Bereits 2017 vor Gericht

Einer der größten Darknet-Dealer Deutschlands: „Chemical Love“-Boss erneut verurteilt – zu seinen Gunsten

+
Ein Mann aus Rheinland-Pfalz führte einen großen Shop im Darknet – nun muss er eine Strafe zahlen. (Symbolfoto)

Landau – Am Landgericht wird einem Mann der Prozess gemacht, der über das Darknet Millionen verdient hat. Im Shop „Chemical Love“ verkaufte er dort Drogen.

  • Mann betreibt in Rülzheim in Rheinland-Pfalz Shop „Chemical Love“ im Darknet und verkauft Drogen
  • 2017 wird er zu fast 15 Jahren Haft verurteilt
  • 2019 steht der Drogen-Dealer erneut vor Gericht – und wird wieder verurteilt

Ein 33-Jähriger aus Rheinland-Pfalz betrieb im Darknet einen Online-Shop mit dem Namen „Chemical Love“. Dabei handelte es sich um einen der größten illegalen Online-Shops für Drogen in Deutschland. Mit dem Unternehmen verdiente er zwischen Mai 2015 und April 2016 Millionen in der Internetwährung Bitcoins. Über 5.300 Drogengeschäfte sollen auf sein Konto gegangen sein. Die Drogen besorgte er sich in den Niederlanden und bunkerte sie dann in einem Keller in Rülzheim. Dort fanden Ermittler unter anderem Kokain, Haschisch, LSD-Trips und Ecstasy-Pillen. Per Post gingen die Drogen dann an die Kunden aus dem Darknet. Doch das Geschäft unter dem Namen „Chemical Love“ flog auf und der 33-Jährige kam vor Gericht – wo er im Jahr 2017 zu fast 15 Jahren Haft verurteilt wurde.

Oft gelesen: Kurioser Fund am Flughafen: Zoll erwischt Dealer mit „Trump-Pille“

„Chemical Love“: Trotz Verurteilung  – Darknet-Dealer wieder vor Gericht 

Etwa zwei Jahre nach seiner ersten Verurteilung fällt am Montag (30. September) ein weiteres Urteil gegen den 33-jährigen Boss des Darknet-Shops „Chemical Love“. Dieses Mal geht es aber nicht um die Länge seiner Haftstrafe, sondern die Höhe der Geldstrafe, die er zahlen muss. Am Landgericht Landau wird bestimmt, dass der Angeklagte 1,5 Millionen Euro blechen muss.

Oft gelesenDreister Trauben-Diebstahl in der Pfalz – Weinberg mit Erntemaschine abgeerntet

Richter Markus Sturm erklärt, dass die Summe aus den über 5.300 Drogengeschäften errechnet worden ist. Zudem ordnet die Kammer an, dass der Drogen-Boss nach fünfeinhalb Jahren Haft in einer Erziehungsanstalt untergebracht werden soll – der Täter ist nämlich selbst drogenabhängig. 

Landau: Darknet-Dealer wird wegen Höhe der Strafzahlung erneut der Prozess gemacht

Schon im Prozess 2017 wurde der angeklagte Darknet-Dealer zu einer Geldstrafe verurteilt. Damals sollte er allerdings noch 10 Millionen Euro zahlen. Daraufhin wurde Berufung eingereicht, der im Jahr 2018 vom Bundesgerichtshof stattgegeben wurde. Nun muss geklärt werden, wie viel der Angeklagte wirklich mit seinem Darknet-Shop „Chemical Love“ verdient hatte. 

Das hat den Grund, dass die damalige Strafe zu hoch angesetzt worden war. Laut Staatsanwaltschaft ist dies passiert, weil die Wechselkurse des Bitcoins zwischen der Tat und dem Prozess stark angestiegen seien. Da keine Rechtsmittel von Staatsanwaltschaft und Verteidigung eingelegt werden, ist das Urteil gegen den „Chemical Love“-Boss rechtskräftig. 

Erst vor wenigen Tagen ist bei Mainz der „Cyberbunker“ von der Polizei gestürmt worden. Auf den dortigen Servern sind mehrere internationale Darknet-Shops gespeichert gewesen – darunter auch der „Wall Street Market“.

dpa/dh

Quelle: Mannheim24

Mehr zum Thema

Kommentare