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Booster-Impfung in Rheinland-Pfalz: Alle Infos im Überblick

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Rheinland-Pfalz - Angesichts steigender Corona-Fallzahlen werden die Forderungen nach Booster-Impfungen lauter. Was bringt die Auffrischung? Und für wen wird sie empfohlen? Alle Infos:

Wegen der rapide steigenden Corona-Fallzahlen wollen die Gesundheitsminister von Bund und Ländern die Booster-Impfungen stärker vorantreiben. Für Samstag (13. November) meldet das Robert-Koch-Institut (RKI) einen Inzidenz-Höchststand von 277,4. Um der vierten Welle zu begegnen, soll eine Auffrischung künftig für alle Menschen möglich sein, deren zweite Corona-Impfung länger als ein halbes Jahr her ist. „Boostern nach sechs Monaten sollte die Regel werden, nicht die Ausnahme“, so Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU).

Auch in Rheinland-Pfalz steigen die Corona-Zahlen immer weiter in die Höhe. Wir haben zusammengefasst, für wen die Booster-Impfung gegen das Coronavirus aktuell empfohlen wird und wo man in Rheinland-Pfalz einen Termin für die 3. Spritze bekommt:

Booster-Impfungen für alle: Impfkommission will Empfehlungen anpassen

Bislang spricht sich die Ständige Impfkommission (Stiko) nur für eine Impfung von Risikogruppen (etwa Menschen über 70) und medizinischem Personal aus. In einer am Montag veröffentlichten Stellungnahme hat das Gremium jedoch angekündigt, seine Empfehlungen auch im Hinblick auf die Auffrischimpfungen zu überarbeiten. Es könne sinnvoll sein, so die Stiko, zukünftig auch allen anderen eine Booster-Impfung anzubieten. Dabei solle „soweit wie möglich nach absteigendem Lebensalter vorgegangen werden“, denn Durchbruchinfektionen führten bei alten Menschen häufiger als bei Jüngeren zu schweren Erkrankungen.

Einer israelischen Studie zufolge bietet eine Auffrischimpfung gerade älteren Menschen einen höheren Schutz vor einer Ansteckung und einem schweren Krankheitsverlauf. Dies berichtet der SWR. Israel hat bereits im Juni als erstes Land der Welt mit den Drittimpfungen gestartet.

Booster-Impfung in Rheinland-Pfalz: Wer kann sich impfen lassen?

Grundsätzlich kann sich in Rheinland-Pfalz jeder die Booster-Impfung abholen, dessen Zweitimpfung mindestens sechs Monate her ist – unabhängig von der Stiko-Empfehlung. Für Menschen, die mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson geimpft wurden, ist eine Auffrischung bereits nach vier Wochen möglich. Für Genesene gilt ebenfalls eine Wartezeit von sechs Monaten nach der Erkrankung. Geimpft wird in diesem Fall mit einer Einzeldosis.

Bei ihrem letzten Corona-Gipfel haben die Gesundheitsminister eine Liste von Personen zusammengestellt, für die sich der dritte Piks besonders lohnen könne. Darunter sind neben Risikopatienten und dem Personal von medizinischen Einrichtungen auch Menschen, deren erste Impfserie mit den Impfstoffen von AstraZeneca oder Johnson & Johnson vervollständigt wurde.

Booster-Impfung in Rheinland-Pfalz: Welche Impfstoffe werden verwendet?

Alle Booster-Impfungen in Rheinland-Pflanz werden mit einem der beiden zugelassenen mRNA-Impfstoffe (BionTech oder Moderna) durchgeführt. Dabei spielt es keine Rolle, mit welchem Impfstoff die Grundimmunisierung stattgefunden hat. Bei einer Grundimmunisierung mit einem mRNA-Impfstoff empfiehlt das Gesundheitsministerium allerdings, möglichst den bereits verwendeten Impfstoff zu nutzen.

Impf-Termin in Rheinland-Pfalz: Wo wird geboostert?

Die letzten Impfzentren in Rheinland-Pfalz haben am 30. September dichtgemacht. Laut dem Mainzer Gesundheitsministerium werden einige Impfzentren bis Ende des Jahres im Standby-Betrieb gehalten, um einen geregelten Übergang zu ermöglichen. Wer sich die dritte Impfung geben lassen möchte, kann diese durch einen niedergelassenen Arzt bekommen. Um die Versorgung von Alten- und Pflegeheimen zu gewährleisten, sind zudem mobile Impfteams im Einsatz. Diese können Personal und Einwohner direkt vor Ort impfen.

Wie Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Gesundheitsminister Clemens Hoch (beide SPD) mitteilen, könne außerdem jeder berechtige Erwachsene künftig an den Impfbussen des Landes eine Booster-Impfung bekommen. „Das Ende der epidemischen Lage heißt nicht: Ende der Pandemie“, so Dreyer. Daher wolle sie die Testpflicht für Ungeimpfte erhöhen und Booster-Impfungen forcieren. „Meine klare Bitte: Lassen Sie sich bitte impfen.

Booster-Impfungen für alle: Bei Ärzten umstritten

Der Vorstoß der Gesundheitsminister ist umstritten. Einige Experten befürworten die Booster-Impfung für alle. Ärzteverbände kritisieren jedoch die mangelhafte Datenlage zur Wirksamkeit. „Für die Notwendigkeit von Auffrischimpfungen für Menschen jeglichen Alters gibt es bisher keine ausreichende wissenschaftliche Evidenz“, sagte Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer, laut dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Armin Beck, Bundesvorstandsmitglied des Hausärzteverbands, äußerte sich gegenüber dem RND ebenfalls kritisch: „Die Hausärzte folgen der Empfehlung der Ständigen Impfkommission, und diese empfiehlt aktuell Drittimpfungen nur für über 70-Jährige und wenige andere Gruppen.“ Wann und inwieweit die Stiko ihre Empfehlungen anpasst, ist noch unklar. (luko)

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