrankt. Das bestätigt das Ministerium für Sozials und Integration. Die Verunsicherung in der Bevölkerung ist seit einigen Tagen nicht mehr zu leugnen: Leere Regale in Supermärkten und Drogerien sind das Resultat von Hamsterkäufen. Viele haben Angst, bald in Isolation unter Quarantäne zu stehen, weshalb sie haltbare Lebensmittel und Hygieneartikel horten.

Coronavirus: Immer mehr Erkrankungen in Baden-Württemberg

Update 18:47 Uhr: In Mannheim wird der Hauptbahnhof gegen 17:40 Uhr teilweise abgesperrt. Ein Mann soll die Rettungskräfte alarmiert haben, weil er Grippesymptome aufgewiesen hat. Die aktuellen Entwicklungen liest Du in unserem Live-Ticker aus Mannheim.

Update von 16 Uhr: „Ich bitte Sie, möglichst rational mit dieser Krankheitsgefahr umzugehen“, appelliert Guido Till, Oberbürgermeister von Göppingen. Dort gibt es seit Dienstag (25. Februar) den ersten bestätigten Fall des Coronavirus in Baden-Württemberg. Erkrankt ist ein Mann aus der Nachbarstadt Eislingen, der nun in einer Klinik behandelt wird. Seine Kontaktpersonen befänden sich zudem in häuslicher Quarantäne oder in stationärer Behandlung. Unabhängig vom Coronavirus hat das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) eine Checkliste zusammengestellt, welche Vorräte man für eine Notfallversorgung im Haus haben sollte. 

Ich denke, wir haben unseren Fall eingrenzen können, müssen aber dennoch abwarten, wie sich die Entwicklung nach der Rückkehr unserer vielen Faschingsferien Urlauber darstellen wird“, sagt Till in einer Mitteilung auf der Internetseite von Göppingen. Wie der Oberbürgermeister weiter ausführt, würden im Notfall alle erdenklichen Maßnahmen ergriffen werden, um eine Epidemie einzugrenzen – dazu zähle auch das Schließen von Schulen, Kitas und öffentlichen Gebäuden! In dieser Situation befinde sich die Stadt Göppingen derzeit aber nicht, weshalb solche einschneidenden Maßnahmen nicht nötig seien. 

Coronavirus: Kein Impfstoff vor Ende des Jahres

Update vom 27. Februar, 14:17 Uhr: Droht Baden-Württemberg bald eine Abriegelung von Städten wie in Italien? Während einer Pressekonferenz spricht der Präsident des Robert-Koch-Instituts Prof. Dr. Lothar Wieler Klartext: „Wir haben keinen Anlass anzunehmen, dass Städte vom Zivilschutz eingegrenzt werden.“ Zwar wolle man – so gut es geht – die Ausbreitung des Coronavirus verzögern, doch eine solch drastische Maßnahme werde nicht ergriffen. 

In Deutschland hat es bislang 27 Coronavirus-Fälle gegeben, 12 der betroffenen Personen sind aber bereits wieder aus den Krankenhäusern entlassen worden und gesund. In Baden-Württemberg sind nach wie vor 4 Menschen in Behandlung. Wie viele Kontaktpersonen bereits in häuslicher Isolation leben, kann derzeit nicht gesagt werden. Aber es sind „sicher viele“, heißt es in der Pressekonferenz. Ein Impfstoff werde es laut Wieler übrigens in diesem Jahr nicht mehr geben.

In der Altstadt in Heidelberg fangen am 17. März mehrere Menschen an zu klatschen. Der Grund: Sie applaudieren den Helfern, die in der Coronazeit trotzdem Arbeiten und damit einen sehr wichtigen Beitrag für die Gesellschaft leisten.

Coronavirus: Vierter Fall in Baden-Württemberg

Update von 18:55 Uhr: Das Ministerium hat mittgeteilt, dass sich auch ein Mann aus dem Kreis Rottweil mit dem Coronavirus infiziert hat. Damit steigt die Zahl der bekannten Fälle in Baden-Württemberg auf vier. Der 32-Jährige sei am Sonntag aus dem Risikogebiet in Italien eingereist und habe keine Verbindung zu den bislang gemeldeten Patienten im Südwesten. Der Mann werde nun in einem Krankenhaus betreut und isoliert von anderen Patienten behandelt. Seine Ehefrau, die mit ihm gereist war, und sein Kind sind laut Ministerium negativ getestet worden. Sie blieben in „häuslicher Absonderung“, heißt es in der Mitteilung.

Coronavirus: Kontaktpersonen von „Patient 0“ aus Baden-Württemberg aufgelistet

Update von 18:20 Uhr: Wie Stefan Brockmann, Leiter des LGA-Kompetenzzentrums Gesundheitsschutz erklärte, habe der 25-jährige „Patient 0“ aus Baden-Württemberg nach seiner Coronavirus-Diagnose eine Liste mit Kontaktpersonen zusammengestellt. Bislang wurden laut Ministerium 13 Kontakte des erkrankten Mannes aus Göppingen bekannt und informiert – darunter auch die nun infizierte Frau aus Tübingen und die italienische Freundin des Paares. Problematisch könnte weiterhin der Kino-Besuch des Mannes am Samstagabend im bayerischen Neu-Ulm werden. Laut Landratsamt saßen insgesamt 138 Menschen in dem Kino-Saal. 

Coronavirus in Baden-Württemberg: Chefarzt von Tübinger Uniklinik infiziert

Update von 17 Uhr: Wie die BILD berichtet, handle es sich bei einem der Corona-Infizierten aus Baden-Württemberg um einen Oberarzt der Uniklinik in Tübingen. Er sei der Vater der Infizierten, die mit dem Göppinger Patienten zuvor nach Mailand gereist war. 

Der 60-Jährige soll seit dem Wochenende auch Kontakt zu anderen Medizinern gehabt haben – diese Kontakte seien vollständig erfasst, teilte das Klinikum am Mittwoch in Tübingen mit. Es seien ein Dutzend Oberärzte getestet und „aus der Krankenversorgung rausgenommen worden“. Sie seien unter Beobachtung.

Coronavirus in Baden-Württemberg: „Patient 0“ besuchte Kino-Vorstellung

Update von 16:50 Uhr: Bevor bei dem 25-jährigen Mann in Göppingen das Coronavirus nachgewiesen wurde, sei er nach Angaben des Landratsamts im Kino in Neu-Ulm gewesen und hätte sich mit insgesamt 138 weiteren Kino-Besuchern „Bad Boys for Life“ angeguckt. Nun warnt das Landratsamt Neu-Ulm die anderen Gäste des Kinos vor einer möglichen Ansteckung. Kino-Besucher, die in dieser Filmvorführung waren und in den nächsten TagenSymptome wie Fieber, Husten oder Schnupfen bekämen, sollten demnach sofort ihren Hausarzt und das Gesundheitsamt anrufen. 

Update von 16:45 Uhr: Laut Uniklinik Tübingen handle es sich bei den beiden neuen Corona-Patienten aus Baden-Württemberg um die Reisebegleiterin des schon früher erkrankten Göppingers und deren Vater. 

Uniklinik Tübingen meldet zwei weitere Corona-Fälle in Baden-Württemberg

Update von 16:40 Uhr: Kurz vor Bekanntwerden der beiden neuen Coronavirus-Fälle in Baden-Württemberg hatte der baden-württembergische Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) weitere Einzelheiten zum „Patienten Null“, einem 25-jährigen Mann aus Göppingen, bekanntgegeben. Nach Angaben Luchas hatte der junge Mann gemeinsam mit einer Freundin Mailand besucht. Zwei Tage nach den ersten Symptomen hatte meldete er sich beim Gesundheitsamt. Dem Patienten gehe es gut, sagte Stefan Brockmann, der Leiter des LGA-Kompetenzzentrums Gesundheitsschutz.

Coronavirus: Zwei weitere Infektionen in Baden-Württemberg bestätigt

Update vom 26. Februar 16 Uhr: In Baden-Württemberg gibt es zwei weitere Fälle des Coronavirus! Nach dem ersten fall in Göppingen wurden nun zwei Infektionen am Uniklinikum in Tübingen bestätigt. Das teilt das Krankenhaus am Mittwochnachmittag mit. Einzelheiten will die Klinik auf einer Pressekonferenz um 16:30 Uhr bekanntgeben.

Der erste Fall des Coronavirus in Baden-Württemberg war am Dienstagabend gemeldet worden. Der betroffene Patient ist ein 25-jähriger Mann aus Göppingen, der derzeit isoliert in einer Klinik behandelt wird. Er hat sich vermutlich während einer Italienreise mit dem Coronavirus angesteckt. 

Coronavirus: Zwei neue Infizierte – erster Patient in Baden-Württemberg

Update vom 25. Februar: Nach Informationen von „Focus Online“ gibt es zwei neue bestätigte Fälle des Coronavirus COVID-19. Bei einem soll es sich einmal um ein Ehepaar aus dem nordrhein-westfalischen Erkelenz handeln. Mindestens einer der beiden sei positiv auf das Virus getestet worden.

Der zweite Fall stammt sogar aus der Region. Wie das Gesundheitsamt Stuttgart am Dienstagabend (25. Februar) mitgeteilt, ist ein 25-Jähriger aus dem Landkreis Göppingen am Coronavirus erkrankt. Er soll sich vermutlich während einer Italienreise in Mailand angesteckt haben! Am Abend ist der Mann noch in ein Krankenhaus gebracht und dort isoliert worden. 

Der baden-württembergische Gesundheitsminister Manne Lucha werde am Mittwoch (26. Februar) seinen Urlaub abbrechen und sich gemeinsam mit Experten über den Fall informieren. „Baden-Württemberg hat sich schon früh auf diesen Fall eingestellt. Alle Beteiligten Stellen arbeiten eng und intensiv zusammen“, erklärt der Minister. Nun werde ermittelt, mit wem der Infizierte nach seiner Rückkehr Kontakt gehabt hat. 

Coronavirus in der Region: Engpässe bei Mundschutz 

Update vom 31. Januar: Die Angst vor dem Coronavirus breitet sich wohl aktuell schneller aus, als die Krankheit selbst. In vielen Apotheken sind Atemschutzmasken ausverkauft. „In den letzten Tagen haben sich viele Kunden nach einem Mundschutz erkundigt“, berichtet die Mitarbeiterin der Aeskulap-Apotheke in Mannheim dem „morgenweb“. Es gebe sogar Lieferengpässe. Doch das ist nicht die einzige Apotheke, die aufgrund des Coronavirus an Mundschutz-Engpässen leidet. Das Problem kursiert bundesweit. 

Davon betroffen sind übrigens auch Drogieriemärkte in der Region. So sieht man online, dass es weder in den Märkten in Heidelberg, Mannheim noch in Ludwigshafen Atemschutz zu kaufen gibt – weder online noch in den Filialen selbst. Es finden sich vereinzelt einige, die noch ein bis zwei Packungen vorrätig haben. Auch Baumärkte melden einen regelrechten Ansturm auf Mundschutz

Doch es soll zumindest in einigen Apotheken bald Nachschub geben: Es gebe noch Lieferanten, die Atemschutzmasken auf Vorrat haben und diesen auch an die Apotheken in der Rhein-Neckar-Region ab Montag ausliefern werden.

Die Lage spitzt sich zu. Nachdem am Samstagabend über 100 Menschen aus Wuhan nach Deutschland gebracht wurden, gibt es die ersten Corona-Infizierten in Germersheim. Um einem Lagerkoller unter den Betroffenen entgegenzuwirken, sind in der Germersheimer Kaserne Psychotherapeuten im Einsatz.

Kein Coronavirus in Heidelberg – Uniklinik-Sprecherin mit Appell an Bevölkerung 

Update vom 29. Januar: Aufatmen in der Metropolregion Rhein-Neckar: Bisher ist das Coronavirus noch nicht nachgewiesen worden. Neben der Uniklinik Heidelberg wurden auch im Stuttgarter Robert-Bosch-Krankenhaus Menschen auf den Virus getestet. Keiner der Verdachtsfälle hat sich bestätigt. Bei den Getesteten in Heidelberg handelte es sich um Menschen die aus der betroffenen Region in China nach Deutschland zurückgekehrt sind. Die Anzahl der auf das Coronavirus getesteten Personen lag in Heidelberg bei unter zehn. In Stuttgart wurde eine Frau und ihre Tochter auf das Virus getestet, die aus der besonders betroffenen Region um Wuhan gekommen ist. Auch dieser Verdacht hat sich nicht bestätigt. 

UnglaublichDie TV-Serien „Simpsons“ hat es wohl schon wieder getan! In einer Folge aus den 90er Jahren sagten die Macher das Coronavirus voraus – zumindest ist sich darüber das Netz sicher.

Heidelberg: Coronavirus-Verdacht bestätigt sich nicht: Uniklinik-Sprecherin mit Appell an Bevölkerung 

Eine Sprecherin der Uniklinik Heidelberg appelliert an die Bevölkerung: „Wir wünschen uns Besonnenheit. Das neue Virus verunsichert, ist aber eines von vielen Viren, die im Umlauf sind.“ Die Proben, die aus dem Auswurf der Menschen genommen werden, könnten gegen Ende der Woche auchim klinikeigenen Labor untersucht und müssten nicht mehr an die Charité in Berlin geschickt werden.   

Auch das baden-württembergische Gesundheitsamt sieht sich gut gerüstet: Die Laborkapazitäten werden soweit ausgebaut, dass die Proben schon am Mittwoch im eigenen Labor getestet werden können.

In China breitet sich der Coronavirus immer weiter aus. Daher will die Bundesregierung 90 Deutsche aus dem Corona-Krisenherd Wuhan einfliegen. Das Flugzeug der Bundeswehr soll voraussichtlich am 1. Februar am Frankfurter Flughafen landen. Von dort werden die 90 China-Rückkehrer im Luftwaffenstützpunkt in Germersheim gebracht und zwei Wochen lang unter Quarantäne gesetzt.

Während die Angst vor dem Coronavirus sich immer weiter ausbreitet, gibt es eigentlich eine ganz andere beunruhigende Statistik: Die Zahl der Grippefälle steigt deutlich an! In Rheinland-Pfalz gab es schon zwei Grippetote

Mannheim: Bosch streicht wegen Coronavirus Dienstreisen nach China  

Der Mannheimer Industriedienstleister Bilfinger unterhält einen kleinen Stützpunkt in China, der rund 500 Kilometer von Wuhan in Zentralchina entfernt liegt. „Wir beobachten die Situation sehr genau“, sagt eine Sprecherin. Der Künzelsauer Ventilatoren-Hersteller Ziehl-Abegg hat alle Dienstreisen von und nach China gestrichen. Zudem haben Ziehl-Abegg Deutschland und Ziehl-Abegg Japan nach einer Mitteilung mehrere Tausend Mundschutzmasken ins Werk nach China geschickt, weil regional Mundschutzmasken bereits knapp werden. 

Die chinesische Tochter habe den Auftrag erhalten, innerhalb weniger Tage mehr als 70 Ventilatoren für das neue Krankenhaus in Wuhan zu liefern - das Krankenhaus soll binnen sechs Tagen gebaut werden. Auch der Autozulieferer Bosch will laut „Heilbronner Stimme“ und „Mannheimer Morgen“, seine Dienstreisen nach China weitgehend einstellen. Die Zahl der Coronavirus-Fälle in Deutschland ist mittlerweile auf vier angestiegen

Heidelberg: Erste Verdachtsfälle von Coronavirus – die Testergebnisse sind da

Update, 28. Januar 15:30 Uhr: Während einer Pressekonferenz in der Heidelberger Uniklinik teilt ein Sprecher mit, dass die Testergebnisse der Coronavirus-Verdachtsfälle vorlägen. Keiner der Patienten hätte sich mit dem Coronavirus angesteckt. „Wir hatten diese und letzte Woche eine Reihe von Personen, die sich wegen Atemwegsinfektionen vorgestellt haben“, so der Sprecher. Einer kam direkt aus Wuhan, andere aus den Regionen Chinas, in denen es Fälle gab. Jedoch würden sich immer wieder neue Personen wegen Atemwegsinfektionen im Klinikum vorstellen. „Wir sind in einem Prozess“, so der Sprecher. 

Er würde die vorgestellten Patienten auch nicht als „Verdachtsfälle“ bezeichnen: „Verdachtsfälle impliziert, dass wir erwarten, dass etwas existiert“, so der Klinik-Sprecher. 

Als das Coronavirus in China ausbrach, absolvierte der Heidelberger Student Michel Leisner ausgerechnet in Wuhan ein Praktikum. So entkam er aus der Sperrzone.

Heidelberg: Pressekonferenz zu Coronavirus-Verdachtsfällen in der Uniklinik 

Der Uniklinik-Sprecher warnt zudem zudem vor Panikmache: Wenn jemand keinen Kontakt mit einem Infizierten gehabt hätte oder eine Reise in die Region gemacht hat, gäbe es keinen Grund zur Sorge. 

Der Test auf Coronaviren läuft folgendermaßen ab: Als Grundlage werde ausgehustetes Material genommen. Bis das Testergebnis da wäre, sollten die Patienten nicht zur Arbeit gehen, insbesondere wenn man in Bereichen wie dem Krankenhaus arbeiten würde. Die Patienten müssten jedoch nicht stationär aufgenommen werden. Das ausgehustete Material würde dann nach Berlin ins Robert-Koch-Institut geschickt wo es auf Coronaviren getestet werden würde. 

Heidelberg/Mannheim: Coronavirus: Uniklinik prüft erste Verdachtsfälle

Update 13 Uhr: Erste Verdachtsfälle des Coronavirus werden aktuell in der Uniklinik Heidelberg untersucht. Die betroffenen Menschen waren entweder in China oder hatten Kontakt mit einem Infizierten. Die Testergebnisse der Abstriche werden am Dienstagnachmittag erwartet. Wie der SWR berichtet, war ein Austauschstudent der Uni Heidelberg in Wuhan in China unterwegs, sei aber schon innerhalb Chinas weitergereist. Das Touristenbüro hat trotzdem bereits Vorsichtsmaßnahmen getroffen: Zwei Führungen in der Altstadt und der Universität seien bereits abgesagt

Zwar würden wegen des Ausbruchs des Coronaviris in Wohan weniger chinesische Touristen nach Heidelberg kommen, der Deutsche Hotel-und Gaststättenverband konnte bisher jedoch noch keinen signifikanten Rückgang an Hotelbuchungen verzeichnen.   

Coronavirus in der Region: Erste Verdachtsfälle in Uniklinik Heidelberg

Das neue Coronavirus (2019-nCoV) treibt seit Anfang des Jahres sein Unwesen in China. Vor allem in der chinesischen Metropole Wuhan gibt es zahlreiche Kranke – und es werden täglich mehr. Nach aktuellen Informationen von „Focus Online“ sind inzwischen über 100 Menschen an dem Virus gestorben und mehr als 4.000 Personen infiziert! Der Coronavirus macht aber nicht an der chinesischen Grenze halt, sondern ist auch in anderen Ländern wie den USA, Australien und Frankreich ausgebrochen. Wie am Montagabend (27. Januar) bekannt wird, gibt es nun auch den ersten Fall in Deutschland!

Heidelberg/Mannheim: Coronavirus in der Region? Erste Verdachtsfälle an den Unikliniken

Das Gesundheitsministerium in München teilt mit, dass ein Mann aus dem Landkreis Starnberg in Bayern mit dem Coronavirus infiziert ist. Jetzt, wo der Erreger auch in Deutschland angekommen ist, stellt sich die Frage, wie die Krankenhäuser der Region auf die Gefahr vorbereitet sind. Auf Anfrage erklärt ein Sprecher des Universitätsklinikums Mannheim, dass es derzeit noch keine Verdachtsfälle gebe. Auch einen erhöhten Patientenandrang gebe es nicht. 

Anders sieht es am Uniklinikum Heidelberg aus. Dort hätten sich laut einer Sprecherin in den letzten Tagen mehrere Personen vorgestellt. Diese seien zuvor in den betroffenen Regionen in China gewesen und würden Infektionen der Atemwege aufweisen. „Zum aktuellen Zeitpunkt konnte in keinem Fall das neue Coronavirus (Testung an der Charité) nachgewiesen werden“, erklärt Claudia von See, Sprecherin der Uniklinik Heidelberg.

Heidelberg/Mannheim: Wie sind Unikliniken auf Coronavirus vorbereitet?

Das Universitätsklinikum ist auf mögliche Fälle von am Coronavirus erkrankten Patienten gut vorbereitet. Das Personal wurde entsprechend informiert und ein Merkblatt vonseiten der Krankenhaushygiene erstellt und im Intranet zur Verfügung gestellt“, sagt Claudia von See. 

Auch regionale Firmen wie die BASF, ABB oder SAP reagieren auf den Coronavirus und haben Richtlinien für ihre Mitarbeiter in China herausgegeben. Damit sollen die Angestellten vor einer Ansteckung geschützt werden.

Mannheim/Heidelberg: Uniklinik hat eigene Task Force für neue Erkrankungen

Das entwickelte Testverfahren sei an der Berliner Charité entwickelt worden und werde in der virologischen Diagnostik am Uniklinikum Heidelberg etabliert. Zudem habe das Krankenhaus schon seit längerem eine Task Force, die bei allen neu auftretenden und sich schnell verbreitenden Krankheiten die Maßnahmen koordiniere. 

Mannheim/Heidelberg: Gesundheitsamt trifft wegen Coronavirus Maßnahmen

Auch das Gesundheitsamt des Rhein-Neckar-Kreises bereitet sich auf eine eventuelle Ausbreitung des Coronavirus in der Region vor – auch wenn nach Einschätzung des Robert-Koch-Instituts das Risiko einer großen Ausbreitung in Deutschland eher gering sei. 

Auf Anfrage erklärt Dr. Andreas Welker vom Gesundheitsamt RNK, dass bereits Kontakt mit der Sektion Tropenmedizin des Universitätsklinikums Heidelberg aufgenommen worden sei, um das gemeinsame Vorgehen bei Verdachtsfällen zu besprechen. Allgemeine Vorkehrungen, die aber nicht wegen der aktuellen Lage beschlossen worden seien, sind die Beschaffung von Infektionsschutzsets und speziellen Schutzanzügen. Im Fall einer Infektion in der Region würde sich das Gesundheitsamt zudem an die Empfehlungen des RKI halten. 

Auch wenn die Reaktion der chinesischen Regierung drastisch erscheint, mahnt die Bundesregierung hierzulande vor Panikmache und beteuert immer wieder, dass sie auf eine Corona-Epidemie vorbereitet sei. Trotzdem kursieren viele Verschwörungstheorien im Internet, die Angst vor einer tödlichen Corona-Welle schüren. Selbst Mannheim bleibt vor der Gerüchteküche nicht verschont, denn es kursieren Fake News in den sozialen Medien, die behaupten, ein Corona-Patient würde in einem Mannheimer Krankenhaus behandelt werden. 

dh/kp/dpa

Quelle: Mannheim24

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

Kommentare