Nach Geschäfts-Analyse

Bilfinger erwartet Verlust

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Bilfinger Verwaltungsgebäude, Oberhausen

Mannheim - Der Bau- und Dienstleistungskonzern Bilfinger ist weiter in Schwierigkeiten. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet Bilfinger hohe Verluste. 

Nach drei Gewinnwarnungen seit Ende Juni dürfte diese Nachricht nicht überraschen.

Wie der Bau- und Dienstleistungskonzern Bilfinger mitteilte, erwartet der Vorstand wegen hoher Abschreibungen auf das Kraftwerksgeschäft im laufenden Jahr einen Verlust. Nach Steuern beträgt der Verlust rund 230 Millionen Euro!

Für die Verluste macht das Unternehmen „die erheblich verschlechterte Nachfrage – insbesondere in Deutschland und weiteren europäischen Ländern“ verantwortlich. Diese führe nicht nur zu einer reduzierten Ergebniserwartung 2014, sondern auch zu einer grundlegenden „Anpassung der Ergebnisaussichten für die folgenden Geschäftsjahre.“

An der Börse kam die Mitteilung des MDax-Konzerns gar nicht gut an: Die Aktie brach um mehr als neun Prozent ein. gab mehr als vier Prozent nach.

An der Börse sorgten die neuen Hiobsbotschaften für einen erneuten Kursrutsch. Die Titel brachen um mehr als 14 Prozent auf 43,72 Euro ein. Noch vor einem halben Jahr waren die Papiere noch mehr als doppelt so viel wert.

Probleme im Aufsichtsrat, weitere Stellenstreichungen möglich

Der frühere hessische Ministerpräsident Roland Koch hatte als Quereinsteiger das Ruder beim Mannheimer Konzern übernommen und den Konzernumbau vorangetrieben. Anstelle des angestammten Baugeschäfts konzentriert sich Bilfinger inzwischen auf technische Dienstleistungen wie den Entwurf und die Wartung von Kraftwerken und Industrieanlagen. 

Koch war im August als Vorstandschef zurückgetreten, nachdem er zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen seine Jahresziele reduzieren musste. Die negativen Geschäfts-Aussichten hatte er zuvor mit der Energiewende erklärt, durch die der Kraftwerksbau lahme. 

Wegen der schlechteren Auftragslage in der Kraftwerkssparte hatte Koch den Abbau von 200 bis 300 Stellen angekündigt, nachdem mit einem früheren Sparprogramm bereits 1250 Arbeitsplätze in der Verwaltung auf die Streichliste gesetzt worden waren. Sein Vorgänger und Interims-Nachfolger Herbert Bodner hatte zuletzt angedeutet, dass es zu weiteren Streichungen kommen könnte.

Bilfinger SE/dpa/rmx

Quelle: Mannheim24

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