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Corona Rheinland-Pfalz: AstraZeneca nur noch für Menschen ab 60 – wichtige Frage bleibt offen

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Von: Josefine Lenz

Mainz - Auf Empfehlung der Stiko ändert Rheinland-Pfalz die Verwendung des Impfstoffs von AstraZeneca – jetzt werden nur noch Menschen ab 60 Jahren mit dem Präparat geimpft.

Update vom 31. März, 18 Uhr: Es wurde bereits vorab angekündigt, jetzt ist es offiziell: In Rheinland-Pfalz werden - gemäß der Empfehlung der Ständigen Impfkommission vom 30. März - ab sofort nur noch Menschen ab 60 Jahren mit dem Impfstoff von AstraZeneca geimpft. Impfwillige zwischen 60 und 69 Jahren können sich ab dem kommenden Mittwoch (7. April) bei den Impfzentren registrieren lassen, wie die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler in Mainz mitteilte.

Für jene Altersklasse stehe nun mehr Impfstoff zur Verfügung, an der Impfreihenfolge werde sich laut Bätzing-Lichtenthäler in Rheinland-Pfalz aber nichts ändern. Aufgrund der jüngsten Entscheidung werden die Impfkampagne erneut zurückgeworfen – fast 60.000 Termine müssten neu organisiert werden. Rund 20.000 davon würden in den Impfzentren storniert und bis Ende April neu vergeben, hieß es weiter. Wie die Gesundheitsministerin versichert, müssen Betroffene nichts tun – sie bekommen automatisch einen neuen Termin mit einem anderen Impfstoff.

Unterdessen bleibt jedoch die wichtige Frage nach ausstehenden Zweitimpfungen offen. Auch die dafür ab Mitte April vergebenen Termine mit AstraZeneca wurden abgesagt, könnten nun um zwei Wochen auf Anfang Mai verschoben werden, weil bis zu zwölf Wochen zwischen Erst- und Zweitimpfung möglich sind. Ministerin Bätzing-Lichtenthäler appellierte an die Stiko, so schnell wie möglich zu entscheiden, wie die Impfungen für diese Menschen weiter gehen sollten. Die Stiko habe eine Entscheidung für Ende April dazu angekündigt.

Die SPD-Politikerin warb abermals für Astrazeneca – auch wenn die Entscheidungen verwirrend wirken könnten. Diese zeigten aber, „wie exakt Impfstoffe und ihre Wirkung kontrolliert werden“. Allerdings: „Das bremst uns mehr aus als beim letzten Mal“, sagte die Ministerin. „Wir sind noch mit den Nachwirkungen des letzten Stopps von vor zwei Wochen beschäftigt.“

Corona: Rheinland-Pfalz kündigt veränderte Impfkampagne an

Update vom 31. März: Nach den Beschlüssen der Gesundheitsminister vom Dienstag (30. März) kündigt auch Rheinland-Pfalz an, der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) zu folgen. Nach mehreren Fällen von Hirnvenenthrombosen im zeitlichen Zusammenhang mit einer AstraZeneca-Impfung hatte die Stiko dazu geraten, den Vektor-Impfstoff nur noch bei Menschen ab 60 Jahren einzusetzen. Jüngere können sich nach Absprache mit dem Arzt und auf eigenes Risiko weiterhin mit AstraZeneca impfen lassen. Die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) will noch am Mittwoch (31. März) Details zum Vorgehen nennen. Vor der Sondersitzung der Gesundheitsministerkonferenz hatte Rheinland-Pfalz geplant, weiter Menschen unter 60 mit AstraZeneca zu impfen.

Corona-Hotspot in Rheinland-Pfalz: Diese Stadt hat die höchste Inzidenz

Erstmeldung vom 30. März: Seit einigen Tagen steigt die 7-Tage-Inzidenz, also der Wert der Neuinfektionen von 100.000 Einwohnern innerhalb der letzten sieben Tage, weiter an. In Rheinland-Pfalz liegt sie leicht über 110, trotzdem gibt es einige wenige Lockerungen im Land. Allerdings ist diese abhängig von der Inzidenz des jeweiligen Land- und Stadtkreises. So darf die Außengastronomie wieder öffnen, sobald der Wert unter 100 liegt. Es gibt jedoch Ortschaften, die von dieser Zahl noch weit entfernt sind – wie unter anderem Neuwied und Worms.

StadtWorms
Einwohner83.330
OberbürgermeisterAdolf Kessel

Worms mit höhster Inzidenz im Land – Seit Pandemie-Ausbruch über 2.500 Infizierte

Worms ist aktuell (Dienstag: 30. März) trauriger Inzidenz-Rekordhalter von Rheinland-Pfalz. Wie das Sozialministerium des Landes am Dienstag mitteilt, erreicht die Nibelungenstadt einen Wert von 223,8. Seit Ausbruch der Pandemie haben sich insgesamt 2.946
Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 2.550 davon sind bereits wieder genesen. Allein in den letzten 24 Stunden sind 23 Personen an dem Virus erkrankt. Laut dem Ministerium gibt es noch 315 aktive Fälle, von denen sich 173 im Krankenhaus befinden. Gestorben sind seit Pandemie-Beginn 81 Personen. Laut der Wormser Zeitung sind bereits am Vortag Corona-Fälle in der Kerschensteiner-Grundschule, Neusatzschule und Kita Ludwigsstraße gemeldet worden. Bei den meisten Neuinfektionen ist allerdings unklar, wie sich die Personen infiziert haben.

Worms: Trotz hoher Inzidenz ergreift der Oberbürgermeister keine weiteren Maßnahmen

Trotz der hohen Inzidenz will Oberbürgermeister Adolf Keissel (CDU) keine weiteren Einschränkungen vornehmen. „Es bleibt so, wie es ist“, sagt er gegenüber der Wormser Zeitung. Man habe keine neue Allgemeinverfügung für eine Inzidenz über 200 vorbereitet. Die letzte Verordnung ist erst am Freitag in Kraft getreten, die einige Verschärfungen mit sich bringt und als „Notbremse“ bezeichnet wird. So gilt beispielsweise eine nächtliche Ausgangssperre von 21:30 Uhr bis 5 Uhr. Außerdem gibt es keine Begrenzung der Kunden mehr, dafür dürfen nur noch Personen aus einem Haushalt zeitgleich Einkaufen und sich im Geschäft aufhalten.

Neben Worms haben noch drei weitere Städte und Landkreise eine Inzidenz von über 200. Laut Sozialministerium Rheinland-Pfalz erreicht Neuwied eine Inzidenz von 212,8, danach folgt Speyer 209,6 mit und Altenkirchen (206,5). Die niedrigste 7-Tage-Inzidenz hat Bernkastel-Wittlich mit 25,8. (jol)

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