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„Lust, in dein Gesicht zu schlagen“ – Cyber-Mobbing belastet „Hartz und herzlich“-Darsteller

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Von: Madlen Trefzer

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„Hartz und herzlich“-Teilnehmer sprechen erstmals offen über ihre Erfahrungen mit Zuschauern und Cybermobbing. Baracklerin Beate trifft es besonders stark:

Hin und wieder erleben die „Hartz und herzlich“ -Teilnehmer in den Benz-Baracken von Mannheim angenehme Überraschungen. So bekommt Dieter (52), Vater von sieben Kindern, eines Tages ein Paket zugesandt. Darin findet er Süßigkeiten und etliche Schalke 04 Fan-Artikel. Darüber freut sich der Familienvater sehr und probiert seine neue Jacke gleich vor der Kamera an. Doch die Barackler bekommen nicht nur Unterstützung seitens der Zuschauer. 

SendungHartz und herzlich
SenderRTLZWEI
DrehortBenzbaracken Mannheim

Hasskommentare gegen „Hartz und herzlich“- Teilnehmer: Baracken-Bewohner leiden unter Cybermobbing

Auch zahlreiche ablehnende Nachrichten erreichen die Menschen aus den Benz-Baracken. „Es gibt viele Leute, die uns nicht mögen“, sagt Beate (53). Die Nachrichten und Kommentare sind verletzend und respektlos. „Habe richtig Lust in dein Gesicht zu schlagen bis ich keine Lust mehr habe“, schreibt jemand. Die Barackler kämpfen mit einer Flut von Hasskommentaren. Und das tagtäglich.

„Wir hatten den Mut, vor die Kamera zu gehen und zu zeigen, wie wir leben mit Hartz IV“, sagt Beate mit traurigem Blick. Kommentare, wie: „Wenn ich euch alle im Fernseher sehe könnte ich kotzen“ und „hey zurückgebliebene Drecksau“ gehören jedoch nun zu ihrem und zum Leben anderer „Hartz und herzlich“ -Teilnehmer. Beate gesteht vor offener Kamera: „Mich belastet das sehr.“ 

„Hartz und herzlich“: Hassnachrichten und Depressionen – Janines Mutter besonders betroffen

Laut Tochter Janine (25) hielt sich Beate dank Hassbotschaften schon selbst für eine schlechte Mutter. „Sie hat so bitterlich geweint“, erinnert sich Janine. Ihre Lösung bei Beleidigungen und Hassnachrichten: Blockieren. Doch Mutter Beate gehen die Kommentare viel näher: „Ich finde man muss nicht so schreiben. Diejenige, die das geschrieben hat, die sollte sich mal hinsetzen und sich fragen, was sie mir damit antut.“

Seit drei Jahren leidet Beate aus den Benz-Baracken schon an Depressionen. Sie verlässt ihr Haus nur noch, um Gassi zu gehen. Sie wünscht sich sehnlich herbei, dass es ihr besser geht. Selbst ihre Kinder und Enkel können die 53-Jährige nicht von ihren negativen Gedanken abbringen. „Ich verkriech mich immer mehr“, merkt sie selbst und kann kaum dagegen ankämpfen.

„Hartz und herzlich“-Teilnehmerin Beate will nicht aufgeben und gegen die Depressionen kämpfen

Der Kampf gegen Depressionen kostet die Hartz-IV-Empfängerin viel Kraft. Kommentare, wie „Du bist genau so hässlich und abgezockt wie deine Schwester“, verschlimmern den ausgangslosen Zustand. Auch Dagmar (†67) hat zu ihren Lebzeiten an Depressionen gelitten. „Sie muss raus, sie muss etwas erleben, damit sie merkt, dass ihr Leben Sinn hat“, hat sie ihrer Nachbarin einst geraten. Hier erfährst Du Näheres zu Hartz und herzlich: Trauer um Dagmar – Sender verrät Details zur Todesursache.

Dagmar ist damals aufgebracht darüber gewesen, dass ihre Nachbarin sich abkapselt und selbst nicht versucht, aus ihrem Zustand rauszukommen. Beate hat bereits versucht, sich professionelle Hilfe zu suchen und will nicht aufgeben. Auch Sohn Pascal will endlich Geld verdienen und seine Mutter unterstützen. Baracklerin Christine (44) wiederum hat nach der Hassnachrichten-Flut beschlossen, die Dreharbeiten zu unterbrechen, um ihre Kinder zu schützen. (mad)

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