RKI untersucht 2.000 Bewohner

Baden-Württemberg: Konzert wird zur Corona-Falle – über 80 Infizierte in Kupferzell

Kupferzell - Bei einem Konzert infizieren sich 82 Menschen mit Corona. Nun will das Robert-Koch-Institut 2.000 Menschen in dem baden-württembergischen Ort testen: 

  • Kampf gegen das Coronavirus: RKI startet Corona-Studie in Kupferzell in Baden-Württemberg.
  • Der kleine Ort gilt als Corona-Hotspot – bei einem Konzert infizierten sich 82 Menschen und steckten weitere an.
  • Jetzt sollen 2.000 Bewohner von Kupferzell untersucht und einem Test unterzogen werden.
  • Wissenschaftler sehen ihre Untersuchungen als Ergänzung zur Heinsberg-Studie

Auf der Suche nach Antworten im Kampf gegen das Coronavirus blicken Medizin und Wissenschaft in den kommenden Wochen gespannt auf einen kleinen Ort in Baden-Württemberg: In Kupferzell, einem der sogenannten Corona-Hotspots, sollen rund 2.000 der knapp 6.000 Einwohner befragt und getestet werden. Der Ort ist einer von vier Schwerpunkten der Studie „Corona Monitoring lokal“ des Robert-Koch-Instituts (RKI), die am Dienstag vorgestellt wurde. Die Wissenschaftler sehen ihre Forschung in Kupferzell und weiteren Corona-Hotspots als Ergänzung zur sogenannten Heinsberg-Studie – nicht als Konkurrenz.

Kupferzell: Kleiner Ort in Baden-Württemberg ist „Corona“-Hotspot – RKI startet Studie

Kupferzell in Baden-Württemberg eignet sich laut RKI gut für eine Studie, denn die Gemeinde liegt recht isoliert im ländlichen Raum. Bei einem Kirchenkonzert am 1. März steckten sich dort 82 Menschen mit dem Coronavirus an – unter den Besuchern des Konzert befand sich offenbar ein Urlaubsrückkehrer aus Ischgl. In den folgenden Wochen wurden 112 Bewohner von Kupferzell positiv getestet, drei von ihnen starben. 

Gemeinde

Kupferzell

Bundesland

Baden-Württemberg

Bevölkerung

5.850

Bürgermeister

Christoph Spieles

In den nächsten Wochen wollen die Forscher des Robert-Koch-Instituts herausfinden, wie viele Menschen bereits Antikörper gegen das Virus gebildet haben. Außerdem erhoffen sie sich Erkenntnisse über die Dunkelziffer an Infektionen und über den Anteil der Covid-19-Erkrankungen ohne Symptome. Sie wollen zudem erfahren, welche Menschen häufiger betroffen sind und wie oft eine Corona-Erkrankung so schwer verläuft, dass Betroffene ins Krankenhaus müssen. Die Studie in Kupferzell ist Teil von vier großen Testreihen des RKI, bei denen insgesamt 8.000 Menschen aus vom Virus besonders betroffenen Gemeinden mitmachen sollen. 

Kupferzell: RKI startet Corona-Studie – Ergänzung zu Heinsberg-Studie

Eine ähnliche Studie wie die in Kupferzell hat es bereits im stark vom Coronavirus betroffenen Gangelt im nordrhein-westfälischen Kreis Heinsberg gegeben. Die Ergebnisse der Heinsberg-Studie seien wichtig, bezögen sich aber nur auf die Gemeinde Gangelt, sagt Thomas Lampert, der Leiter der Abteilung für Epidomologie und Gesundheitsmonitoring am RKI. 

Claudia Santos-Hövener vom RKI sagte: „Wir können nicht ausschließen, dass in Gangelt etwas vorlag, das nicht übertragbar ist. Und je mehr Gemeinden wir einschließen, desto besser können wir das beurteilen.“ Es könne etwa berücksichtigt werden, welche Maßnahmen das jeweilige Land oder die jeweilige Gemeinde zur Eindämmung des Coronavirus getroffen hat. So sollen auch in Kupferzell Faktoren ermittelt werden, die eine Ausbreitung des Coronavirus vorantreiben oder hemmen. 

Kupferzell – Corona-Hotspot in Baden-Württemberg wird Teil einer RKI-Studie

Aussagen erhoffen sich die Forscher außerdem über die Dunkelziffer, also über die Zahl der Infizierten, die nicht erkannt wurden. Die Studie in Gangelt habe auf eine große Dunkelziffer hingewiesen, sagte Lampert vom RKI. Man wolle feststellen, ob die Ziffer in den vier Gemeinden ähnlich hoch ist. 

Nach Kupferzell: Weitere Corona-Studien in Baden-Württemberg geplant

Laut dem Kupferzeller Bürgermeister Christoph Spieles kommt der großflächige Test in der Gemeinde bei den Bürgern gut an. Viele seien unsicher, ob sie erkrankt waren oder nicht. Es werde mit Sicherheit den ein oder anderen geben, dem der Test die Augen öffne, sagte er. Den Bewohnern von Kupferzell werden ihre Ergebnisse in den Wochen nach ihrem Test mitgeteilt. Bis zum 6. Juni sollen die Tests abgeschlossen sein. Die gesammelten Ergebnisse der Studie sollen laut RKI im Juli präsentiert werden. Nach den Tests in Kupferzell zieht das RKI-Team weiter nach Bad Feilnbach in Bayern. Dort, sowie später in zwei weiteren stark betroffenen Gemeinden, die noch nicht feststehen, werden jeweils weitere 2.000 Menschen getestet und befragt. Sie werden, proportional zur Bevölkerung und zur Altersstruktur, zufällig ermittelt. 

Zusammen mit der Heinsberg-Studie sowie weiteren geplanten Studien anderer Forscher will sich das RKI ein breites Bild über die Krankheit und deren Verbreitung verschaffen. Laut Landesgesundheitsamt sind etwa in Reutlingen und Freiburg ähnliche Studien in Zusammenarbeit mit dem Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung geplant. 

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Wenn es nach der AfD ginge, würden ihre Anhänger, darunter wahrscheinlich zahlreiche Rechte und Verschwörungstheoretiker, am Sonntag (24. Mai) im Stuttgarter Stadtzentrum gegen die Corona-Verordnung demonstrieren. Doch die Stadt Stuttgart macht der Partei einen Strich durch die Rechnung und untersagt den Aufmarsch, bei dem auch die Co-Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion Alice Weidel zugegen sein sollte.

dpa/kab

Quelle: Mannheim24

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