1. Ludwigshafen24
  2. Region

BW: Neue Corona-Verordnung – Wann der Teil-Lockdown für Ungeimpfte droht

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Daniel Hagen

Baden-Württemberg – Ab Montag tritt eine Verordnung in Kraft, die das 2G-Modell einsetzt, sobald zu viele Intensivbetten belegt sind. Ab wann die Einschränkungen für Ungeimpfte gelten: 

Die vierte Corona-Welle ist auf dem Vormarsch und sorgt dafür, dass vor allem ungeimpfte Menschen im Krankenhaus landen. Sollten dort die sowieso schon knappen Intensivbetten zu sehr ausgereizt werden, plant das Land Baden-Württemberg eine radikale Maßnahme. Die hat vor allem Folgen für Ungeimpfte. Denn in der neuen Corona-Verordnung wird das 2G-Modell im gesamten Bundesland eingeführt. Ein Schritt, den auch der Vorsitzende des Weltärztebundes begrüßt. Was genau geplant ist und ab wann es in Kraft treten soll:

NameBaden-Württemberg
HauptstadtStuttgart
Bevölkerung11,07 Millionen (2019)
MinisterpräsidentWinfried Kretschmann (Die Grünen)

2G in Baden-Württemberg: Neue Verordnung regelt Teil-Lockdown für Ungeimpfte

Nach der Abkehr von der 7-Tage-Inzidenz als Gradmesser für Corona-Maßnahmen hat sich das Land Baden-Württemberg in seinem Entwurf für eine Corona-Verordnung auf neue Grenzwerte festgelegt. An diese sollen die Beschränkungen für Ungeimpfte festgemacht werden. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen erfahren hat, soll eine erste Warnstufe gelten, sobald 250 Intensivbetten mit Covid-19-Patienten belegt sind oder 8 von 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen mit Symptomen in eine Klinik eingeliefert worden sind. Werden diese Werte überschritten, sollen Ungeimpfte nur noch mit einem PCR-Test Zugang zu bestimmten öffentlichen Bereichen haben.

Eine Alarmstufe soll dann ausgelöst werden, sobald 390 Covid-Patientinnen oder Patienten auf Intensivstationen behandelt werden oder die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz bei 12 liegt. Dabei handelt es sich um die Anzahl schwerer Krankheitsverläufe. Ab diesem Moment werden in Baden-Württemberg die 2G-Regeln eingeführt, nach denen nur noch Geimpfte und Genesene bestimmte Orte wie Gaststätten, Bars oder Veranstaltungen besuchen dürften. Eine Hochrechnung der aktuellen Entwicklung der Intensivpatientenzahlen zeigt, wann die Knallhart-Regeln für Ungeimpfte in Kraft treten könnten.

Die geplante neue Corona-Verordnung wird zurzeit noch zwischen den Ministerien abgestimmt, die Warnstufen sind dem Vernehmen nach aber fix. Die Verordnung soll voraussichtlich Ende der Woche verkündet werden und am Montag (13. September) in Kraft treten.

2G in Baden-Württemberg: Vorsitzender des Weltärztebundes für 2G-Regeln überall

Aktuell liegen 174 Covid-Patienten auf den Intensivstationen des Landes. Der Hospitalisierungsindex liegt bei etwas über 2. Vor allem wegen der Reiserückkehrer aus dem Ausland rechnet das Land mit steigenden Inzidenzen und deutlich mehr Intensivpatienten, wenn die Schulferien an diesem Wochenende enden. Nach einer Prognose des Landesgesundheitsamts könnte in gut einer Woche der Grenzwert von 250 belegten Intensivbetten überschritten werden. Die Marke 300 könnte am 20. September erreicht sein!

„Um die vierte Welle zu brechen, bevor sie dramatisch wird, sollte man jetzt bundesweit überall dort, wo es möglich ist, eine 2G-Regel einführen“, erklärt der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Wo das nicht möglich sei, zum Beispiel in öffentlichen Verkehrsmitteln, müssten Ungeimpfte einen aktuellen PCR-Test vorweisen. Nur so könne der Anreiz geschaffen werden, sich impfen zu lassen. „Die Nicht-Geimpften sind jetzt natürlich die Träger der Pandemie“, betont der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann bereits vor wenigen Tagen. (dpa/dh)

Auch interessant

Kommentare