Weltweite Tests

Wundermittel Corona-Impfstoff? Experten räumen mit diesen Irrtümern auf

Corona-Impfstoff: Die Erwartungen an einen Impfstoff sind hoch - und nicht immer richtig. Wir klären die wichtigsten Fragen:

  • Coronavirus: Weltweit beschäftigen sich etwa 160 Projekte mit der Suche nach einem Corona-Impfstoff
  • Eine Corona-Impfung schützt nicht automatisch vor einer Ansteckung.
  • Mehrere Corona-Impfstoffe werden aktuell getestet.

Endlich wieder ohne Mundschutz im Zug und Flugzeug sitzen, endlich wieder volle Konzertsäle, endlich wieder Reisen ohne Einschränkung. Abstandsregeln adé! Doch viele Annahmen zum Thema Corona-Impfstoff sind falsch. Ein Allheilmittel gibt es nicht.

Wir blicken zurück: Anfang des Jahres hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die rasante Ausbreitung des neuartigen Coronavirus aus China zum internationalen Gesundheitsnotstand erklärt. Seitdem sind weltweit Millionen von Menschen infiziert worden. Über eine halbe Million der Infizierten ist gestorben. Die Welt sucht nach einem Impfstoff gegen das tödliche Coronavirus.

Weltweit beschäftigen sich etwa 160 Projekte mit der Suche nach einem Corona-Impfstoff

Doch viele Experten sind sich einig: Ein Impfstoff schützt nicht generell vor einer Ansteckung. „Einen Impfstoff zu haben, bedeutet nicht automatisch, dass er jede Infektion verhindert“, sagt Friedemann Weber der Zeit Online. Er ist außerdem skeptisch, ob eine Impfung reicht: „Um geschützt zu sein, wird man möglicherweise mehrfach impfen müssen.“ Weber ist Arbeitsgruppenleiter am Institut für Virologie der Universität Gießen. Ein Corona-Impfstoff könnte aber helfen, dass die Symptome abgeschwächt werden.

Corona-Impfstoff: Wann wird es eine Impfung geben?

Der Verband Forschender Arzneimittelhersteller (vfa) teilt mit, dass sich weltweit etwa 160 Projekte mit der Entwicklung eines Corona-Impfstoffs beschäftigen. Doch noch ist kein Impfstoff in Sicht. „Natürlich sind einige vielversprechende Entwicklungen dabei, die sich bereits in fortgeschrittenen Studienabschnitten befinden. Wann jedoch tatsächlich ein Impfstoff in Deutschland ausgeliefert wird und von welchem Unternehmen er dann stammt, ist noch nicht absehbar“, sagt Impfexpertin Dr. Hedwig Roggendorf in einem Interview in der Apotheken Umschau.

Experten gehen davon aus, dass es letztendlich sogar mehrere Corona-Impfstoffe geben wird. Die Forscher haben unterschiedliche Ansätze und Methoden und es ist wahrscheinlich, dass nicht nur ein Projekt Erfolg haben wird. Und was, wenn ein Corona-Impfstoff da ist?

Corona-Impfstoff: Wird jeder ihn bekommen?

Klar ist: Ein Impfstoff wird nicht von Anfang an für alle Menschen zur Verfügung stehen. Welche Bevölkerungs- oder Berufsgruppen den Impfstoff in Deutschland zuerst bekommen sollen, ist noch nicht klar. Mit dieser Frage beschäftigt sich aktuell die Ständige Impfkommission (Stiko) am Robert-Koch-Institut.

Noch kann nicht gesagt werden, ob ein Corona-Impfstoff Risiken mit sich bringen wird. Die Entwicklung muss deutlich schneller gehen als bei anderen Impfstoffen. Normalerweise kann es Jahre dauern bis ein Impfstoff zugelassen wird. So viel Zeit gibt es im Fall des Coronavirus nicht. Deshalb haben sowohl die Weltgesundheitsorganisation (WHO) als auch die Europäische Arzneimittelagentur angekündigt, den Zulassungsprozess in einzelnen Punkten zu vereinfachen. Das berichtet Zeit Online. Dies soll jedoch nicht auf Kosten der Sicherheit des Impfstoffs gehen.

Corona-Impfstoff: Firmen aus der Region testen Freiwillige

Auch Firmen aus der Region forschen nach einem Impfstoff. So etwa das Tübinger Biotech-Unternehmen CureVac. Unternehmer Dr. Friedrich von Bohlen und Halbach blickt zuversichtlich in die Zukunft und sagt zur Verfügbarkeit des Stoffes: „Da kann ich Ihnen heute sagen, dass wir Ende des Jahres mehrere hundert Millionen Dosen haben werden“. Auch erste Tests des Corona-Impfstoffs an Freiwilligen sind bereits zugelassen worden.

Die Mainzer Firma Biontech hat gemeinsam mit dem US-Konzern Pfizer Tests in den USA vorgestellt. Die Ergebnisse bewertet das Unternehmen als „ermutigend“. Das berichtet der SWR. Probanden haben wirksame Antikörper entwickelt. Ob diese Antikörper tatsächlich vor einer Infektion mit dem Coronavirus schützen, sollen nun Tests mit bis zu 30.000 Probanden zeigen.

Eine Studie aus Frankfurt hat übrigens herausgefunden, dass viele Corona-Genesene Herzschäden erleiden. Auch Infizierte, die nur einen leichten Krankheitsverlauf durchmachen mussten, haben mit Herzproblemen zu kämpfen. Welche Langzeitauswirkungen das hat, ist noch unklar. Weitere Studien sollen folgen.(akm)

Rubriklistenbild: © Marijan Murat

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