Kampf gegen Pandemie

Corona-Impfstoff schon Ende des Jahres? Mainzer Firma Biontech nimmt nächste Hürde

Mainz - Die Unternehmen Biontech und Pfizer nehmen mit ihrem Corona-Impfstoff-Kandidaten eine weitere Hürde. So geht es jetzt weiter:

  • Corona*-Impfstoff: Biontech aus Mainz schließt Liefervereinbarung mit London ab.
  • Zulassung für Corona-Impfstoff aus Rheinland-Pfalz* womöglich schon im Herbst.
  • Biontech darf weitere Tests an Probanden durchführen.

Update vom 28. Juli: Das Mainzer Biopharma-Unternehmen Biontech und sein Partner Pfizer haben die Erlaubnis der US-Behörden zum Start der Phase-2/3-Studie ihres Corona-Impfstoff-Kandidaten erhalten. Die Tests an bis zu 30.000 Probanden im Alter zwischen 18 und 85 Jahren werden demnach in 120 Studienzentren weltweit durchgeführt, unter anderem in Deutschland, wie Biontech am Dienstag in Mainz mitteilt.

Das bereits Mitte Juli bekannt gegebene Ziel, das Zulassungsverfahren im Oktober dieses Jahres einzuleiten, wurde zudem bekräftigt. Zugleich hat sich Biontech mit einer Kapitalerhöhung gut eine halbe Milliarde US-Dollar an der Börse verschafft.

Corona-Impfstoff: Bis Ende des Jahres schon 100 Millionen Impfstoffdosen?

Nach den Plänen von Biontech sollen im Erfolgsfall bis Ende des Jahres zunächst 100 Millionen Impfstoffdosen weltweit geliefert werden. Bis Ende 2021 streben Biontech und der US-Pharmakonzern Pfizer an, mehr als 1,3 Milliarden weitere Dosen bereitzustellen. Die beiden Forschungspartner hatten den USA kürzlich in einem ersten Schritt bei Vorliegen einer entsprechenden Notfallgenehmigung zunächst 100 Millionen Impfstoffdosen und weitere bis zu 500 Millionen Dosen als optionale Nachorderung zugesagt. Auch mit Großbritannien gibt es eine erste Liefervereinbarung.

Corona-Impfstoff: Mainzer Firma Biontech schließt Mega-Deal – erste Ergebnisse sind da

Erstmeldung vom 20. Juli: Die britische Regierung hat sich Zugang zu Millionen potenziellen Impfstoff-Dosen im Kampf gegen das Coronavirus gesichert. So schlossen das Mainzer Unternehmen Biontech und der US-Konzern Pfizer mit Großbritannien eine erste Liefervereinbarung zu einem in der Entwicklung befindlichen Vakzin. Vorbehaltlich einer behördlichen Genehmigung oder Zulassung sollen, voraussichtlich noch 2020 und 2021, 30 Millionen Dosen des Impfstoffkandidaten „BNT 162“ geliefert werden, wie die Unternehmen am Montag berichteten. Wie LUDWIGSHAFEN24* berichtet, sind die finanziellen Details noch nicht bekannt.

Corona-Impfstoff: Biontech aus Mainz schließt Liefervereinbarung mit London

„Wir befinden uns in fortgeschrittenen Gesprächen mit verschiedenen anderen Regierungen und hoffen, bald weitere Liefervereinbarungen bekanntgeben zu können“, sagte Biontech-Mitgründer und -chef Ugur Sahin nach der Mitteilung. Zu insgesamt vier RNA-Impfstoffkandidaten von Biontech und Pfizer laufen derzeit in den USA und in Deutschland Studien der Phase I und II. Für zwei dieser Corona-Impfstoff Kandidaten* genehmigte die US-Arzneimittelbehörde FDA kürzlich ein beschleunigtes Zulassungsverfahren.

Erste Ergebnisse der bisherigen Studien des Corona-Impfstoff in den USA haben Biontech und Pfizer schon offengelegt und nannten sie „ermutigend“, auch mehrere Experten hatten von positiven Ergebnissen gesprochen. Probanden - insgesamt waren es 45 gesunde Menschen im Alter von 18 bis 55 Jahren - hatten Antikörper gegen den Erreger Sars-CoV-2 entwickelt. Unklar ist aber noch, ob diese Antikörper tatsächlich vor einer Infektion schützen. Das sollen Tests mit bis zu 30.000 Probanden zeigen. 

Corona-Krise: Wird es eine Impfpflicht geben? (Symbolfoto)

Corona: Biontech aus Mainz – Zulassung für Corona-Impfstoff schon im Herbst?

Nun teilten die Unternehmen mit, noch diesen Monat könnte es mit den weiteren Studien der Phasen IIb und III mit einem Hauptkandidaten für den Corona-Impfstoff losgehen. Wenn auch dies erfolgreich laufe, könne im Oktober das Zulassungsverfahren beantragt werden. Zu den Tests in Deutschland stehen erste Ergebnisse noch aus, sie werden noch im Juli erwartet. (dpa/kab) *LUDWIGSHAFEN24 und HEIDELBERG24 sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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