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Sat.1-Skandal: „Plötzlich arm, plötzlich reich“ – Sender zieht den Stecker

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Von: Katja Becher

Ikke Hüftgold in seinem Video-Statement auf Instagram
Ikke Hüftgold in seinem Video-Statement auf Instagram © Screenshot Instagram ikkehueftgold

Sat.1: Ikke Hüftgold erhebt schwere Vorwürfe gegen den Sender. Grund sind Dreharbeiten zum Sozialexperiment „Plötzlich arm, plötzlich reich“, die der Partysänger abgebrochen hat. 

Bahnt sich der nächste Skandal gegen Sat.1 an? Nur wenige Wochen, nachdem der Sender wegen der skandalträchtigen Show „Promis unter Palmen“ viel Kritik einstecken musste, erhebt Matthias Distel alias Ikke Hüftgold heftige Vorwürfe. Es geht um die Dreharbeiten zu dem Sozialexperiment „Plötzlich arm, plötzlich reich“, die der Partysänger schon nach kurzer Zeit abgebrochen hat. Auf Instagram äußert sich der 44-Jährige öffentlich zu Vorfällen hinter den Kulissen und wirft dem Sender unter anderem vor, Ethik, Moral und Kindeswohl missachtet zu haben. Auch Sat.1 hat bereits auf die schweren Anschuldigungen reagiert.

SenderSat.1
GründungJanuar 1984
SitzUnterföhring (bei München)
Bekannte FormateSat.1-Frühstücksfernsehen, The Voice of Germany

Sat.1: Ikke Hüftgold bricht „Plötzlich arm, plötzlich reich“ ab – schwere Vorwürfe gegen Sender

In dem Sat.1-Format „Plötzlich arm, plötzlich reich“ geht es um den Rollentausch einer „reichen“ Familie mit einer „armen“ Familie. An dem Sozialexperiment, dessen Drehzeit laut promiflash.de auf neun Tage angesetzt war, sollte auch Ikke Hüftgold teilnehmen, doch er und seine Begleiter haben die Dreharbeiten nun vorzeitig abgebrochen. Auf Instagram veröffentlicht der Partysänger daraufhin ein Video, in dem er von unfassbaren Zuständen hinter den Kulissen berichtet. Betitelt ist das Video-Statement mit „Gewissenlose Quotenjagd auf dem Rücken missbrauchter Kinder!“

Der 44-Jährige behauptet in dem Instagram-Video, im Laufe der Dreharbeiten unter anderem erfahren zu haben, dass die beiden Kinder der teilnehmenden Familie in der Vergangenheit durch ihren Vater misshandelt worden seien. Bei ihm und seinen Begleitern sei die Frage aufgekommen, „ob man Kinder im Alter von acht und zehn Jahren, die offensichtlich psychische Probleme haben, rechtlich und moralisch gesehen in ein Fernsehformat ziehen kann, bei dem acht Tage am Stück bis zu zehn Stunden gearbeitet werden sollte.“

Sat.1: Traumatisierte Kinder bei Dreharbeiten? Ikke Hüftgold mit harten Anschuldigungen

Weiter erklärt Ikke Hüftgold auf Instagram, dass ihm der Aufnahmeleiter des Sat.1-Experiments erzählt hätte, dass sich bei Dreharbeiten in seinem eigenen Zuhause unglaubliche Szenen zugetragen haben sollen: „Einer der Jungen schlug sich laut Aufnahmeleitung mehrfach den Kopf an meine Zimmerwand, um sich selbst zu verletzen.“ Ein Geschwisterkind des Jungen habe vom Balkon geschrien und gedroht, sich etwas anzutun. Während dieser Erzählungen bricht immer wieder die Stimme des Partysängers.

Die Vorfälle und die Tatsache, dass die Kinder traumatisiert seien, seien den Verantwortlichen der Sat.1-Dreharbeiten bekannt gewesen, so Ikke Hüftgold auf Instagram. „Ethik, Moral, Anstand und das Kindeswohl wurden dabei vollkommen und in meinen Augen vorsätzlich ignoriert.“ In seinem Video fordert der 44-Jährige nicht nur eine lückenlose Aufarbeitung der Vorfälle, sondern auch Konsequenzen für den Sender.

Sat.1: Sender reagiert auf heftige Vorwürfe von Ikke Hüftgold

Kurze Zeit später reagiert auch Sat.1 auf Instagram auf die schweren Anschuldigungen von Ikke Hüftgold, bedankt sich in seinem Statement sogar bei dem Partysänger, „dass er uns über die Umstände beim Dreh zu ‚Plötzlich arm, plötzlich reich‘ informiert hat.“ Weiter schreibt der Sender auf Instagram: „Unmittelbar nachdem wir seine Mail erhalten haben, haben wir begonnen, mit der Produktionsfirma und der Familienhilfe zu reden, um der Familie zu helfen und um die Zusammenhänge aufzuarbeiten.“ Diese Arbeit sei noch nicht abgeschlossen, heißt es in dem Instagram-Beitrag weiter. „Aber es steht fest, dass SAT.1 keine Sekunde dieser Folge zeigt.“

Das Statement von Sat.1 auf Instagram
Das Statement von Sat.1 auf Instagram © Screenshot Instagram sat.1

Mehreren Instagram-Fans von Sat.1 scheint die Reaktion des Senders auf die schweren Vorwürfe allerdings nicht auszureichen. „Was ist das bitte fürn Statement? Da stehen noch ganz andere Vorwürfe im Raum, dass ihr ganz genau wusstet, was dort passiert und nicht zum ersten Mal“, schreibt zum Beispiel eine Person in den Kommentaren. Ein anderer User betitelte das Statement mit „Schwach, schwächer, Sat.1“. Ikke Hüftgold zeigt sich gegenüber promiflash hingegen erleichtert. „Ich hatte Angst, aber ich bin jetzt erleichtert, dass ich mir diese Last von der Seele genommen habe“, zitiert das Portal den 44-Jährigen.

Sat.1: Sender setzt „Plötzlich arm, plötzlich reich“ ab

Erst Tage später teilt der Sender auf seinem Twitter-Account mit, dass man die Sendung „Plötzlich arm, plötzlich reich“ abgesetzt hat. Sat.1 räumt außerdem „Fehler“ ein. „Die Aufarbeitung des letzten Drehs von „Plötzlich arm, plötzlich reich“ läuft noch. Es steht aber außer Frage, dass hier Fehler passiert sind, für die wir die Öffentlichkeit und die Familie um Entschuldigung bitten.“ Doch damit sei es nicht getan. „Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass diese Sendung nicht mehr zu dem Sat.1 passt, das wir gemeinsam mit und für unsere Zuschauer (...) weiterentwickeln wollen. Deshalb wird es keine neuen Folgen geben. Deshalb werden wir gedrehte Folgen nicht zeigen“, schreibt der Sender am 29. Mai auf Twitter.

An oberster Stelle stehe das Wohl der Kinder und der Familie, mit der man in engem Austausch stehe, so der Sender zu dem letzten Dreh. „Auch in den Monaten, die vor uns liegen, werden wir die Familie bestmöglich in ihrem Sinne finanziell und menschlich unterstützen. Es war und ist niemals Ziel von Sat.1, Menschen zu verletzen.“ Auch die Produktionsfirma Imago TV äußerte sich: „Wir bedauern vor allem, dass eine an den Dreharbeiten beteiligte Familie in die öffentliche Auseinandersetzung hineingezogen worden ist. Wir stehen weiter in Kontakt mit der Familie und wünschen vor allem den Kindern, dass sie von diesen Auseinandersetzungen möglichst wenig mitbekommen.“ (kab)

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