Wieder Chemikalie ausgetreten

Produktaustritt bei BASF: Gefahr für den Rhein – 300 Kilo Chlorbenzol strömen in den Fluss

Ludwigshafen - Am Samstagabend (17. April) herrscht große Aufregung bei dem weltweit führenden Chemiekonzern BASF - Hunderte Kilogramm Chlorbenzol strömen in den Rhein.

Erst in der vergangenen Woche macht das Unternehmen in Ludwigshafen positive Schlagzeilen mit einem eigenen Impfzentrum. Als erstes Unternehmen in Deutschland impft BASF von Mittwoch (14. April) an ausgewählte Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen gegen das Coronavirus. Dabei handelt es sich um ein Pilotprojekt des Bundes mit dem Land Rheinland-Pfalz. Man sei stolz, helfen zu können, die Impfgeschwindigkeit zu erhöhen, das Gesundheitssystem zu entlasten und so einen weiteren Beitrag in der Pandemiebekämpfung zu leisten, so Vorstandsmitglied und Standortleiter in Ludwigshafen Michael Heinz. Doch kurz nach den erfreulichen Nachrichten kommt es bei der BASF zu einem Vorfall, bei dem mehrere Hundert Kilo eines umweltgefährdenden Stoffes in den Rhein gelaufen sind.

Name BASF SE
Gründung6. April 1865 in Mannheim
SitzLudwigshafen am Rhein
Leitung Martin Brudermüller
Mitarbeiterzahl110.302
BrancheChemische Industrie, Öl und Gas

BASF Ludwigshafen: Produktaustritt in den Rhein

Rund 300 Kilogramm Chlorbenzol sind seit Samstagabend über einen Kühlwasserauslauf der BASF im Ludwigshafener Stammwerk in den Rhein gelangt. Wie das Unternehmen am Sonntagabend mitteilt, sei der verursachende Betrieb identifiziert, die Anlage abgestellt und damit der Produktaustritt gestoppt. Die genaue Ursache für die Emission werde derzeit ermittelt.

Der Stoff Chlorbenzol ist der Wassergefährdungsklasse 2 - also deutlich wassergefährdend - zugeordnet. Chlorbenzol dient als Lösungsmittel bei der Herstellung von Feinchemikalien. Er ist im Sicherheitsdatenblatt mit folgenden Eigenschaften gekennzeichnet:

  • Flüssigkeit und Dampf entzündbar
  • Schwer biologisch abbaubar
  • Verursacht Hautreizungen und schwere Augenreizung
  • Gesundheitsschädlich beim Einatmen
  • Giftig für Wasserorganismen mit langfristiger Wirkung

Produktaustritt bei BASF in Ludwigshafen: Diese Folgen hat die Panne am Kühlwasserlauf

Glück im Unglück: Aufgrund der ausgetretenen Menge und der Verdünnung im Rhein sei nach Angaben der BASF nicht von einer Gefährdung von Wasserorganismen auszugehen. Die zuständigen Behörden seien informiert worden. Das rheinland-pfälzische Umweltministerium hat vorsorglich eine Rheininformation an die Rheinanlieger herausgegeben. (PM/sik)

Rubriklistenbild: © Uwe Anspach/dpa

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