Mehrere Niederlassungen in China betroffen

BASF, ABB und Co.: So sollen sich Mitarbeiter vor Coronavirus schützen

Mannheim/Ludwigshafen - Firmen aus der Region haben Mitarbeitern in China Anweisungen zum Umgang mit dem Coronavirus gegeben – darunter auch die BASF, Siemens und ABB:

  • Anfang des Jahres bricht Coronavirus in China aus – tausende Menschen infiziert.
  • Firmen aus der Region haben Niederlassungen in China.
  • BASF, ABB und Co. geben Richtlinien für Mitarbeiter heraus.

Seit Anfang des Jahres hält ein neuartiges Coronavirus, das in China ausgebrochen ist, die Welt in Atem. Vor allem in der Metropole Wuhan, die etwa 11 Millionen Einwohner hat, häufen sich die Erkrankungen. Laut Spiegel-Online meldet China bisher 80 Todesfälle und 2.744 Infizierte! Die Regierung des Landes hat daher die Maßnahmen verstärkt und etwa ein dutzend Städte abgeschottet. Doch auch in anderen Ländern, wie zum Beispiel den USA, Australien und Frankreich, hat es bereits Ansteckungen gegeben. Auch in Deutschland steigt die Sorge, dass das Coronavirus ausbricht.

Ein Verschwörungs-Video sorgt derweil für Panik unter der Bevölkerung – alle Infos und Fakten zum Thema Coronavirus.

Mannheim/Ludwigshafen: Angst vor Cornoavirus – Gesundheit der BASF-Mitarbeiter steht im Fokus

Im Kampf gegen den neuen Coronavirus sind auch Firmen aus der Region gefordert. Denn mehrere Unternehmen haben Niederlassungen und Mitarbeiter in China – deren Gesundheit nun im Fokus steht. Nach Informationen des „Morgenweb“ habe der Chemiekonzern BASF ein Reiseverbot für seine Mitarbeiter verhängt. Der Konzern hat zwei Standorte in China. Einen in Nanjing, ein weiterer in Zhanjiang wird derzeit gebaut

Die Lage spitzt sich zu. Nachdem am Samstagabend über 100 Menschen aus Wuhan nach Deutschland gebracht wurden, gibt es die ersten Corona-Infizierten in Germersheim. In Deutschland sind acht weitere Menschen am Coronavirus erkrankt

Mannheim/Ludwigshafen: Reiseverbot und Mundschutz sollen BASF-Mitarbeiter vor Coronavirus schützen

Auch die Firma Siemens, die in Mannheim eine Niederlassung hat, habe in Wuhan einen kleinen Standort. Wie eine Sprecherin des Unternehmens auf Anfrage des „Morgenweb“ erklärt, habe man die Mitarbeiter dazu angehalten, nicht die betroffene zentralchinesische Region zu besuchen. 

Der Schweizer Konzern ABB mit Hauptsitz in Mannheim betreibt in Shanghai eine Roboterfabrik. Die Mitarbeiter sollen sich an die Anweisungen der chinesischen Regierung halten. Diese untersagt Reisen nach Wuhan und empfiehlt einen Mundschutz zu tragen. Auch das Robert Koch Institut und die WHO raten zu diesen Maßnahmen. Die Institute schätzen zudem die Gefahr, dass das Virus nach Deutschland und die EU importiert wird, als sehr gering ein. 

In China breitet sich der Coronavirus immer weiter aus. Daher will die Bundesregierung 90 Deutsche aus demCorona-Krisenherd Wuhan einfliegen. Das Flugzeug der Bundeswehr soll voraussichtlich am 1. Februar am Frankfurter Flughafen landen. Von dort werden die 90 China-Rückkehrer im Luftwaffenstützpunkt in Germersheim gebracht und zwei Wochen lang unter Quarantäne gesetzt.

Als das Coronavirus ausbrach, absolvierte der Heidelberger Student Michel Leisner ausgerechnet in Wuhan ein Praktikum. So entkam er aus der Sperrzone.

Mannheim/Ludwigshafen: Wegen Coronavirus – Home Office als Alternative 

Erst vor kurzem hat der Softwarekonzern SAP ein Büro in der Metropole Wuhan eröffnet. Auch hier sollen sich die Mitarbeiter an die Richtlinien halten. „Bei Bedarf können die Kolleginnen und Kollegen vor Ort virtuell zusammenarbeiten oder sich im Home Office aufhalten“, sagt ein Sprecher gegenüber dem „Morgenweb“. Zudem sei der Bestand an Hygieneartikeln und Schutzmasken erhöht worden. 

Der Weinheimer Freudenberg-Konzern und das Partner-Unternehmen NOK beschäftigen etwa 10 Mitarbeiter in einem Büro. Für diese habe die Firma ein Reiseverbot nach Wuhan verhängt – zusammen mit strengen Gesundheitsrichtlinien für Reisen innerhalb Chinas. 

Mannheim/Ludwigshafen: Unternehmen stehen im Kontakt zu Behörden wegen Coronavirus

Rund 360 Mitarbeiter des Industriekonzerns ThyssenKrupp arbeiten derzeit in Zentralchina. Für diese gelte zwar kein Reiseverbot, wer aber in Wuhan gewesen sei, solle erstmal zu Hause bleiben. Generell stünden die Unternehmen im Austausch mit den örtlichen Behörden wegen des Coronarvirus. Dazu zählen auch Roche und Daimler, die zwar Niederlassungen in China haben, aber nicht in Wuhan. 

Die Unikliniken Mannheim und Heidelberg stehen vor einer neuen Herausforderung. Der Coronarvirus aus China ist in Deutschland angekommen und die Kliniken haben mit ersten Verdachtsfällen zu tun. 

Auch wenn die Reaktion der chinesischen Regierung drastisch erscheint, mahnt die Bundesregierung hierzulande vor Panikmache und beteuert immer wieder, dass sie auf eine Corona-Epidemie vorbereitet sei. Trotzdem kursieren viele Verschwörungstheorien im Internet, die Angst vor einer tödlichen Corona-Welle schüren. Selbst Mannheim bleibt vor der Gerüchteküche nicht verschont, denn es kursieren Fake News in den sozialen Medien, die behaupten, ein Corona-Patient würde in einem Mannheimer Krankenhaus behandelt werden. 

dh

Quelle: Mannheim24

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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