Warnung vor Mutproben

Corona-Statement: Kanzlerin Merkel verkündet – „neue Phase der Pandemie“

Nachdem Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten große Lockerungen für Deutschland beschlossen hat, wendet sich die Bundeskanzlerin am Montag erneut mit einem Statement an die Bevölkerung: 

  • Bei der Corona-Konferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten des Landes wurden am 6. Mai große Lockerungen für Deutschland beschlossen. 
  • Bei der Bund-Länder-Schalte zum Coronavirus wurde unter anderem über die Perspektiven für Gastronomie, Tourismus und Sport diskutiert.
  • Am Montag (11. Mai) wendet sich Angela Merkel erneut mit einem Statement an die Bevölkerung. 
  • Ein Überblick über alles, was jetzt erlaubt und verboten ist – und wie es nach dem 6. Mai weitergeht:

Update vom 11. Mai, 15:10 Uhr: Nur knapp zwei Minuten dauert das Statement von Bundeskanzlerin Angela Merkel am Montag. Die Kanzlerin berichtet zunächst von einer Videokonferenz mit dem Gesundheitsamt des Landkreises Hartz, mit der sie sich stellvertretend bei allen Gesundheitsämtern in Deutschland bedanken und über ihre Arbeit informieren wollte. Der bereits erwartete Appell an die Bevölkerung fällt knapp aus: In dieser „neuen Phase der Pandemie“ sei es „jetzt notwenig, dass wir bei all den Lockerungen auch wirklich Sicherheit haben, dass sich die Menschen an die Grundgebote halten und aufeinander Rücksicht nehmen“, erklärt die Kanzlerin, bevor sie ihr Statement beendet. 

Update vom 11. Mai, 14:45 Uhr: Am Montag, um 14:55 Uhr, will sich Bundeskanzlerin Angela Merkel mit einem Statement an die Bevölkerung wenden. Offenbar will die Kanzlerin dabei erneut zur Vorsicht in der Coronakrise aufrufen. Ihr sei berichtet worden, dass viele Menschen am Wochenende ohne Schutzmasken Einkaufen gewesen seien, sagt Merkel nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen am Montag in einer Videoschalte des CDU-Präsidiums. Zum Teil sei dieses Verhalten sogar als Mutprobe angesehen worden, kritisiert die Kanzlerin. Das Gebot sei aber immer noch, sich an die geltenden Abstandsregeln zu halten. Merkel sagte demnach weiter, erst in zwei bis drei Wochen werde man wissen, wie sich die vergangene Woche beschlossenen Lockerungen der Corona-Beschränkungen auf die Infektionszahlen auswirkten. 

Corona-Konferenz: Kanzlerin Merkel verkündet neue Lockerungen für Deutschland

Update vom 6. Mai, 16:05 Uhr: „Ich denke, wir können auch heute sagen, dass wir die allererste Phase der Pandemie hinter uns haben“, so Bundeskanzlerin Angela Merkel zu Beginn der Corona-Konferenz. Gleichzeitig betont die 65-Jährige, dass Deutschland noch eine „lange Auseinandersetzung mit dem Virus“ vor sich habe. Dennoch: Die aktuellen Fallzahlen in der Corona-Krise zeigen, dass weitere Lockerungen möglich sind. „Die Zahlen sind sehr erfreulich“, gibt die Bundeskanzlerin zu. Das Ziel, die Verbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, sei erreicht. Deshalb haben sich Bund und Länder auf verschiedene Lockerungen der Corona-Maßnahmen geeinigt.

Die wichtigsten Corona-Maßnahmen im Überblick

  • Das Kontaktverbot wird bis zum 5. Juni verlängert.
  • Es ist aber erlaubt, dass sich zwei Hausstände im öffentlichen Raum treffen dürfen. Beispielsweise können zwei Familien wieder gemeinsam miteinander essen gehen.
  • Der Mindestabstand von 1,5 Metern muss weiterhin eingehalten werden.
  • Die Maskenpflicht gilt weiterhin beim Einkaufen, im ÖPNV und in Geschäften. Angela Merkel betont, dass weitere Verschärfungen gegebenenfalls kommen können. Die Entscheidung darüber könne jedes Bundesland selbst treffen.
  • Die Notbetreuung in Kitas soll ausgeweitet werden.
  • Die Bundesliga darf in der zweiten Maihälfte wieder beginnen. Die Entscheidung hierbei liegt aber letztlich bei der DFL.
  • Das Training im Breiten- und Freizeitsport unter freiem Himmel ist erlaubt. 
  • Es wird ein Konzept für Kinos, Theater und Opern erarbeitet.
  • Es gibt eine Obergrenze von Neuinfektionen. Diese liegt bei 50 Infizierten auf 100.000 Einwohnern innerhalb einer Woche. Wenn in einem Landkreis diese Grenze überschritten wird, müssen die Corona-Maßnahmen wieder verschärft werden. Falls die Infektionskette allerdings nachvollziehbar ist, beispielsweise viele Erkrankte in einem Pflegeheim, können sich die Corona-Maßnahmen darauf beschränken.
  • Alle Geschäfte dürfen wieder öffnen, es gibt keine 800-Quadratmeter-Grenze mehr.
  • Senioren können in Pflegeheimen wieder eine feste Kontaktperson regelmäßg sehen.

Alle neuen Corona-Lockerungen seien nur unter strengen Auflagen möglich. Wenn die Gastronomie wieder öffnet, muss zum Bespiel nicht nur auf die vorgeschriebenen Hygieneaspekte geachtet werden, sondern auch auf die Gäste. Sie müssen genügend Abstand zueinander halten und die Zwei-Haushalts-Regelung darf nicht überschritten werden.  

Wir haben - das ist für mich eben entscheidend - nicht nur den Weg zu Mehröffnung, sondern wir haben auch eine gemeinsame Klammer, die sagt: Wenn irgendwo etwas passiert, wenn irgendwo Infektionen nach oben gehen, dann haben wir auch einen Notfallmechanismus und dann muss nicht ein ganzes Land wieder in die Gefahr kommen, dass wir wieder zurück gehen müssen, sondern einzelne Regionen“, so Kanzlerin Angela Merkel in Bezug auf die Infektions-Obergrenze. 

„Man kann sagen, Deutschland ist deswegen so gut durchgekommen, weil wir eine richtige Strategie hatten“, sagt der bayrische Ministerpräsident Markus Söder während der Pressekonferenz. Solange es aber keinen Impfstoff oder Medikamente gegen das Coronavirus gebe, könne sich die Situation jedoch „jederzeit wieder ändern.“ Es sei deshalb nicht leicht einen Pfad zwischen Erleichterung und Sicherheit zu finden, aber man sei „heute einen guten Schritt vorangekommen.

Update vom 6. Mai, 15:40  Uhr: Die Pressekonferenz mit Angela Merkel geht los. Du kannst sie jetzt bei uns per Live-Stream mitverfolgen. Markus Söder, Ministerpräsident von Bayern, und Peter Tschentscher, Erster Bürgermeister von Hamburg, begleiten die Kanzlerin. Nach der Pressekonferenz fassen wir für Dich noch einmal alle wichtigen Punkte zusammen.

Corona-Konferenz: Bundesliga soll bereits im Mai starten

Update vom 6. Mai, 14:55 Uhr: Die Bundesliga soll in der zweiten Maihälfte wieder starten – ohne Zuschauer. Die Liga wird aber selbst über den genauen Termin entscheiden.

Update vom 6. Mai, 14:31 Uhr: Das Training im Breiten- und Freizeitsport unter freiem Himmel wollen Bund und Länder wieder erlauben. Wie die deutsche Presse-Agentur erfahren hat, haben sich Merkel und die Ministerpäsidenten darauf geeinigt. Es müssen aber Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten werden, insbesondere bei der gemeinsamen Nutzung von Sportgeräten. Für die einzelnen Sportarten und Disziplinen haben zudem die Spitzenverbände des Deutschen Sportbundes Konzepte mit Übergangsregeln für ihre Sportarten entwickelt, die dem noch besseren Schutz vor Coronavirus-Infizierungen dienen sollen. Für Mannschaftssportarten beginnt die Wiederaufnahme des Trainings zunächst mit Individualtraining.

Update vom 6. Mai, 14:25 Uhr: Alle Geschäfte dürfen in Deutschland wieder öffnen. Die 800-Quadratmeter-Grenze fällt demnach weg. Wie BILD berichtet, könne sich die Pressekonferenz mit Bundeskanzerin Merkel weiter nach hinten verzögern. Die Kanzlerin habe offnenbar angeboten, die Telefonkonferenz noch deutlich zu verlängern. Ihren eigentlich für 16 Uhr angesetzten Anschluss-Termin könne sie ausfallen lassen.

Corona-Konferenz: Kontaktverbot wird mit Lockerungen bis Juni verlängert

Update vom 6. Mai, 13:49 Uhr: Seit 11 Uhr beraten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und die 16 Ministerpräsidenten über die neuen Corona-Maßnahmen. Laut BILD-Informationen, dürfen sich zwei Haushalte miteinander treffen, um gemeinsam zu essen. Sachsen-Anhalt soll eine Sonderregel bekommen. Dort dürfen sich auch fünf weitere Personen treffen. Das Konktaktverbot soll in Deutschland aber bis zum 5. Juni verlängert werden.  

Update vom 6. Mai, 13:24 Uhr: Am Nachmittag wird Bundeskanzlerin Angela Merkel die Ergebnisse der Corona-Konferenz vorstellen. Die Pressekonferenz kannst Du hier später im Live-Stream mitverfolgen.

Corona-Konferenz: Bund fordert Obergrenze von Neuinfektionen

Update vom 6. Mai, 7 Uhr: Der heutige Mittwoch dürfte der entscheidende Tag für einen großen Schritt zurück in den Alltag sein. Bei der Corona-Konferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten der Länder geht es heute um die großen Themen der Lockerung. Schon jetzt deutet sich an, dass der Bund die Verantwortung für weitere Lockerungen der Corona-Beschränkungen weitgehend den Ländern überlassen will. Er besteht aber auf eine Obergrenze von Neuinfektionen, ab der wieder härtere Beschränkungen greifen müssen. Das geht aus einer Beschlussvorlage des Bundes für die Bund-Länder-Schalte am Mittwoch hervor, die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt.

Die Länder sollen demnach sicherstellen, dass in den Landkreisen oder kreisfreien Städten mit mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb der letzten sieben Tage sofort wieder ein konsequentes Beschränkungskonzept umgesetzt werde. 

Corona-Konferenz mit Merkel: Diese Lockerungen könnten noch heute kommen

Besonders sensibel seien Lockerungen bei den Schulöffnungen, in der Gastronomie und bei den Hotels. Denn dann komme es wieder zu Reisen in Deutschland, und die Gefahr von neuen Infektionengeschehen nehme zu, so die Kanzlerin. Diese Vorschläge für große Lockerungen will Angela Merkel laut Beschlussvorlage mit in die Corona-Konferenz nehmen:

  • Kontaktzahlen und Regional-Faktor: Für den Anti-Corona-Kampf bleibt es zentral, Infektionsketten nachzuvollziehen, um möglichst alle Kontaktpersonen zu finden, zu testen und notfalls in Quarantäne zu schicken. Ob die Gesundheitsämter das schaffen können, hängt von der Zahl der Neuinfektionen ab. Für den Bund ist es grundsätzlich eine Herausforderung, ein großes Durcheinander von Regelungen quer durch die Republik zu vermeiden. Andererseits können abgestufte Lösungen, die sich am Infektionsgeschehen vor Ort orientieren, genauer passen.
  • Kontaktverbot und Mindestabstand: Als weiterhin entscheidend wird in der Vorlage bezeichnet, dass Bürgerinnen und Bürger in der Öffentlichkeit einen Mindestabstand von 1,5 Metern einhalten. Dies sei die wichtigste Maßnahme gerade angesichts der Öffnungen. Sie werde "noch für lange Zeit" erhalten bleiben. Wie das Thema Kontaktverbot gehandhabt wird, sollen die Länder – aufgrund regionaler Unterschiede – selbstverantwortlich regeln. 
  • Profifußball: Der Bund will dem deutschen Profifußball grünes Licht für die Wiederaufnahme des seit Mitte März ausgesetzten Spielbetriebes in der 1. und 2. Bundesliga geben. „Dem Beginn des Spielbetriebs muss eine zweiwöchige Quarantänemaßnahme, gegebenenfalls in Form eines Trainingslagers, vorweggehen“, heißt es in der Beschlussvorlage. Als voraussichtlicher Termin für den Beginn der „Geisterspiele“ ohne Zuschauer gilt der 15. oder der 21. Mai - ein genauer Termin ist in der Beschlussvorlage offen gelassen.
  • Breitensport: Der Bund will den Sport- und Trainingsbetrieb im Breiten- und Freizeitsport in Deutschland unter freiem Himmel unter Bedingungen wieder erlauben.
  • Geschäfte: Die Bundesländer können alle Geschäfte wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung. Auflagen zur Hygiene, der Steuerung des Zutritts und zur Vermeidung von Warteschlangen müssen erfüllt werden. Wichtig sei dabei, dass eine maximale Personenzahl von Kunden und Personal bezogen auf die Verkaufsfläche vorgegeben werde.
  • Schulen: Allen Schülern soll schrittweise unter Auflagen bis zu den Sommerferien eine Rückkehr an die Schulen ermöglicht werden. Schüler mit besonderem Unterstützungsbedarf etwa wegen der häuslichen Situation oder der technischen Ausstattung sollten „möglichst umgehend gezielte pädagogische Präsenzangebote an den Schulen erhalten“.
  • Kinderbetreuung und Kitas: Um die schwierige Situation von Familien mit Kindern zu erleichtern, kann vom 11. Mai an eine erweiterte Notbetreuung in allen Bundesländern eingeführt werden. Dazu gehören vordringlich unter anderem Kinder mit besonderem pädagogischen oder Sprachförderbedarf, Kinder die in beengten Wohnverhältnissen leben - etwa wenn ein eigenes Kinderzimmer fehlt - sowie Kinder, die am Übergang zur Vorschule oder Schule stehen. Die Einzelheiten sollen die Länder regeln. 
  • Krankenhäuser, Pflege- und Seniorenheime, Behinderteneinrichtungen: In alle bisher schon von den Ländern erlassenen Verfügungen soll eine Regelung aufgenommen werden, „die jedem Patienten/Bewohner einer solchen Einrichtung die Möglichkeit des wiederkehrenden Besuchs durch eine definierte Person ermöglicht wird, sofern es aktuell kein aktives Sars-Cov-2-Infektionsgeschehen in der Einrichtung gibt“.
  • Großveranstaltungen: Volksfeste, größere Sportveranstaltungen mit Zuschauern, größere Konzerte, Festivals, Dorf-, Straßen- oder Schützenfeste sowie Kirmes-Veranstaltungen bleiben wegen der Corona-Pandemie untersagt - voraussichtlich bis mindestens zum 31. August.
  • Kleinere Veranstaltungen: Wie das Thema kleinere öffentliche oder private Veranstaltungen gehandhabt wird, will der Bund den Ländern überlassen. 
  • Kultur: Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos oder botanische Gärten können unter Auflagen wieder aufmachen, ebenso Gottesdienste und Gebetsversammlungen. Wie es grundsätzlich im Kulturbetrieb weitergehen soll, ist möglicherweise ebenfalls Thema der Beratungen am Mittwoch.
  • Tourismus und Gastronomie: Viele Bürger fragen sich, wohin sie im Sommer in den Urlaub fahren können. Fernreisen dürften schwierig werden. Aber schon vor den Beratungen am Mittwoch ist klar: Urlaubmachen an der deutschen Nord- und Ostsee und in Bayern soll möglich sein. Die Wirtschaftsminister der Länder streben unter Auflagen in einem Korridor von 9. bis 22. Mai eine bundesweite kontrollierte Öffnung des Gastgewerbes an. Für touristische Beherbergungen wird demnach eine Öffnung bis Ende Mai angepeilt.
  • Pendler: Nachdem es wegen Grenzschließungen Streit mit Nachbarländern wie Luxemburg, der Schweiz, Polen und Frankreich gibt, könnte das Thema weitere Grenzöffnungen für Pendler in der Runde aufgerufen werden. Dabei soll es zunächst nicht um Tourismus gehen. 
  • Bereiche, die die Bundesländer selbst regeln sollen: Kontaktbeschränkungen, Vorlesungsbetrieb an Hochschulen, Übergang der Kinderbetreuung in den eingeschränkten Regelbetrieb, Volkshochschulen, Musikschulen und sonstige öffentliche und private Bildungseinrichtungen im außerschulischen Bereich, Gastronomiebetriebe, Bars, Clubs und Diskotheken, Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen (Übernachtungsangebote für private Reisen), Messen, Dienstleistungsbetriebe im Bereich der Körperpflege wie Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo-Studios und ähnliche Betriebe, Theater, Opern, Konzerthäuser und ähnliche Einrichtungen, Sportbetrieb in allen öffentlichen und privaten Indoor-Sportanlagen, Schwimm- und Spaßbädern, Fitnessstudios und ähnliche Einrichtungen, Betrieb von sonstigen Sport- und Freizeiteinrichtungen sowie die Wiederaufnahme von Wettkampf- und Leistungssport, Kleinere öffentliche oder private Veranstaltungen oder Feiern sowie Veranstaltungen ohne Festcharakter, Kinos, Freizeitparks und Anbieter von Freizeitaktivitäten (drinnen und draußen), Spielhallen, Spielbanken, Wettannahmestellen und ähnliche Einrichtungen, Prostitutionsstätten, Bordelle und ähnliche Einrichtungen.

Corona-Lockerung: Restaurants, Bars und Co. sollen schon ab Samstag wieder öffnen

Update vom 5. Mai, 20:51 Uhr: Die Gastro soll bundesweit vom 9. bis 22. Mai unter Auflagen kontrolliert öffnen dürfen. Das streben die Wirtschaftsminister der Länder an, wie die Deutsche Presse-Agentur am Dienstagabend nach einer Videokonferenz der Länderminister mit Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier erfährt. Für touristische Beherbergungen wird eine Öffnung bis Ende Mai angepeilt. Die Empfehlung gelte für Restaurants, Außengastronomie, Cafés, Gaststuben und Kneipen sowie Imbisse gelten, wie aus einer Vorlage hervorgeht. Am Mittwoch werden Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie die Ministerpräsidenten über die Empfehlung diskutieren. 

Im Vorfeld haben bereits Fachminister Vorschläge für Rahmenbedingungen einer schrittweisen Öffnung für Gastronomie und Hotellerie vorbereitet. Wichtig hierbei sind Themen wie Hygiene, Abstand sowie Schutz der Beschäftigten. Seit Mitte März haben Hotels und Lokale geschlossen (ausgenommen Lieferung und Abholung von Speisen). Das Gastgewerbe gehört zu den Branchen, die in der Krise am schwersten betroffen ist.

Meldung vom 5. Mai, 10 Uhr: Die Rufe nach Lockerung der Corona-Maßnahmen in Deutschland werden immer lauter. Am Mittwoch (6. Mai) werden Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder einmal mehr über den weiteren Corona-Kurs beraten. Doch auch wenn es einen gemeinsamen Bund-Länder-Beschluss gibt, kann und wird es in einzelnen Bundesländern Abweichungen geben. Welche Themen der Lockerung am Mittwoch in der Corona-Konferenz besprochen werden und welche Regeln aktuell gelten

Corona-Konferenz am 6. Mai: Diese Themen der Lockerung wollen Merkel und die Ministerpräsidenten besprechen

Für viele Schüler sind Schulen schon wieder geöffnet, der Unterricht hat unter strengen Hygieneregeln begonnen. Bei der Corona-Konferenz am 6. Mai soll es um Konzepte zur weiteren schrittweisen Öffnung von Schulen und Kitas gehen. Auch der Fußball hofft auf eine Entscheidung über eine Wiederaufnahme der Bundesliga – in Form von Spielen ohne Zuschauer. Zudem soll der Breitensport auf der Tagesordnung stehen. 

Der Gastronomie soll laut Bundesregierung eine Perspektive in der Corona-Krise aufgezeigt werden. Ob in der Telefonschalte mit Merkel und den Ministerpräsidenten auch über eine Lockerung der Kontaktbeschränkungen besprochen wird, ist noch unklar. In der Corona-Konferenz Ende April wurde das Kontaktverbot noch einmal bis zum 10. Mai verlängert.

Corona-Konferenz: Bundesländer preschen vor – Lockerungen bei Hotels und Gastronomie

Noch vor der Corona-Konferenz am Mittwoch kündigen immer mehr Bundesländer ihre eigenen Plänen für weitere Lockerungen der Corona-Beschränkungen an. In Mecklenburg-Vorpommern sollen ab Samstag (9. Mai) Gaststätten unter strikten Hygieneauflagen und mit maximal sechs Erwachsenen pro Tisch für Einheimische öffnen, ebenso wie Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen ab dem 18. Mai. Zum 25. Mai soll dann das Einreiseverbot für Touristen aufgehoben werden. 

Sachsen-Anhalt lockert Kontaktbeschränkung (Symbolfoto)

Auch die Landesregierung von Sachsen-Anhalt will bereits am Dienstag entscheiden, ob Restaurants, Bars und Cafés noch im Mai unter Auflagen wieder Gäste bewirten dürfen. Bundesweit vorgeprescht ist Sachsen-Anhalt außerdem bei der Lockerung der Konkaktbeschränkungen. Seit Montag dürfen sich wieder fünf statt zwei Menschen treffen. Unterdessen setzt Niedersachsen die anderen Bundesländer in Sachen Lockerung unter Zugzwang. 

Am Montag geht die Regierung in die Offensive und stellte einen Fünf-Stufen-Plan zur schrittweisen Öffnung vor. Dieser sieht vor, ab dem 25. Mai Hotels und bereits am 11. Mai Gastronomiebetriebe – jeweils mit Einschränkungen – wieder zu öffnen. 

Corona-Regeln ab 4. Mai: Was ist erlaubt, was ist verboten? 

Bereits in der Bund-Länder-Schalte am 30. April hatte Angela Merkel sich mit den Ministerpräsidentin auf erste kleinere Schritte zurück in den Alltag geeinigt. Die Beratungen Ende April seien laut der Kanzlerin jedoch nur ein „Zwischenschritt“ gewesen – der große Tag der Entscheidung im Bezug auf die Corona-Einschränkungen wird der 6. Mai sein. 

Diese Corona-Regeln und -Maßnahmen gelten aktuell: 

  • Viele Spielplätze in Deutschland sind bereits wieder offen, in manchen Bundesländern müssen sich die Kinder aber noch ein paar Tage gedulden. In Baden-Württemberg etwa öffnen die Spielplätze am Mittwoch (6. Mai) in Hessen und Rheinland-Pfalz sind sie bereits geöffnet. 
  • Gottesdienste dürfen unter Auflagen bundesweit wieder stattfinden. Das gilt auch für Taufen, Beschneidungen, Trauungen und Trauerfeiern im kleinen Kreis.
  • Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.
  • Friseure sind unter strengen Regeln wieder geöffnet. In Baden-Württemberg dürfen auch Fußpflege-Studios wieder öffnen.
  • Die Begrenzung der Verkaufsfläche auf 800 Quadratmeter für Geschäfte gilt nicht mehr in allen Bundesländern – zum Beispiel in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg. Die 800-Quadratmeter-Regel gilt aktuell noch in Bayern, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Sachsen, Schleswig-Holstein.
  • Großveranstaltungen wie Volksfeste, größere Konzerte oder Messen bleiben bis mindestens 31. August 2020 verboten.
  • Für Restaurants ist bislang nur der Außer-Haus-Verkauf erlaubt – Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen haben jedoch bereits Lockerungen angekündigt.
  • Hotels und Ferienhäuser sind geschlossen – Niedersachen und Mecklenburg-Vorpommern haben aber schon Lockerungen geplant.
  • Arbeitnehmer können sich noch bis mindestens 18. Mai per Telefon vom Arzt krankschreiben lassen.
  • Das Kontaktverbot gilt deutschlandweit (mit Ausnahme von Sachsen-Anhalt) bis mindestens 10. Mai: Der Aufenthalt im öffentlichen Raum ist entweder nur mit Angehörigen des eigenen Haushalts oder mit einer anderen Person erlaubt. Zu anderem Menschen muss ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden. In Sachsen-Anhalt ist eine Zusammenkunft mit bis zu 5 Personen erlaubt.
  • Bei Treffen im privaten Raum gibt es Unterschiede zwischen den Bundesländern: In Baden-Württemberg zum Beispiel sind Treffen von mehr als fünf Personen in Privaträumen verboten. In Hessen ist das Treffen mit Freunden zu Hause erlaubt. Die Corona-Verordnung besagt jedoch, dass der Kontakt zu anderen Menschen außerhalb des Haushalts „auf das nötigste Minimum“ reduziert werden muss. Dies gilt auch in Rheinland-Pfalz
  • Für Auslandsreisen gilt die weltweite Reisewarnung bis mindestens Mitte Juni.
  • In ganz Deutschland gilt eine Maskenpflicht: Beim Einkaufen und im Öffentlichen Nahverkehr muss ein Mund-Nase-Schutz getragen werden. Ausnahmen bilden Kinder. Hier haben die Bundesländer verschiedene Grenzen festgesetzt, ab welchem Alter die Maskenpflicht gilt. In den meisten Fällen muss der Mund-Nasen-Schutz ab 6 Jahre getragen werden. Ausnahmen bilden: Hamburg (ab 7 Jahren), Sachsen (auch kleine Kinder, wenn sie zum Tragen einer Maske in der Lage sind), Sachsen-Anhalt (2 Jahre). Auch für Menschen mit gesundheitlichen oder psychischen Einschränkungen gibt es Ausnahmen – zum Beispiel bei Asthma und anderen Erkrankungen, bei denen die Sauerstoffversorgung bereits eingeschränkt ist. Dies muss jedoch in aller Regel durch einen ärztlichen Attest belegt werden können. In Rheinland-Pfalz gilt die Maskenpflicht auch in sogenannten Wartesituationen. Das heißt: Beim Aufenthalt an Haltestellen und Bahnsteigen oder beim Schlangestehen vor Geschäften müssen Mund und Nase ebenfalls bedeckt werden. Auch in Baden-Württemberg muss beim Warten an Bahn- und Bushaltestellen ein Mund-Nase-Schutz getragen werten.
  • Die Regelungen zur Öffnung von Schulen – unter strengen Hygienemaßnahmen – unterscheiden sich ebenfalls von Bundesland zu Bundesland: In Baden-Württemberg hat der Unterricht für Abiturienten und Berufsschüler, die Prüfungen ablegen müssen, am 27. April begonnen. Ab 4. Mai starteten die Jahrgänge, die 2021 ihren Abschluss machen sowie die 4. Klassen. In Hessen begann der Unterricht für die Abschlussklassen der weiterführenden Schulen am 27. April, ebenso in Rheinland-Pfalz. Auch hier können ab dem 4. Mai alle Prüfungs-Jahrgänge und 4. Klassen wieder in die Schule. 
  • Kitas sind bundesweit geschlossen. Es gibt allerdings eine Kinder-Notbetreuung, die Eltern unter bestimmten Bedingungen nutzen können. Anspruch haben Eltern, die außerhalb der Wohnung einen präsenzpflichtigen Arbeitsplatz wahrnehmen und von ihrem Arbeitgeber als unabkömmlich gelten. Kinder, deren Wohl gefährdet ist sowie Kinder von Alleinerziehenden werden vorrangig in die Notbetreuung aufgenommen. 

dpa/kab

Quelle: Mannheim24

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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