Erste Lieferung im April

BioNTech: Millionenfache Impfstoff-Produktion im neuen Werk in Marburg gestartet

Mainz/Marburg - BioNTech hat jetzt auch im Werk in Marburg damit begonnen, den Corona-Impfstoff zu produzieren. Wann die ersten Dosen voraussichtlich ausgeliefert werden:

Update vom 10. Februar: Jetzt nimmt die Impfstoff-Produktion langsam Fahrt auf. Das Mainzer Unternehmen BioNTech hat am Mittwoch (10. Februar) damit begonnen, den begehrten mRNA-Impfstoff „Comirnaty“ auch im Werk in Marburg (Hessen) zu produzieren. Zunächst werde laut BioNTech der Botenstoff mRNA hergestellt. Dafür hatte das Unternehmen vor wenigen Tagen die arzneimittelrechtliche Erlaubnis bekommen. Man rechnet damit, dass die ersten am Standort Marburg fertiggestellten Impfstoff im April ausgeliefert werden können.

Auch in Marburg produziert jetzt den Corona-Impfstoff Comirnaty.

BioNTech und Pfizer wollen in Marburg in der ersten Jahreshälfte 2021 250 Millionen Impfdosen herstellen. Ist das Werk vollends betriebsbereit, sollen hier pro Jahr 750 Millionen Dosen des mRNA-Vakzins produziert werden. Mithilfe der neuen Produktionsstätte in Mittelhessen wollen BioNTech/Pfizer 2021 die weltweite Produktionskapazität auf zwei Milliarden Dosen von „Comirnaty“ erhöhen. BioNTech hatte das Marburger Werk vom Schweizer Pharmakonzern Novartis übernommen.

BioNTech: Das passiert im neuen Werk in Marburg

Das Botenmolekül mRNA ist den Angaben zufolge der eigentliche Wirkstoff in dem Vakzin. Es wird in Marburg in weiteren Schritten gereinigt, konzentriert und schließlich in eine schützende Hülle aus Lipiden gebracht. So kann die empfindliche mRNA besser in die Zellen gelangen und dort ihre Wirkung entfalten. In einem zweiten Schritt transportiert BioNTech den hergestellten Impfstoff dann zu einem Produktionspartner. Dort wird das Vakzin abgefüllt und fertiggestellt.

BioNTech zufolge wird der Produktionsprozess wird von mehreren Qualitätsprüfungen begleitet. Die einzelnen Produktionsschritte der neuen Anlagen müssen demnach von der europäischen Arzneimittelbehörde EMA genehmigt werden. Entsprechende Daten würden im Februar und März eingereicht. Die Qualität des Endprodukts wird den Angaben zufolge vom firmeneigenen Labor im rheinland-pfälzischen Idar-Oberstein und vom Paul-Ehrlich-Institut (PEI) im hessischen Langen geprüft. Erst dann kann das Vakzin zur Immunisierung gegen Covid-19 freigegeben werden.

BioNTech: Studie beweist – Impfstoff hilft auch gegen Mutationen

Update vom 9. Februar: Nach dem Auftreten von zwei Virus-Mutationen aus Großbritannien und Südafrika ist die Sorge groß. Hilft der Corona-Impfstoff von BioNTech und Pfizer auch gegen diese Formen oder muss wieder von vorne angefangen werden? Die Gründer Uğur Şahin und Özlem Türeci sind sich von Anfang an sicher, dass ihr Vakzin auch die Mutationen in die Schranken weisen wird. Diese Behauptung unterlegt jetzt auch eine Studie, die im Fachblatt „Nature Medicine“ veröffentlicht worden ist.

BioNTech: Corona-Impfstoff auch gegen Mutationen wirksam

Es habe sich im Labor gezeigt, dass das Blut von 20 mit dem Impfstoff geimpften Menschen die Schlüsselmutationen der Coronavirus-Varianten aus Großbritannien und Südafrika neutralisiere, in dem Blut also ausreichend neutralisierende Antikörper waren, wie es in der Studie heißt. Die externen Experten betonen aber auch, dass es nun klinische Daten brauche, um mehr über die Wirkung des Impfstoffs gegen Virusvarianten zu lernen. Die anhaltenden Mutationen von Covid-19 machten es nötig, das Virus dauerhaft zu beobachten, damit die Wirkstoffe noch effektiv bleiben.

Damit kann „Comirnaty“ von BioNTech weiter genutzt werden. Das Vakzin wird derzeit den meisten Menschen in Deutschland verabreicht – auch, weil der Stoff von Moderna noch viel zu selten vorhanden ist.

BioNTech-Hammer: 75 Millionen zusätzliche Dosen – Unternehmen mit klarer Ansage

Update vom 1. Februar: Kurz vor Start des Impf-Gipfels mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten, die am heutigen Montag mit Impfstoffherstellern den holprigen Impfstart besprechen und an Verbesserungsmöglichkeiten arbeiten wollen, macht BioNTech eine Ansage: Das Mainzer Unternehmen hat zugesagt, die Impfstoffproduktion weiter hochzufahren und eine deutlich höhere Menge an die EU zu liefern

Konkret: Der Pharmakonzern will im zweiten Quartal des Jahres bis zu 75 Millionen weitere Impf-Dosen liefern. Davon soll es allein für Deutschland im Frühjahr gemäß des EU-Verteilschlüssels 13,95 Millionen zusätzliche Dosen geben.

Wir arbeiten weiterhin an der Erhöhung der Lieferungen ab der Woche vom 15. Februar, um die vertraglich festgelegte Lieferung der vollen Menge an Impfstoffdosen im ersten Quartal sicherzustellen“, so Sierk Poetting, Vorstandsmitglied von BioNTech. Um der gestiegenen weltweiten Nachfrage gerecht zu werden, plane man zudem, im Jahr 2021 zwei Milliarden Dosen des BioNTech-Impfstoffes „Comirnaty“ herzustellen. „Dafür werden wir die zuvor geplante Produktion von 1,3 Milliarden Impfdosen um mehr als 50 Prozent steigern. Die Maßnahmen, um unsere Produktionskapazitäten zu erweitern, laufen nach Plan“, so Poetting weiter.

Doch wie es plötzlich möglich, dass die Produktion so massiv hochgefahren werden kann? Poetting nennt dafür drei Initiativen, die gute Fortschritte machen würden. Zum einen wurde laut des Vorstandsmitglieds die Anpassung der Produktionsprozesse im Pfizer-Werk im belgischen Puurs erfolgreich abgeschlossen, zum anderen könne nach dem Erhalt der Herstellerlizenz für die BioNTech-Produktionsstätte in Marburg im Februar die Produktion für die Validierung durch die EMA gemäß Plan starten.

Zu guter Letzt sei das europäische Produktionsnetzwerk stetig erweitert worden – nach drei Partnern im Dezember 2020 gebe es mittlerweile 13.

BioNTech: Impfstoff soll auch vor Virusvarianten schützen

Update vom 28. Januar: Die hochansteckenden Virusmutationen aus Großbritannien und Südafrika greifen in Deutschland weiter um sich. In Baden-Württemberg führte dies nun aktuell sogar so weit, dass Ministerpräsident Winfried Kretschmann auf die geplante frühzeitige Öffnung von Kitas und Grundschulen am 1. Februar verzichtete, nachdem sich an einer Kita in Freiburg mindestens 18 Kinder nachweislich mit der Corona-Mutation aus Südafrika infiziert hatten.

Bei vielen Deutschen stellt sich nun die Frage, ob „Comirnaty“ - der Impfstoff von BioNTech und Pfizer - überhaupt vor den Mutationen schützen. Die beiden Firmen äußerten sich am Donnerstag diesbezüglich zu einer neuen Studie – und nehmen den Bürgerinnen und Bürgern die Sorge: „Diese Ergebnisse deuten nicht auf die Notwendigkeit eines neuen Impfstoffs gegen die neu auftretenden Varianten hin.

Sie konnten im Labor zeigen, dass der Impfstoff eine neutralisierende Antikörperantwort gegen solche Sars-CoV-2-Viren auslöst, die Schlüsselmutationen der Varianten aus Großbritannien und Südafrika tragen. Die Studie wurde bislang jedoch nicht von externen Experten begutachtet und in einem Fachjournal veröffentlicht.

In der gemeinsam mit der University of Texas Medical Branch durchgeführten Studie wurde außerdem festgestellt, dass Geimpfte gegen die Variante aus Südafrika aber offenbar eine etwas schwächere Immunantwort aufbauen. „Die bisher beobachteten kleinen Unterschiede in der Virusneutralisation zwischen den Virusvarianten führen vermutlich nicht zu einer signifikant verringerten Wirksamkeit des Impfstoffs“, so die Hersteller.

Diese frühen Ergebnisse seien „sehr ermutigend“, hieß es. Man wolle neu auftretende Stämme weiter beobachten und die Impfstoffwirksamkeit bei Geimpften weiterhin überprüfen. Und falls nötig, könne künftig voraussichtlich eine Anpassung des Impfstoffs erfolgen, so Pfizer und BioNTech.

Corona: BioNTech-Impfstoff – EU sichert sich Millionen weitere Dosen

Update vom 8. Januar: Die EU-Kommission hat mit BioNTech und Pfizer einen Vertrag über bis zu 300 Millionen zusätzliche Impfdosen des mRNA-Vakzins „Comirnaty“ geschlossen. Das gibt Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Freitag (8. Januar) in Brüssel bekannt. Im zweiten Quartal 2021 sollen 75 Millionen Impfdosen verfügbar sein. Zuletzt wurden Beschwerden aus Deutschland und anderen EU-Ländern lauter, dass der Impfstoff knapp sei. Im November hatte sich die EU 300 Millionen Impfdosen des BioNTech-Vakzins gesichert ‒ 200 Millionen plus eine Option auf 100 Millionen zusätzliche Dosen. Diese Option hatten die EU-Staaten bereits gezogen.

Kritik an zu wenig Impfstoff in den Mitgliedsländern wies die EU zurück. Das Problem liege an den Produktionskapazitäten, hieß es aus Brüssel. BioNTech hat kürzlich eine Produktionsstätte in Marburg übernommen, die im Februar in Betrieb gehen soll. Mittlerweile ist in der EU auch der Impfstoff des amerikanischen Herstellers Moderna zugelassen. Beide Impfstoffe unterscheiden sich primär in den Temperaturen, bei denen sie gelagert werden müssen.

Corona-Impfstoff von BioNTech: So soll „Comirnaty“ verteilt werden

Update vom 22. Dezember: Einen Tag nach der Zulassung ihres Impfstoffes in Europa melden sich die Gründer von BioNTech in einer Pressekonferenz zu Wort. Darin äußert sich Özlem Türeci erneut zu der Testphase des Vakzins und Uğur Şahin zu der Wirkungsweise der mRNA. Zudem wird der offizielle Verkaufsname für Europa bekannt gegeben, damit man nicht immer von BNT162b2 sprechen muss. Ab heute trägt der Impfstoff den Namen „Comirnaty“. Dabei handelt es sich um eine Neuschöpfung aus den Wörtern Covid-19, mRNA, Community und Immunity.

Außerdem wird auf der Pressekonferenz erklärt, wie es nun mit dem Impfstoff „Comirnaty“ weitergehen soll. So sollen bis Ende dieses Jahres 50 Millionen Impfdosen ausgeliefert werden. Bis Ende 2021 soll die Zahl dann auf insgesamt 1,3 Milliarden weltweit steigen. In Deutschland soll „Comirnaty“ jetzt so schnell wie möglich aus den 25 Verteilerzentren auf 294 Distrikte, 450 Impfzentren und 100 mobile Impfeinheiten verteilt werden. DIe Lieferungen sollen am 26. Dezember überall in Europa ankommen.

Corona-Impfstoff von BioNTech erhält EU-Zulassung: Wird ab Sonntag schon geimpft?

Update vom 21. Dezember, 19 Uhr: Fast zehn Monate nach Ausbruch der Corona-Pandemie in Europa kann es jetzt auch in der Europäischen Union mit den Impfungen losgehen. Die EU-Kommission erteilte dem Impfstoff des Mainzer Unternehmens BioNTech und seines US-Partners Pfizer am Montag die Marktzulassung. „Heute fügen wir dem Kampf gegen Covid-19 ein wichtiges Kapitel hinzu“, sagt Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in Brüssel.

Zuvor hatte die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) grünes Licht für die Zulassung gegeben. Damit steht dem Beginn der Impfungen in der EU nichts mehr im Wege. In Deutschland sollen die ersten Dosen am kommenden Sonntag (27. Dezember) gespritzt werden. Bis dahin soll das bundeseigene Paul-Ehrlich-Institut die Impfchargen prüfen und freigeben. Die erste Lieferung von Impfdosen von BioNTech soll am Samstag (26. Dezember) in Deutschland eintreffen. Erwartet werden 151.125 Impfdosen, wie die Berliner Gesundheitsverwaltung mitteilte, nachdem Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die Gesundheitsministerkonferenz informiert hatte.

Laut Mitteilung sollen am 28. Dezember weitere 521.625 Impfdosen geliefert werden, am 30. Dezember dann 672.750. In der ersten Kalenderwoche 2021 werden 672.750 Impfdosen erwartet. Pro Person sind zwei Impfungen vorgesehen. Als erstes sollen die über 80-Jährigen, Personal und Bewohner von Pflegeheimen sowie auch Gesundheitspersonal mit sehr hohem Infektionsrisiko geimpft werden. Nach den klinischen Studien gibt BioNTech die Wirksamkeit des Impfstoffs mit 95 Prozent an.

Die Hersteller BioNTech und Pfizer stehen nach eigenen Angaben in den Startlöchern: „Wir sind bereit, mit der Auslieferung der ersten Impfstoffdosen in der EU zu beginnen, sobald wir grünes Licht erhalten“, sagte BioNTech-Chef und Mitgründer Ugur Sahin am Montag vor der Entscheidung der EU-Kommission. Spahn sprach von einem „Meilenstein in der Pandemiebekämpfung“. Impfen ebne den Weg aus der Krise. „Und wir tun alles dafür, diesen Weg so schnell wie möglich zu gehen.“

Corona-Impfstoff: ist er auch gegen neue Virus-Mutation wirksam?

EMA-Direktorin Emer Cooke sagte in Amsterdam: „Das ist wirklich eine historische wissenschaftliche Leistung.“ Sie warnte aber davor, dass der Wendepunkt der Pandemie noch nicht erreicht sei. Die Behörde rechne aber damit, dass der Impfstoff auch gegen die neu aufgetretene Coronavirus-Variante wirksam ist. „Zu diesem Zeitpunkt gibt es keinen Beweis für die Annahme, dass der Impfstoff nicht gegen die neue Variante wirken könnte“, sagte die Direktorin. Darüber müssten aber noch mehr Informationen gesammelt werden.

Corona-Impfstoff von BioNTech: Wie sicher ist er?

Der Impfstoff ist bereits unter anderem in Großbritannien, den USA und Kanada zugelassen. Er hat nach Angaben der EMA eine Wirksamkeit von rund 95 Prozent und wird für Personen ab 16 Jahren empfohlen. Nach Angaben der EMA wurden bereits rund 270.000 Personen mit dem Stoff geimpft, und es habe bislang nur vereinzelt Fälle von allergischen Reaktionen gegeben, meist mild.

Die Experten der EMA hatten bereits seit Wochen die Daten und Resultate der klinischen Tests der Hersteller geprüft. Die bedingte Zulassung in allen 27 EU-Staaten verpflichtet die Hersteller, auch danach noch Daten etwa zur Langzeitwirkung an die EMA zu übermitteln. Auch Angaben zu möglichen Nebenwirkungen oder allergischen Reaktionen werden weiterhin geprüft.

Die Experten bekräftigten, dass bei der Prüfung der Daten keinerlei Abstriche bei der Sicherheit gemacht worden waren. Es sei klar, dass es Sorgen wegen der Geschwindigkeit der Zulassung gebe, sagte Harald Enzmann, der Vorsitzende des Ausschusses für Humanarzneimittel. Aber: „Die analysierten Daten entsprechen den Standards der Verlässlichkeit und Qualität.“ Nicht zuletzt sei es einer der größten Impfstofftests der Geschichte gewesen.

Impfstoff von BioNTech zugelassen – Dosen reichen für bis zu 6,5 Millionen Menschen

Im Januar könnten nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums drei bis vier Millionen Dosen zur Verfügung stehen. Im ersten Quartal rechnet Spahn mit 11 bis 13 Millionen Impfdosen. Da das Präparat zweimal verabreicht werden muss, würde diese Menge in etwa für 5,5 bis 6,5 Millionen Menschen reichen. Insgesamt hat sich der Bund über einen EU-weiten Schlüssel und nationale Vereinbarungen bisher mehr als 300 Millionen Dosen gesichert - von BioNTech und anderen Herstellern. In anderen Ländern wie den USA oder Großbritannien wird das Präparat von BioNTech/Pfizer bereits auf Grundlage einer Notfallzulassung genutzt. Voraussichtlich am 6. Januar will die EMA auch den Weg frei machen für die Zulassung des zweiten Impfstoffes, dem Präparat vom US-Konzern Moderna.

Corona-Impfstoff von BioNTech: Arzneimittel-Behörde gibt grünes Licht für Zulassung in EU

Update vom 21. Dezember: Die europäische Arzneimittelbehörde EMA hat heute grünes Licht für den Corona-Impfstoff von BioNTech und Pfizer gegeben. Das verkündet die Leiterin der Behörde, Emer Cooke, in einer Pressekonferenz. „Die Ergebnisse zeigen, dass der Nutzen größer ist als das Risiko“, betont die Irin. Nun muss noch die EU-Kommission die Genehmigung erteilen. Cooke erklärt zudem, dass die EMA alle Informationen zu dem Impfstoff veröffentlichen werde, damit die Menschen Vertrauen über die Fakten erhalten.

Wir sind noch nicht am Wendepunkt dieser Pandemie angekommen“, mahnt Emer Cooke und ruft die Bevölkerungen dazu auf, sich auch weiterhin an die Maßnahmen wie Masken, Abstand und Hygiene zu halten. Außerdem erklärt die Irin, dass das Vakzin wohl auch den aktuellen Daten nach auch gegen die neue Corona-Mutation helfen werde. Voraussichtlich am 6. Januar will die EMA auch den Weg frei machen für die Zulassung des zweiten Impfstoffes, dem Präparat vom US-Konzern Moderna.

Corona-Impfstoff von BioNTech: Zulassung schon nächste Woche?

Update vom 15. Dezember, 15:47 Uhr: Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA will bereits am 21. Dezember ihr Gutachten über die Zulassung des Corona-Impfstoffs von BioNTech und Pfizer vorlegen – acht Tage früher als geplant. Das kündigte die Behörde am Dienstag in Amsterdam an. Es gilt als so gut wie sicher, dass die EMA grünes Licht geben wird. Formell muss dann noch die EU-Kommission zustimmen. Das gilt als Formsache und könnte auch innerhalb eines Tages erfolgen. Damit wäre der Weg frei für Massen-Impfungen in allen EU-Mitgliedsstaaten.

Corona-Impstoff vom BioNTech: Zulassung schon vor Weihnachten? Verwirrung um Datum

Erstmeldung vom 15. Dezember, 14 Uhr: Großbritannien ist das erste Land in dem der Corona-Impfstoff der Mainzer Firma BioNTech und des US-Pharmakonzerns Pfizer zugelassen worden ist. In den vergangenen Tagen ist das Vakzin schon zehntausenden Briten verabreicht worden. Als erstes sind Menschen über 80 an der Reihe, dann medizinisches Personal. Die erste Britin, die das BioNTech-Vakzin verabreicht bekommen hat, war die 90-jährige Margaret Keena. Seit dieser Woche soll der Impfstoff auch in ausgewählten Arztpraxen gespritzt werden können. Am Montagmorgen (14. Dezember) ist es dann auch in den USA soweit.

Die Intensivschwester Sandra Lindsey hat in New York die erste Spritze des BioNTech-Vakzins erhalten. „Ich spüre es, die Heilung naht. Ich hoffe, dass dies der Anfang vom Ende einer sehr schmerzhaften Epoche unserer Geschichte ist“, sagt sie während einer Live-Übertragung.

BioNTech-Impfstoff: Wann wird er in Deutschland zugelassen?

Nach diesen Bildern fragen sich viele Europäer wann der BioNTech-Impfstoff auch endlich hierzulande zugelassen wird. Die europäische Arzneimittelbehörde EMA hatte angekündigt, ihre Entscheidung bis zum 29. Dezember zu fällen. Der Deutschen Krankenhausgesellschaft geht das nicht schnell genug und sie fordert eine Notfallzulassung für den Impfstoff gegen das Coronavirus.

„Ich frage mich, ob wir wirklich bis zum 29. Dezember brauchen, um in Europa eine Zulassung des Impfstoffs zu erreichen. Europa sollte auch versuchen, schon vorher eine Notfallzulassung zu schaffen“, sagt der Präsident der Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, dem „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ am Dienstag.

Corona-Impfstoff von BioNTech: Verwirrung um Impf-Start

In der Bundespressekonferenz am Dienstagmittag, 15. Dezember, spricht sich Gesundheitsminister Jens Spahn gegen eine Notfallzulasssung des BioNTech-Impfstoffes aus. „Die Frage, wie ein Impfstoff zugelassen wird, ist aus meiner Sicht etwas, was Vertrauen erweckt und deswegen gibt es eine ordentliche Zulassung durch die Europäische Arzneimittelbehörde.“ Er kündigt jedoch an, dass ein erster Impfstoff gegen das Coronavirus noch vor Weihnachten von der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA zugelassen werden soll. Es handelt sich wahrscheinlich um den Impfstoff von BioNTech und Pfizer.

Wie die Bild-Zeitung aus EU-Kommissions- und Regierungskreisen erfahren hat, soll der Impfstoff schon am 23. Dezember zugelassen und am 26. Dezember schon mit dem Impfen in Deutschland gestartet werden. Eine Sprecherin der Europäischen Arzneimittelbehörde sagt der Deutschen Presse-Agentur in Amsterdam mit Blick auf den Bild-Artikel, dass die Behörde aktuell noch mit dem Zulassungsdatum 29. Dezember arbeite. Auszuschließen sei aber ein früherer Zeitpunkt nicht. Während des laufenden Prüfverfahrens werde auch der Zeitrahmen laufend angepasst.

BioNTech-Impfstoff: Sind bis zum Sommer 60 Prozent der Deutschen geimpft?

Ob vor oder nach Weihnachten: Jens Spahn geht davon aus, dass bis zum Sommer 2021 rund 61 Prozent der Deutschen gegen das Coronavirus geimpft sein könnten. Laut Weltgesundheitsorganisation WHO ist eine Durchimpfrate von 60 bis 70 Prozent nötig um wirkungsvoll gegen die Corona-Pandemie anzukämpfen. Im ersten Quartal 2021 wird in Deutschland mit 12 bis 13 Millionen Impfdosen zu rechnen. Wenn der Impfstoff von Astra Zeneca oder Johnson & Johnson bald zugelassen werde, wären es sogar noch mehr.

Corona-Impfstoff von BioNTech: Beipackzettel enthüllt Nebenwirkungen

Laut eigenen Angaben bietet der Impfstoff von BioNTech einen 95-prozentigen Schutz vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus. Zwei tage nach dem Impfstart in Großbritannien ist der Beipackzettel des Corona-Impfstoffs von Biontech veröffentlicht worden. Darin werden unter anderem VorbereitungAnwendung und Nebenwirkungen des Corona-Impfstoffs von BioNTech und Pfizer erläutert. So kann es an der Einstichstelle zu RötungenSchwellungen oder leichten Schmerzen kommen. 3,8 Prozent der Probanden verspürten Müdigkeit und Erschöpfung, zwei Prozent klagten über Kopfschmerzen. Bei älteren Studienteilnehmern wurden zudem seltener Nebenwirkungen festgestellt als bei jüngeren.

BioNtech-Impfstoff: Behörde warnt vor schweren Nebenwirkungen für Allergiker

Nach den ersten Impfungen in Großbritannien sind jetzt aber weitere, durchaus schwerwiegendere Nebenwirkungen bekannt geworden. Die britische Arzneimittelbehörde Medecines and Healtcare products Regulatory Agency (MHRArät nun Menschen, die an Allergien gegen Arzneimittel, Lebensmittel oder Impfstoffen leiden, von einer Impfung mit dem BioNTech-Vakzin ab.

Corona in Deutschland: Laut RKI ist die Lage ernst wie nie

Nach Einschätzung des Robert-Koch-Instituts (RKI) ist die Corona-Lage in Deutschland so ernst wie nie zuvor. Am Dienstag in Berlin teilt RKI-Chef Lothar Wieler mit, dass die Fallzahlen so hoch wie nie seien und weiter anstiegen. Die Gefahr bestünde, dass sich die Situation weiter verschlimmert und es schwieriger wird, mit der Corona-Pandemie und ihren Folgen umzugehen. Aktuell sind in Deutschland 325.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, im Sommer seien es wenige Tausend gewesen. Mit durchschnittlich 12.000 bis 29.000 Neuinfektionen pro Tag lägen die Fallzahlen deutlich höher als Noch im November.

Dass sich aktuell wieder so viele mit dem Virus infizierten, sei das „Ergebnis von Sorglosigkeit einiger Menschen“. Er appelliert an die Bevölkerung, ihre Kontakte zu reduzieren. Er selbst werde die Höchstzahl bei Treffen zur Weihnachtszeit nicht ausnutzen. Diese Corona-Regeln gelten an Weihnachten und Silvester in Baden-Württemberg. (kp)

Rubriklistenbild: © Nadine Weigel/picture alliance/dpa-Bildfunk

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