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A67 bei Rüsselsheim: Nach Auto-Unfall – überlebt ausgebüxtes Reh den Crash?

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Von: Peter Kiefer

Rüsselsheim - Nach einem Unfall mit einem Ford Transit auf der Autobahn 67 soll ein junges Reh ins Tierheim gebracht werden – doch der verletzte Bock büxt aus. Ob er überlebt?

Nicht mit „Jack in the Box“, sondern mit einem Reh in the Box haben es Einsatzkräfte der Autobahnpolizei am frühen Samstagmorgen (17. April) auf der A67 zwischen dem Rüsselsheimer Dreieck und der Anschlussstelle Rüsselsheim Ost zu tun gehabt. Doch der Reihe nach: Der Fahrer eines Ford Transit hat keine Chance gehabt, auszuweichen oder rechtzeitig abzubremsen, als das junge Reh plötzlich auf die Autobahn gerannt ist. Das angefahrene Wildtier wird verletzt und bleibt benommen auf der Fahrbahn liegen.

Verkehrsteilnehmer haben das Reh von der Fahrbahn gezogen, so dass die Gefahrenmeldung im Radio unmittelbar wieder zurückgenommen werden konnte. Eine Streife der alarmierten Autobahnpolizei hat sich anschließend um den total verängstigten Rehbock gekümmert, der sich zwischenzeitlich in eine Holztransportkiste der dortigen Autobahnbaustelle verkrochen hat.

Das völlig verängstigte Reh in der Transportbox.
Das völlig verängstigte Reh in der Transportbox. © Polizeipräsidium Südhessen

Der zuständige Jagdpächter ist informiert worden und wollte den „ Vierenderrehbock“ gerade zur ärztlichen Versorgung und vorübergehenden Unterbringung ins Tierheim Rüsselsheim bringen, als der Reh beim Versuch des tierischen Krankentransports in das angrenzende Waldgebiet geflüchtet ist. Ob der Rehbock die Kollision mit dem Kleintransporter letztendlich überleben wird, wird zeitnah durch den Wildtierbeauftragten überprüft werden, der das Gebiet weitläufig nach dem Tier absuchen wird.

Allgemeine Hinweise zum Thema Wildunfälle

Oft überleben die Tiere die Zusammenstöße mit einem Kraftfahrzeug nicht. Das richtige Verhalten bei der Begegnung mit dem Tier ist meist entscheidend dafür, ob der Fahrzeugführer später nur einen Schaden an seinem Kraftfahrzeug, oder auch an seiner eigenen Gesundheit zu beklagen hat. Fahrerfahrung und persönliches Können außer Acht lassend, kann ein Wildunfall jedem Verkehrsteilnehmer passieren.

Mit gewissen Verhaltensregeln kann der Fahrer jedoch nicht unerheblich Einfluss darauf nehmen, wie der Unfall verläuft. Häufig wird der Aufprall eines Tiers auf das eigene Fahrzeug unterschätzt. Die mentale Einstellung darauf, wie man sich verhalten will, wenn plötzlich ein Tier auf der Fahrbahn auftaucht, ist wichtig. Dazu gilt es, sich im Vorhinein mit möglichen Handlungsoptionen zu befassen: Taucht ein Tier im Scheinwerferlicht auf, gilt es sofort abzublenden. Gleichzeitig sollte ein zügiger, aber kontrollierter, Bremsvorgang eingeleitet werden.

Tipp der Verkehrsexperten: Nicht versuchen, dem Tier auszuweichen!

Auch wenn es egoistisch erscheinen mag: Versuchen Sie nicht dem Tier auszuweichen. Zum einen können Sie seine Bewegung nicht vorhersehen, zum anderen besteht die Gefahr in den Gegenverkehr zu geraten und die Kontrolle über das Fahrzeug zu verlieren und von der Fahrbahn abzukommen. Wenn möglich versuchen Sie durch Hupen das Tier zu verscheuchen.

Ein Tier kommt selten allein. Verkehrsteilnehmer müssen immer damit rechnen, dass noch weitere Tiere folgen. Sollten Sie trotz aller Vorsichtsmaßnahmen mit einem Tier kollidiert sein, dann schalten Sie sofort die Warnblinkanlage an und sichern Sie die Unfallstelle ab. Ist das Tier weggelaufen und ihr Fahrzeug noch fahrbereit, macht es Sinn bis zur nächsten Haltemöglichkeit weiterzufahren. Merken Sie sich aber die Unfallstelle und verständigen Sie anschließend sofort die Polizei, die Ihnen weitere Verhaltenshinweise geben wird.

Achtung! Angefahrene Wildtiere können für Menschen lebensgefährlich werden

Vorsicht bei angefahrenen noch lebenden Tieren, sie können zur Gefahr werden. Es kann keine Alternative sein, nach einem Zusammenstoß mit einem Tier einfach weiterzufahren - selbst wenn dieses weiterläuft. Fast immer ist davon auszugehen, dass Tiere durch eine Kollision verletzt wurden. Deshalb verständigt die Polizei nach einem Unfall den zuständigen Jagdpächter, der die Nachsuche nach dem Tier übernimmt und es gegebenenfalls von seinen Leiden befreien kann.

Wer diese Verständigungskette nicht in Gang bringt, kann sich wegen des Unerlaubten Entfernens von der Unfallstelle und des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz strafbar machen. Wer getötete oder verletzte Tiere auf der Fahrbahn liegen lässt, der bereitet damit Hindernisse und macht sich ggf. gemäß §315 b des Strafgesetzbuches strafbar. Ein totes Tier einfach ins Auto zu laden und mitzunehmen, stellt ebenfalls keine rechtlich zulässige Option dar. Grundsätzlich besteht bei einem solchen Verhalten der Verdacht der Jagdwilderei. (pol/pek)

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