Strache will Innenministerium

Ticker zur Österreich-Wahl: ÖVP-Chef Kurz beginnt mit Sondierungsgesprächen

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Sebastian Kurz will sich mit den Vorsitzenden aller fünf Parlamentsparteien treffen.

Nach der Wahl 2017 in Österreich liegt der 31-jährige Sebastian Kurz (ÖVP) klar vorn. Reaktionen, News und das Ergebnis im Live-Ticker zur Nationalratswahl.

  • Österreich hat am Sonntag, 15. Oktober 2017, einen neuen Nationalrat gewählt. Die Wahl ist das österreichische Gegenstück zur deutschen Bundestagswahl.
  • Das Land erlebt einen Rechtsruck: ÖVP-Kandidat Sebastian Kurz landete bei der Wahl 2017 auf Platz 1. Die bisherige Regierungspartei SPÖ ist abgeschlagen auf Platz 3. Zweitstärkste Kraft wird die rechtspopulistische FPÖ, die das beste Ergebnis aller Zeiten verbucht.
  • Das Endergebnis wird erst am Donnerstag feststehen. Bis dahin sollen auch die Briefwahlunterlagen ausgezählt sein.

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    12.33 Uhr: Sebastian Kurz will als Sieger der Parlamentswahl in Österreich umgehend mit Sondierungsgesprächen beginnen. „Ich möchte eine Regierung bilden, die den Mut und die Entschlossenheit hat, echte Veränderung voranzubringen“, sagte der Außenminister und Chef der konservativen ÖVP am Freitag in Wien. Er werde sich mit den Vorsitzenden aller fünf Parlamentsparteien treffen, um eine mögliche Zusammenarbeit auszuloten. Erst danach würden konkrete Koalitionsgespräche folgen. Eine Regierung der ÖVP mit der rechten FPÖ gilt als wahrscheinlichste Variante.

    Die Meldungen von Donnerstag, 19. Oktober

    14.15 Uhr: Österreichs möglicher neuer Bundeskanzler Sebastian Kurz hat sich unterdessen erneut zu einem proeuropäischen Kurs bekannt. „Jede Regierung, die ich bilde, wird eine proeuropäische sein“, sagte der ÖVP-Politiker am Donnerstag in Brüssel bei einem Treffen der konservativen Europäischen Volkspartei EVP. Er sehe Österreich als „Brückenkopf“ der Europäischen Union: Ihm gehe es um eine gute Zusammenarbeit mit Deutschland und Frankreich, aber auch mit den osteuropäischen EU-Mitgliedsstaaten. Eine mögliche Koalition mit der rechtspopulistischen FPÖ schloss Kurz nicht aus; er bestätigte Gespräche mit dem FPÖ-Spitzenkandidaten Heinz-Christian Strache.


  • 14.12 Uhr:
    Das amtliche Endergebnis der Wahl steht unterdessen immer noch nicht fest. Am Donnerstag werden noch die letzten Stimmen der Briefwähler ausgezählt. Dies kann bis in die Nacht dauern. Verschiebungen bei der Reihenfolge sind aber faktisch ausgeschlossen.

    14.10 Uhr: Der Wahlsieger der österreichischen Parlamentswahl, ÖVP-Chef Sebastian Kurz, wird am Freitag wie erwartet den Auftrag zur Regierungsbildung erhalten. Das teilte die Präsidentschaftskanzlei am Donnerstag in Wien mit. Staatsoberhaupt Alexander Van der Bellen wolle sich dazu Freitagvormittag mit dem 31-jährigen Außenminister treffen. Zuvor führte Van der Bellen bereits Gespräche mit allen Spitzenkandidaten.

    Österreichs Bundespräsident hat deutlich mehr Befugnisse als sein Amtskollege in Deutschland. Nach Nationalratswahlen hat er zumindest theoretisch freie Hand bei der Nominierung des Kanzlers und darf einzelne Minister ablehnen, die er für ungeeignet hält.


    7.14 Uhr: Nach Auszählung der letzten Briefwahlkarten wird das Innenministerium das amtliche Ergebnis der Wahl verkünden. Uhrzeit der Mitteilung ist noch unklar. Verschiebungen der Reihenfolge sind faktisch ausgeschlossen. Die konservative ÖVP siegte vor der sozialdemokratischen SPÖ. Die rechte FPÖ kam auf Platz drei.

    Das waren die Meldungen vom 18. Oktober:

  • 14.25 Uhr: Nach ihrem Wahlerfolg in Österreich beansprucht die rechtspopulistische FPÖ bei einer Regierungskoalition mit dem Wahlsieger ÖVP das Innenministerium für sich. Für ihn gebe es mehrere rote Linien, sagte FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache am Mittwoch in Wien auf seiner ersten Pressekonferenz seit der Wahl. Seine Partei werde nicht in eine Regierungskoalition mit der konservativen ÖVP eintreten, wenn sie nicht das Innenministerium erhalte.

    8.20 Uhr: Nach dem nahezu sicheren Ausscheiden der Grünen aus dem österreichischen Parlament stellt sich die Führungsebene der Partei neu auf. Spitzenkandidatin Ulrike Lunacek legt alle politischen Funktionen nieder, wie die langjährige EU-Parlamentariern am Dienstag in Wien mitteilte. „Was jetzt notwendig sein wird, ist ein Neustart für die Grünen“, sagte Lunacek. Auch Bundessprecherin Felipe tritt vom Parteivorsitz zurück. Sie wollen sich auf die Landtagswahlen in ihrer Heimat Tirol im kommenden Jahr konzentrieren. Die Partei müsse sich in den Bundesländern wieder erholen. „Es ist wichtig, dass wir da gut abschneiden und die Trendwende endlich schaffen“, sagte Felipe. Übergangsweise wird der langjährige Abgeordnete Werner Kogler den Vorsitz übernehmen.

Partei

ÖVP

SPÖ

FPÖ

Grüne

NEOS

Pilz

Prozent

31,4

26,7

27,4

3,3

5,0

4,1

Sitze im Nationalrat

61

52

53

0

9

8

Quelle: Vorläufiges Endergebnis des österreichischen Bundesministeriums für Inneres, 21.13 Uhr

Wahl in Österreich: Das waren die Meldungen vom 17. Oktober:

14.42 Uhr: Die Grünen in Österreich haben praktisch keine Chance mehr auf einen Verbleib im Parlament. Bei der noch ausstehenden Auszählung von etwa 36 000 Briefwahlstimmen müssten sie nach Angaben des Meinungsforschungsinstituts Sora rund 37 Prozent der gültigen Stimmen bekommen. Das sei nur eine „theoretische“ Möglichkeit, teilten die Wahlforscher am Dienstag mit. Die Grünen liegen nach aktualisierter Hochrechnung nun bei 3,8 Prozent der Stimmen und damit unter der Vier-Prozent-Hürde. Die restlichen Wahlkarten der Parlamentswahl vom Sonntag werden am Donnerstag ausgezählt.

Inzwischen sind mehr als 700 000 Briefwahlstimmen ausgezählt. An der Hochrechnung von Sora zum Ergebnis der anderen Parteien hat dies nichts Wesentliches mehr geändert. Die konservative ÖVP bleibt demnach mit 31,6 Prozent stärkste Kraft. Die Sozialdemokraten liegen mit 26,9 Prozent auf Platz zwei. Die FPÖ erreicht weiter 26 Prozent. Die liberalen Neos sind mit 5,2 Prozent im Parlament. Die Liste des Grünen-Abtrünnigen Peter Pilz erreicht 4,4 Prozent.

14.05 Uhr: Der Sieger der Parlamentswahl in Österreich, Sebastian Kurz, fordert von potenziellen Koalitionspartnern eine klare Haltung gegen den Antisemitismus. "Der Kampf gegen Antisemitismus und unsere Politik der Null-Toleranz gegenüber jeglichen antisemitischen Tendenzen ist mir sehr wichtig", sagte Kurz der israelischen Zeitung "Israel Hajom" vom Dienstag. Dies sei eine Vorbedingung für die Bildung einer Koalition unter seiner Führung. "Daran sollte es keinen Zweifel geben", fügte er hinzu.

12.31 Uhr: Der Chef der Rechtspopulisten in Österreich, Heinz-Christian Strache, hat bekräftigt, dass die FPÖ in einer neuen Regierung den Innenminister stellen will. Als „die einzige Sicherheitspartei“ müsse die FPÖ diesen Posten besetzen, sagte Strache am Dienstag vor Beginn einer Präsidiumssitzung in Wien. „Ziel ist es, in einer Regierung unsere Inhalte durchzusetzen“, fügte der Wiener hinzu. Sollten die Koalitionsverhandlungen nicht zum gewünschten Ergebnis kommen, wolle die FPÖ ihre Verantwortung in der Opposition leben. Die Partei werde sich selbst treu bleiben, sagte Strache.

12.16 Uhr: Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat vor Beginn der Regierungsverhandlungen auf den hohen Stellenwert der EU für das Land verwiesen. „Ich werde darauf achten, dass die in unserer Bundesverfassung festgeschriebenen europäischen Grundwerte, der Kompass für die Zukunft Österreichs bleiben“, sagte das Staatsoberhaupt am Dienstag in Wien. Es sei wichtig, dass die Gesamtinteressen Österreichs zu jeder Zeit über Parteitaktik stünden. „Ich werde inhaltliche Ziele, aber auch personelle Vorschläge genau prüfen“, so Van der Bellen. Die Aussagen können auf die Möglichkeit einer Regierungsbeteiligung der rechten FPÖ verstanden werden.

7.03 Uhr: Die Grünen in Österreich müssen weiter zittern, ob sie im nächsten Parlament vertreten sind. Nach einer neuen Hochrechnung liegen sie weiterhin bei 3,9 Prozent und damit knapp unter der Vier-Prozent-Hürde. Die am Montagabend im ORF veröffentlichte Hochrechnung berücksichtigt mehrere 100.000 Stimmen von Briefwählern. Deren Stimmen werden bis Donnerstag ausgezählt. Die aktuelle Schwankungsbreite der Hochrechnung beträgt 0,4 Prozentpunkte. Am Sonntag hatten die Österreicher ein neues Parlament gewählt. Auch für die anderen Parteien bedeutete die Berücksichtigung vieler Briefwähler keine Veränderung beim hochgerechneten Ergebnis. Die konservative ÖVP bleibt mit 31,6 Prozent stärkste Kraft. Die Sozialdemokraten liegen mit 26,9 Prozent auf Platz zwei. Angesichts der geringen Schwankungsbreite kann die rechte FPÖ sie von dort nicht mehr verdrängen. Die FPÖ erreicht weiter 26 Prozent. Die liberalen Neos sieht die neue Hochrechnung unverändert bei 5,1 Prozent. Die Liste des Grünen-Abtrünnigen Peter Pilz erzielt 4,3 Prozent. Die Auszählung der geschätzt mehr als 700.000 Briefwahlstimmen wird am Dienstag fortgesetzt.

Kurz lässt keine Zweifel an pro-europäischer Ausrichtung Österreichs

18.10 Uhr: Italiens Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi sieht durch die Wahl in Österreich die Niederlage der Linken in Europa besiegelt. Der Wahlausgang habe dagegen die „mitreißende Kraft der moderaten und verantwortungsbewussten Linie“ der Kräfte der Europäischen Volkspartei bestätigt, schrieb der Chef der konservativen Forza Italia am Montag auf Facebook. „Nach der Wahl in Deutschland mit der Bestätigung (...) von Angela Merkel haben auch die Wahlen in Österreich die Themen Sicherheit, Verteidigung der Grenzen und der Unterstützung der schwächsten Bürger ins Zentrum der europäischen Politik gerückt.“

15.43 Uhr: ÖVP-Spitzenkandidat Sebastian Kurz lässt nach seinem Sieg bei der Parlamentswahl in Österreich keinen Zweifel an der proeuropäischen Ausrichtung einer künftigen Regierung. Die Wähler hätten ein klares proeuropäisches Signal gegeben, sagte Kurz der Deutschen Presse-Agentur am Montag. „Es ist ein gutes Ergebnis für Europa. Die ÖVP war und ist die Europa-Partei in Österreich.“

Die Gestaltung der EU-Politik werde gerade während der Zeit des österreichischen EU-Ratsvorsitzes in der zweiten Jahreshälfte 2018 eine der zentralen Aufgaben der künftigen Regierung sein, meinte Kurz. Der Reformbedarf sei allerdings klar. Es werde in Zusammenarbeit mit Kanzlerin Angela Merkel und anderen darum gehen, Europa zum Positiven zu verändern.

15.10 Uhr: In Österreich wird mit Spannung erwartet, welche Regierung künftig die Politik des Landes bestimmt. Allgemein wird mit einem Bündnis der ÖVP mit der rechtspopulistischen FPÖ gerechnet, doch hielt sich Wahlsieger Sebastian Kurz zunächst bedeckt. Er werde mit allen Parteien Gespräche führen, versicherte er. 

Laut den Hochrechnungen kommt die ÖVP auf 31,7 Prozent, die SPÖ auf 26,9 Prozent und die FPÖ auf 26 Prozent. Die Grünen könnten demnach an der Vier-Prozent-Hürde scheitern. Das endgültige Endergebnis steht erst nach der Auszählung von rund 780.000 Briefwahl- und Wahlkarten-Stimmen fest. Diese dürfte bis Donnerstag dauern. 

Bundespräsident Alexander Van der Bellen kündigte an, er werde Kurz mit der Bildung einer Regierung beauftragen, sollte sich der Wahlsieg seiner ÖVP nach Auszählung aller Stimmen bestätigen. Im Laufe der Woche werde der Präsident mit allen Parteichefs sprechen, teilte sein Büro am Montag laut der österreichischen Nachrichtenagentur APA mit. 

Darum steht das endgültige Ergebnis der Wahlen noch nicht fest?

14.15 Uhr: Einen Tag nach der Wahl des Nationalrates in Österreich steht das endgültige Ergebnis noch nicht fest. Warum es erst für Donnerstag erwartet wird, lesen Sie hier.

13.08 Uhr: Österreichs Sozialdemokraten sind nach den Worten ihres Vorsitzenden Christian Kern bereit für Koalitionsgespräche mit dem Wahlsieger ÖVP und der rechten FPÖ. Unterstützung erhielt Kanzler Kern am Montag vor Beginn einer SPÖ-Präsidiumssitzung von Gewerkschaften und Bundesländern. Der mächtige Wiener Landeschef, Michael Häupl, stellt sich als starkes Gegengewicht aber dezidiert gegen jede etwaige Zusammenarbeit mit den Rechtspopulisten.

Basis der Gespräche müssen laut Kern der im Sommer entwickelte Wertekompass und ein Kriterienkatalog sein. Sollten die inhaltlichen Übereinstimmungen groß genug sein, gebe es im Prinzip eine Grundlage für ein Bündnis.

Ein Parteitagsbeschluss verbietet seit 30 Jahren eine Zusammenarbeit mit der FPÖ auf Bundesebene. Die SPÖ hatte 1986 ein Bündnis mit der FPÖ beendet, nachdem der höchst umstrittene Jörg Haider Chef der Rechtspopulisten geworden war.

11.01 Uhr: Die Pressestimmen verschiedener europäischer Zeitungen von Frankreich bis Ungarn zeigen: Die Österreich-Wahl spaltete Europa mehr denn je in Ost und West. Lesen Sie dazu unsere Zusammenfassung. 

10.55 Uhr: Die österreichischen Wähler sind auffällig nach rechts gerückt: Die konservative ÖVP hat bei ihrem Wahlsieg in Österreich in hohem Maß ihre Stammwähler mobilisiert und zugleich von Stimmengewinnen aus dem Lager der rechten FPÖ profitiert. Das geht aus einer Wählerstromanalyse des Meinungsforschungsinstituts Sora hervor. 84 Prozent aller ÖVP-Wähler von 2013 haben sich demzufolge auch diesmal für die Konservativen entschieden.

Von den voraussichtlich 1,6 Millionen ÖVP-Wählern stammten laut Sora darüber hinaus 168 000 von der rechten FPÖ, 121 000 aus dem Lager der Nichtwähler und 84 000 haben ehemals die Grünen gewählt.

Die FPÖ erhält erheblichen Zuwachs von ehemaligen SPÖ-Wählern, von denen 155 000 diesmal die Rechtspopulisten gewählt haben. Die SPÖ wiederum profitiert von den 161 000 Stimmen ehemaliger Grün-Wähler und kann mit 156 000 auch besonders viele ehemalige Nichtwähler für sich mobilisieren.

9.31 Uhr: Nun äußert sich auch die AfD zum Wahlausgang in Österreich: Der Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion, Alexander Gauland, wünscht sich ein Regierungsbündnis der konservativen ÖVP mit der rechtspopulistischen FPÖ. Die AfD habe zwar „eine gewisse Verbindung“ zur FPÖ. Doch auch Kurz habe sich als Außenminister deutlich von Merkels Flüchtlingspolitik abgegrenzt und dazu beigetragen, die Balkanroute zu schließen. „Ich sortiere Österreich immer bei den Staaten ein, die für Grenzsicherung sind.“ Kurz habe mit Entscheidungen in der Migrationsfrage deutlich gemacht, dass Österreich „ein Bollwerk gegen eine Masseninvasion fremder Menschen ist“.

8.24 Uhr: Die Wahl in Österreich hat die Karten in Europa neu gemischt. Der deutliche Sieg der konservativen ÖVP hat über die Alpenrepublik hinaus Bedeutung. Warum der 31-jährige Sebastian Kurz zum „Anti-Merkel-Modell“ wird, lesen Sie in diesem Artikel.

7.53 Uhr: Trotz - oder gerade wegen - aller Schmutzkampagnen haben sich Brüssel und die EU-Partner zum Wahlkampf in Österreich wenig geäußert. Ohnehin mischt sich die EU-Kommission in diesen Tag nur äußerst widerwillig öffentlich in politische Auseinandersetzungen in den einzelnen Mitgliedstaaten ein. Dennoch dürfte vor allem das starke Abschneiden der Rechtspopulisten in der Alpenrepublik für Europa nicht ohne Folgen bleiben - ein Überblick.

7.07 Uhr: Das endgültige Wahlergebnis wird erst mit der Auszählung der rund 750.000 Briefwahlstimmen feststehen. Diese wird am Montag und Donnerstag erfolgen. Sollten die Grünen doch noch den Einzug in den Nationalrat schaffen, verändert dies die Mandatsverteilung. Der Chef der Grünen in Deutschland, Cem Özdemir, schrieb auf Twitter: „Rechtsruck in #Österreich. Schwieriges Ergebnis für #Europa. Große Verantwortung für #Kurz.“

6.53 Uhr: Nach dem Rechtsruck bei der Parlamentswahl in Österreich hält sich ÖVP-Chef Sebastian Kurz alle Koalitionsvarianten offen. „Wir wollen Partner finden, um eine Veränderung voranzubringen“, sagte der 31 Jahre alte Wahlgewinner am Sonntagabend. Als Bündnispartner kommen die rechte FPÖ oder die Sozialdemokraten infrage. Kurz schloss auch eine Minderheitsregierung nicht aus. Eine stabile Mehrheit wäre zwar schön, „wenn sich das nicht erfüllen lässt, gibt es noch andere Optionen“, kündigte Kurz an.

Nationalratswahl 2017 in Österreich: Alle Ereignisse vom Sonntag im Überblick

22.44 Uhr: FDP-Vize Wolfgang Kubicki geht davon aus, dass der Rechtsruck in Österreich dieJamaika-Verhandlungen im Bund stärker beeinflussen könnte. Aus dem Wahlsieg der konservativen ÖVP mit ihrem Spitzenkandidaten Sebastian Kurz könnten CDU und CSU den Schluss ziehen, „dass - wenn man sich aufstellt wie Herr Kurz in Österreich - man größere Mehrheiten organisieren könnte“, sagte Kubicki am Sonntagabend in der ARD-Sendung „Anne Will“. 

Kurz hatte im österreichischen Wahlkampf für einen strengen Migrationskurs geworben, zudem will er die illegale Zuwanderung auf Null begrenzen. Daraus folgerte Kubicki mit Blick auf die Union: „Die werden sagen: Hätten wir uns so aufgestellt in der Flüchtlingspolitik, hätten wir in Bayern 58 Prozent bekommen und keine 38.“ Das könne in Sondierungs- und möglichen Koalitionsverhandlungen mit FDP und Grünen zu Problemen führen.

Kanzlerin Merkel gratuliert Kurz nach Wahl in Österreich

22.30 Uhr: Kanzlerin Angela Merkel hat Sebastian Kurz zum Sieg seiner Partei bei der Parlamentswahl beglückwünscht. Kurz sagte am Sonntagabend im ZDF-„heute journal“, er freue sich, dass Merkel ihn angerufen und ihm gratuliert habe. Mit den Schwesterparteien CDU und CSU habe es immer eine gute Zusammenarbeit gegeben. Diese wolle er weiter pflegen.

22.27 Uhr: Kanzlerkandidat Sebastian Kurz wird bei der ÖVP-Wahlparty wie ein Superstar empfangen. Die Menschen stehen Schlange vor dem Saal, laut oe24.at sind bis zu 10.000 Menschen gekommen. Kurz kündigt an, ab morgen werde er dafür kämpfen, dass Österreich zurück an die Spitze komme.

Strache dankt nach Wahl in Österreich seiner Tante „Gitti“

22.10 Uhr: FPÖ-Spitzenkandidat Heinz-Christian Strache hat bei der FPÖ-Wahlparty eine enthusiastische Rede gehalten. Fast 60 Prozent der Österreicher hätte heute das freiheitliche Programm gewählt, sagte er, denn: „Wir haben es zustande gebracht, dass auch andere Regierungsparteien unser Programm übernommen haben“, so Strache. Die FPÖ werde nun auf notwendige Veränderungen in Österreich bestehen - dazu gehörten der Schutz der österreichischen Grenzen, faire und gerechte Löhne und sicherzustellen, dass „der radikale Islamismus un Österreich keinen Platz haben kann.“ Dann bedankte sich Strache bei seiner Frau Philippa und machte ihr eine Liebeserklärung. Auch seiner Mutter und seiner „Tante Gitti“ dankte er und holte sie zu sich auf die Bühne.

Heinz-Christian Strache mit seiner Frau Philippa bei der Wahlparty der FPÖ.

21.41 Uhr: Ein Statement von Angela Merkel zur Wahl in Österreich steht noch aus. Eigentlich könnte sie sich über den Wahlsieg der ÖVP freuen, denn sie ist die österreichische Schwesterpartei der Union. Dass sie es vermutlich nicht tut, das liegt an Sebastian Kurz. Er ist einer ihrer größten Kritiker - und das ist noch nicht alles.

21.28 Uhr: Die Kommentatoren der großen deutschen Tageszeitungen haben eine klare Meinung zum Wahlausgang in Österreich. Wie die Pressestimmen hierzulande lauten, ist hier zusammengefasst.

21.22 Uhr: Das vorläufige Endergebnis ist da - und im letzten Moment hat die FPÖ die SPÖ doch nochmal überholt und ist nun zweitstärkste Kraft nach der ÖVP, die mit 31,4 Prozent deutlich gewinnt. Die Rechtspopulisten liegen 0,7 Prozentpunkte vor den Sozialdemokraten und können ein Rekordergebnis für sich verbuchen. Die Grünen erreichen nur 3,3 Prozent und stürzen damit dramatisch ab. Den erneuten Einzug ins Parlament verpassen sie. Das Endergebnis soll erst am Donnerstag vorliegen.

Wahl in Österreich: FPÖ stärkste Kraft bei jungen Wählern

21.08 Uhr: Bei den jungen Wähler in Österreich ist die rechtspopulistische FPÖ stärkste Kraft. Wie Der Standard berichtet, haben 30 Prozent der 16- bis 29-Jährigen der Partei von Heinz-Christian Strache ihre Stimme gegeben. 28 Prozent machten ihr Kreuz bei der ÖVP, nur 17 Prozent bei den Sozialdemokraten. Bei den Über-60-Jährigen erreichte die FPÖ dagegen nur 19 Prozent. 

20.43 Uhr: Auch wenn eine Koalition zwischen ÖVP und FPÖ wegen den inhaltlichen Übereinstimmung sehr wahrscheinlich ist, wollen sich die Spitzenkandidaten der beiden Parteien auf nichts festlegen. FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache sagte gar in der Elefantenrunde im ORF, er halte eine Koalition von Schwarz-Rot (ÖVP und SPÖ) für die „wahrscheinlichste Variante“. Er gehe davon aus, dass die stärkste Kraft zuallererst Gespräche mit der zweitstärksten Kraft führen werde - dies ist nach aktuellen Hochrechnungen die SPÖ. 

ÖVP-Vorsitzender Sebastian Kurz wiederholte, er werde mit allen im Parlament vertretenen Parteien Gespräche führen. Sein Wunsch sei zuallererst eine stabile Regierung.

AfD freut sich nach Wahl in Österreich über starke FPÖ

20.35 Uhr: Die AfD hat das starke Abschneiden der FPÖ bei den österreichischen Parlamentswahlen begrüßt. „Das ist ein toller Erfolg für die FPÖ, auch wenn wir natürlich gehofft hatten, sie würde stärkste Kraft werden“, sagte Bundesvorstandsmitglied Georg Pazderski. Der Vorsitzende der konservativen ÖVP, Sebastian Kurz, sei aus Sicht der AfD „zumindest das kleinere Übel gegenüber der SPÖ“. Die AfD unterhält seit einigen Jahren Kontakte zur rechtspopulistischen FPÖ, die am Sonntag eines der besten Wahlergebnisse ihrer Geschichte erzielt hat.

20.27 Uhr: Eine Koalition von Sebastian Kurz‘ ÖVP und Straches FPÖ ist noch nicht ausgemacht, gilt aber als wahrscheinlich. Die Lebensgefährtinnen der beiden Parteichefs scheinen sich schon mal gut zu vertragen: Nachdem die Wahllokale geschlossen hatten, lächelten Kurz‘ Freundin Susanne Thier und Straches Ehefrau Philippa gemeinsam in die Kamera. Ein Porträt über Susanne Thier, wahrscheinlich die neue First Lady von Österreich, lesen Sie hier.

Susanne Thier (l), Freundin von ÖVP-Chef Kurz und Philippa Strache, Frau von FPÖ-Chef Strache.

20.23 Uhr: Nach der Wahl in Österreich steht der Wahlsieger fest: Die konservative ÖVP mit ihrem jungen Kanzlerkandidaten Sebastian Kurt (31). Wie international die Reaktionen darauf ausfallen, lesen Sie hier. 

20.15 Uhr: Die französische Rechtspopulistin Marine Le Pen hat den „Freunden und Verbündeten“ der rechten österreichischen FPÖ zu deren Wahlerfolg gratuliert. Das Ergebnis der Parlamentswahl sei ein Zeichen, dass die „europäischen Völker ihrer Freiheit und ihrer Identität“ verbunden seien, schrieb die Chefin der Front National am Sonntagabend auf Twitter. 

20.10 Uhr: 

Gegner der rechtspopulistischen FPÖ demonstrieren vor dem Parlament in Wien. Laut

oe24.at

gehen rund 300 Menschen unter dem Motto „Nie wieder Schwarz-Blau“ auf die Straße. Um 23 Uhr soll es eine Kundgebung gegen den Rechtsruck in Österreich geben.

Grünen-Chefin zur Wahl in Österreich: „Es ist ein Debakel“

20.02 Uhr:

Die Grünen in Österreich müssen erstmals seit ihrer Gründung um den Wiedereinzug ins Parlament zittern. „Es ist ein Debakel“, sagte die Spitzenkandidatin der Grünen, Ulrike Lunacek. Das Ergebnis sei eine schmerzliche Niederlage. Sie hoffe aber, dass der Partei der Sprung über die Vier-Prozent-Hürde noch gelinge. Die Grünen müssen wohl bis auf die Auszählung der letzten Briefwahlstimmen am kommenden Donnerstag warten, um Gewissheit zu haben.

Besonders geschadet hat den Grünen laut Lunacek die Abspaltung ihres Gründungsmitglieds Peter Pilz. Pilz war nach internen Querelen mit einer eigenen Liste angetreten und scheint den Einzug ins Parlament mit 4,3 Prozent auf Anhieb zu schaffen. „Wir haben jetzt eine der Konsequenzen davon“, so Lunacek. Sie finde es bedauerlich, dass der auf Respekt und Inhalte gesetzte Wahlkampf der Grünen bei den Wählern nicht anerkannt wurde.

19.53 Uhr: Das Ergebnis der Österreich-Wahl bedeutet für die Alpenrepublik einen der größten Umbrüche in der zweiten Republik, findet Judith Grothmann, Wien-Korrespondentin des Münchner Merkur. Ein schwarzer Wahlkandidatn der einen roten Bundeskanzler stürzt, hätte es bisher noch nie in der Geschichte Österreichs gegeben.

19.41 Uhr: Heinz-Christian Strache, Chef der rechtspopulistischen FPÖ, findet, die Wahl habe gezeigt, dass die Positionen der FPÖ „in der Mitte der Gesellschaft angekommen“ sind. Der FPÖ sei es gelungen, die Themen des Wahlkampfes zu setzen. Es gebe nun den „Wunsch, dass Veränderung stattfindet“, sagte er in der Runde der Spitzenkandidaten des ORF. 

Wahlsieger Sebastian Kurz (ÖVP) gab sich in der Runde zurückhaltend: Es liege nun am Bundespräsidenten, den Regierungsauftrag zu erteilen. Sollte er den Auftrag bekommen, werde er Gespräche mit allen Parteien führen.

CSU jubelt nach Wahl in Österreich über „neuen, starken Partner“

19.40 Uhr: CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer hat ÖVP-Chef Sebastian Kurz zum Wahlsieg in Österreich gratuliert. „Er wird als neuer Kanzler ein enger, starker Partner Bayerns sein - auch bei der großen Aufgabe der Begrenzung der Zuwanderung nach Europa“, sagte Scheuer der dpa. Gerade in der Flüchtlingspolitik setzt die CSU große Hoffnungen auf Kurz, der in dieser Frage einen sehr strikten Kurs fährt. „Mit Sebastian Kurz als Kanzler kommen wir dem gemeinsamen Ziel der Union näher, die Zuwanderung nachhaltig auf niedrigem Niveau zu halten und dafür zu sorgen, dass sich 2015 nicht wiederholt“, sagte Scheuer. Auch via Twitter gratuliert die CSU Sebastian Kurz.

19.32 Uhr: DieErgebnisse der Österreich-Wahl auf Gemeindeebene hat Der Standard veröffentlicht.

19.23 Uhr: Wahlsieger Sebastian Kurz sagt in der Runde der Spitzenkandidaten von , er werde mit allen im Parlament vertreten Parteien Gespräche zu möglichen Koalition führen. Zuerst warte er aber das Endergebnis der Wahl und eine Einladung des Bundespräsidenten Alexander van Bellen zum Gespräch ab. Auf eine Präferenz für Heinz-Christian Straches FPÖ will er sich vom moderierenden Reporter nicht festlegen lassen. 

19.09 Uhr: Die Österreicher das Kunststück geschafft, höchst inkorrekt und zugleich korrekt gewählt zu haben, schreibt Georg Anastadiadis, Chefredakteur des Münchner Merkur, in einemKommentar. Austria sei zwar nach rechts gerückt – aber es habe dem hitzigen FPÖ-Chef Strache die Kanzlerschaft verwehrt. Die Wahl von Sebastian Kurz als Kanzler könne sich als Glücksfall entpuppen.

19.00 Uhr: FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache hat sich auf Facebook bei seinen Wählern bedankt. "Herzlichen Dank für EURE großartige Unterstützung! Erste Auszählung und Hochrechnung ohne Briefwahlkarten. Euer HC Strache", schrieb er.

18.57 Uhr: Sollte es zur Bildung einer ÖVP-FPÖ-Regierung kommen, wird Österreich bei der EU-Reform und in der Migrationsfrage voraussichtlich einen völlig anderen Kurs als Kanzlerin Angela Merkel vertreten. Kurz und Strache sind sich einig, dass die EU sich künftig auf Kernaufgaben beschränken sollte. In der Flüchtlingskrise verfechten beide einen harten Kurs, auch in Anlehnung an Ungarns Politik unter Ministerpräsident Viktor Orban.

Sebastian Kurz zur Wahl 2017 in Österreich: „Das Unmögliche möglich gemacht“

18.51 Uhr: Der aller Wahrscheinlichkeit nach künftige Kanzler Österreichs, Sebastian Kurz, hat ein Statement abgegeben: Er sei „überglücklich“, sagte er zu seinen Anhängern. „Wir haben das Unmögliche möglich gemacht“. Sein Wahlsieg sei die „Chance auf Veränderung“ in Österreich und dafür werde er kämpfen. Es gelte nun, „einen neuen politischen Stil zu etablieren“. Er verstehe das Wahlergebnis als deutlichen Auftrag.

Christian Kern zur Wahl 2017 in Österreich: „Nicht das Ergebnis, das ich mir gewünscht habe“

18.43 Uhr: Was sagt der bisherige Kanzler Christian Kern zum Wahlergebnis? Kern steht nun vor seinen Anhängern im Festzelt und richtet erste Worte an die Fans. Diese feiern ihn, als ob er der Wahlsieger wäre, während Kerns Lächeln eher gequält wirkt. „Das ist nicht das Ergebnis, das ich mir gewünscht habe“, räumt er ein. Jedoch: Man habe eine Kampagnen mit viel Gegenwind hinter sich, so wie man es noch nie erlebt habe, „aber wir stehen immer noch“. 

Auch er habe Fehler während des Wahlkampfes gemacht, doch man habe auch einen massiven Rechtsruck im Land erlebt. Die gegnerischen Parteien, aber auch die Medien, hätten die rechte Agenda vorangetrieben. Selbst wenn es ihm ein paar Mandate gekostet habe, dass er sich „nicht mit dem Boulevard arrangiert“ habe, sei es ihm das Wert: „Wir werden vor diesen Leuten nicht auf die Knie gehen.“

Ab Montag wolle er dafür sorgen, dass die SPÖ wieder die Nummer 1 werde, und „dass wir Schluss machen mit der Angstmache“, sondern in Österreich wieder „die wirklich wichtigen politischen Themen“ diskutiert würden.

Christian Kern (SPÖ) spricht nach den ersten Hochrechnungen zu seinen Anhängern.

18.30 Uhr: So viel gewinnen bzw. verlieren die Parteien nach derzeitigen Prognosen: Die bisher regierende SPÖ bleibt in etwa gleich (+0,2 Prozentpunkte), de ÖVP gewinnt mit 7,7 Prozentpunkten deutlich, genauso wie die FPÖ (+5,4 Prozentpunkte). Die Grünen stürzen ab (-8,6 Punkte), die NEOS bleiben gleich.

18.15 Uhr: Österreich erlebt nach den ersten Hochrechnungen einen Rechtsruck: Die Sozialdemokraten müssen ihre Position als stärkste Kraft einbüßen, die konservative ÖVP und die rechtspopulistische FPÖ erlebten dagegen starke Zuwächse. 

18.08 Uhr: Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn hat sich besorgt über das erwartete Wahlergebnis in Österreich gezeigt.„Das bedeutet einen Rechtsruck“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur kurz nach der Schließung der Wahllokale am Sonntag. Die rechte FPÖ habe sich im Wahlkampf so zahm wie noch nie gegeben. „Und wenn man zahm ist, ist man vernünftig“, sagte Asselborn. „Wenn die FPÖ in die Regierung kommt, kann sie zeigen, dass sie nicht auf einer Linie mit der AfD ist.“

Grüne fliegen nach Wahl 2017 in Österreich womöglich aus dem Parlament

18.02 Uhr: Die dritte Hochrechnung ist ein Schlag für die Grünen: Mit 3,9 Prozent, die sie derzeit erreichen, würden sie aus dem Parlament fliegen. Die Liste Pilz, eine Abspaltung der Grünen, würde die Vier-Prozent-Hürde dagegen knapp schaffen. Und es gibt noch eine überraschende Wendung: Die SPÖ holt auf und landet jetzt auf Platz 2 vor den Rechtspopulisten der FPÖ, die nach bisherigem Stand dennoch das beste Ergebnis ihrer Geschichte erreicht.

17.51 Uhr: Peter Pilz war im Wahlkampf nicht zum Fernsehduell und der Elefantenrunde im ORF zugelassen. Dafür rächt sich der ehemalige Grünen-Abgeordnete, der mit seiner neu gegründeten Partei das erste Mal antrat: Er sperrt die ORF-Reporter von seiner Wahlparty aus. Ob er den Einzug ins Parlament schafft, ist noch fraglich. In Österreich gilt die Vier-Prozent-Hürde, seine Partei liegt gerade bei 4,3 Prozent. 

SPÖ will nach Wahl 2017 in Österreich wohl in Opposition gehen

17.36 Uhr: Der steirische SPÖ-Landeschef Michael Schickhofer hat sich zu Wort gemeldet - mit einem klaren Statement. Er sagt: “Nach diesem Wahlergebnis hat schwarz-blau eine eindeutige Mehrheit“, sagt er, die SPÖ werde in die Opposition gehen. 

17.30 Uhr: Nach ihrem Rekordergebnis von 12,4 Prozent vor vier Jahren stürzen die Grünen in der Gunst der Wähler ab. Sie kommen laut Hochrechnung nur noch auf 4,7 Prozent und verlieren nach derzeitigem Stand elf Sitze im Nationalrat. Das bedeutet einen Totalabsturz, der Einzug in den Nationalrat ist unsicher.

17.27 Uhr: Nach den ersten Hochrechnungen bleibt es dabei, dass eine künftigeKoalition aus ÖVP und FPÖ die wahrscheinlichste Variante für die politische Zukunft des Landes ist. Die Koalition käme derzeit auf 108 Sitze im Nationalrat.

17.21 Uhr: Fassungslosigkeit herrscht laut österreichischen Medien in derSPÖ-Zentrale. Dass die rechtspopulistische FPÖ knapp vor den bisher regierenden Sozialdemokraten liegt, sorgt für lange Gesichter.

17.17 Uhr: Der Jubel in der ÖVP-Wahlkampfzentrale ist immens. Nicht nur der klare Sieg ihres Kanzlerkandidaten Sebastian Kurz wird begeistert aufgenommen, sondern auch, dass Heinz-Christian Straches FPÖ derzeit auf Platz 2 liegt. 

Erste Hochrechnung zur Wahl 2017 in Österreich sieht Kurz als klaren Sieger

17.12 Uhr: Nun liegt die erste offizielle Hochrechnung des ORF vor. Demnach liegt die konservative ÖVP von Sebastian Kurz klar auf Platz eins und erreicht 30,2 Prozent. Die rechtspopulistische FPÖ landet auf Platz 2 mit 26,8 Prozent, die bisher regierende SPÖ liegt ganz knapp dahinter mit 26,3 Prozent.

17.02 Uhr: Die erste Prognose anhand einer Wahltagsbefragung von oe24.at ist da. Demnach liegen ÖVP und FPÖ beinahe gleichauf mit 31 bzw. 29 Prozent. Die SPÖ liegt mit 25 Prozent auf Platz 3. Die Schwankungsbreite dieser ersten Hochrechnung liegt bei 4 Prozent, sodass die FPÖ durchaus auch stärkste Kraft werden könnte. Für die SPÖ ist es wohl nicht mehr möglich, Erster zu werden. Die erste offizielle Hochrechnung des ORF folgt in wenigen Minuten.

16.34 Uhr: Nicht ohne Stolz berichten österreichische Medien wie oe24.at, dass sogar in den USA über die Wahl in Österreich berichtet wird und das internationale Interesse diesmal enorm groß ist. Vor allem an dem 31-jährigen Kanzler-Anwärter Sebastian Kurz ist das Interesse groß: CNN vergleicht ihn in einem Porträt bereits mit Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron und Kanadas Premier Justin Trudeau

Bei Wahl 2017 in Österreich: Zwei geistig Verwirrte sorgen für Schrecken in den Wahllokalen

16.20 Uhr: In Hartberg in der Steiermark sorgte ein geistig Verwirrter für Angst und Schrecken im Wahllokal: Er stürmte laut krone.at in das Gebäude, zückte ein Messer und verschüttete den Inhalt eines Benzinkanisters, den er in der Hand hielt. Dann drohte der Rentner (77) den Wahlleitern damit, das ganze Gebäude, in dem auch Flüchtlinge untergebracht sein sollen, in Brand zu setzen. Zeugen hinderten ihn an seinem Vorhaben, bis die Polizei eintraf. Als Motiv soll der 77-Jährige politische Unzufriedenheit angegeben haben.

15.34 Uhr: Vor dem Wahllokal, in dem FPÖ-Spitzenkandidat Heinz-Christian Strache am Sonntag seine Stimme abgegeben hat, war laut oe24.at ein „verwirrt wirkender Mann“, der Strache mit den Worten "Heil Hitler, Heinz-Christian!" und dem Hitlergruß begrüßte. Sicherheitskräfte umzingelten ihn sofort und entfernten ihn vom Ort des Geschehens.

Im Netz kursieren angebliche Zwischenergebnisse der Wahl 2017 in Österreich

15.07 Uhr: In den sozialen Netzwerken kursieren vereinzelt bereits angebliche Hochrechnungen oder Zwischenergebnisse der Nationalrats-Wahl. Das österreichische Innenministerium erklärt laut oe24.at, dies sei „purer Nonsens“. Die verbreiteten Zahlen entbehrten jeglicher Grundlage. Man werde mit Klarstellungen auf die Behauptungen reagieren.

14.18 Uhr: Nachdem die ÖVP noch vor wenigen Wochen in der Wählergunst weit vor den anderen Parteien gelegen haben soll,gilt die Wahl nun als offen. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur mit Bezug auf Wahlforscher in Österreich. Demnach seien knapp eine Million der insgesamt 6,4 Wahlberechtigten Österreicher bis zuletzt unentschlossen gewesen.

12.38 Uhr: Bei der Parlamentswahl in Österreich haben die Spitzenkandidaten von ÖVP und SPÖ voller Zuversicht ihre Stimmen abgegeben. Die Kampagne der Sozialdemokraten habe in den letzten Tagen deutlich an Fahrt aufgenommen, sagte Bundeskanzler und SPÖ-Chef Christian Kern am Sonntag. „Wir sind voller Optimismus“, meinte der 51-Jährige. Sein Herausforderer Sebastian Kurz von der konservativen ÖVP ging unter großem Medienandrang zur Wahl in seiner ehemaligen Schule in Wien. „Ich hoffe natürlich auf ein gutes Ergebnis, damit eine echte Veränderung in Österreich möglich ist“, sagte der 31-Jährige vor mehreren Dutzend Kamerateams.

Wahl in Österreich: Jubel in den Wahlzentralen der ÖVP und FPÖ

Nationalsratswahl 2017 in Österreich: Bundespräsident gibt Stimme ab

11.08 Uhr: Österreichs BundespräsidentAlexander Van der Bellen hat seine Stimme abgegeben. Sein Kommentar zur Wahl: "Ich hoffe, dass die Wahlbeteiligung sehr hoch sein wird. Ich lege großen Wert darauf, dass Österreich weiter eine wichtige Rolle in der Europäischen Union spielt. Jetzt ist es einmal Zeit sich zu beruhigen. Es wird vielleicht ein bisschen dauern, bis das zerschlagene Porzellan wieder gekittet ist."

8.10 Uhr: Heute entscheiden 6,4 der rund 8,7 Millionen Österreicher über ein neues Parlament. Doch immer mehr in der Alpenrepublik lebende Bürger dürfen laut Statistik Austria kein Kreuz machen: 1,1 Millionen ausländische Staatsbürger über 16 Jahre sind vom Wahlgang ausgeschlossen. Die am meisten betroffene Gruppe sind die Deutschen. 162.000 Bürger aus der Bundesrepublik sind nicht wahlberechtigt. Dahinter folgen die Gruppen von rund 100.000 Serben, fast 98.700 Türken, 83.000 Bosniern und fast 77.000 Rumänen. Etwa 490.000 Migranten der ersten Generation sind hingegen wahlberechtigt. So dürfen über 71.000 Österreicher, die in der Türkei geboren wurden, und über 63.000, die in Deutschland zur Welt kamen, wählen gehen.

7.17 Uhr:  Die Wahllokale in Österreich haben unterschiedliche Öffnungszeiten. Ab 6.00 Uhr früh können in einigen kleinen Ortschaften die ersten der rund 6,4 Millionen Wahlberechtigten ihre Stimme abgeben. Städte wie Wien folgen ab 7 Uhr. Im Bundesland Vorarlberg sind alle Wahllokale spätestens um 13 Uhr wieder geschlossen. Bundesweiter Wahlschluss ist um 17 Uhr.

Nach Ende der Wahlen beginnen die Mitglieder der zuständigen Behörde und weitere Vertrauenspersonen mit der Auszählung. Auch ein Team der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) ist routinemäßig mit internationalen Beobachtern dabei. Seit der Annullierung der Bundespräsidentenwahl wegen formaler Fehler bei der Auszählung im Vorjahr müssen alle Ergebnisse vor dem offiziellen Wahlschluss auch für die Medien strikt unter Verschluss bleiben.

Um 17 Uhr erlaubt das Innenministerium den Demoskopen den Zugriff auf die bereits vorliegenden Daten. Gegen 17.15 Uhr wird die erste Hochrechnung erwartet. Prognosen, die wie in Deutschland sekundengenau mit dem Wahlschluss veröffentlich werden, gibt es nicht. Um 18 Uhr dürften die Hochrechnungen noch einmal an Genauigkeit zunehmen - dann sind erste Ergebnisse aus dem für die Wahlforscher wichtigen Wien berücksichtigt.

Sonntag, 6.16 Uhr: In Österreich hat mit der Öffnung der ersten Wahllokale die Parlamentswahl begonnen. 6,4 Millionen Stimmberechtigte können unter 16 Parteien entscheiden. Landesweiter Wahlschluss ist um 17 Uhr. Mit den ersten Hochrechnungen wird gegen 17.15 Uhr gerechnet. Das amtliche Endergebnis wird nach Auszählung der Stimmen der Briefwähler erst am Donnerstag feststehen.

+++ Noch regiert in Wien eine Große Koalition aus SPÖ und ÖVP mit einer knappen Mehrheit von 50,8 Prozent. Für Kanzler Christian Kern (SPÖ) wird es vermutlich schwierig, nach der Nationalratswahl im Amt zu bleiben. In den letzten Umfragen vor der Wahl liegt seine SPÖ auf dem dritten Platz.

+++ Außenminister und ÖVP-Chef Sebastian Kurz liegt mit seiner konservativen Partei in den Umfragen vorne. Die rechtspopulistische FPÖ liefert sich mit der SPÖ ein Rennen um den zweiten Platz.

+++ Staatssekretär mit 24, Außenminister mit 27, Parteichef mit 30 - und bald vielleicht Kanzler mit 31: Der österreichische Außenminister Sebastian Kurz steuert bei der Parlamentswahl in Österreich am kommenden Wochenende auf einen Sieg zu und könnte damit jüngster Regierungschef in einem EU-Land werden. In Österreich hat er sich mit seinem rasanten Aufstieg den Spitznamen "Wunderwuzzi" verdient - das österreichische Pendant zum Tausendsassa. 

Nationalsratswahl 2017 in Österreich: Wohl keine Neuauflage der Großen Koalition 

+++ Viele Österreicher sind der Koalition aus SPÖ und ÖVP überdrüssig, die seit 1945 (mit Pausen) insgesamt 45 Jahre gemeinsam regiert haben. Nach einer Koalitionsphase von ÖVP und rechter FPÖ regiert Schwarz-Rot seit 2007 wieder in Wien.

+++  Eine Wiederauflage der derzeit regierenden großen Koalition aus ÖVP und SPÖ erscheint nicht sehr wahrscheinlich. Als ein möglicher Koalitionspartner für Christian Kern und Sebastian Kurz gilt dagegen die rechtspopulistische FPÖ.

+++ Eine Regierungsbeteiligung der FPÖ wäre in Österreich kein Novum. Die „Freiheitlichen“ bildeten bereits von 1983 bis 1987 mit der sozialdemokratischen SPÖ eine Koalition und von 2000 bis 2005 mit der konservativen ÖVP.

Nationalratswahl 2017: Silberstein-Affäre überschattete Wahlkampf in Österreich

+++ In den letzten Wahlkampftagen sorgte die „Silberstein-Affäre“ für Diskussionen. Der SPÖ-Berater Tal Silberstein soll eine Schmutzkampagne gegen Sebastian Kurz auf zwei Facebook-Seiten vorangetrieben haben. Silberstein war im August in Israel im Zusammenhang mit Korruptions- und Geldwäschevorwürfen vorübergehend festgenommen und daraufhin als SPÖ-Berater entlassen worden. Medienberichten zufolge wurden die Facebook-Seiten gegen Kurz jedoch in Abstimmung mit der SPÖ-Wahlkampfzentrale weiter betrieben und erst nach jüngsten Enthüllungen aus dem Netz entfernt.

+++ Regulär sollte erst wieder 2018 in Österreich gewählt werden. Aber das Auseinanderbrechen der Großen Koalition sorgte für vorgezogene Neuwahlen. 

+++ Bei der Bundespräsidentenwahl im April 2016 schaffte es erstmals weder ein Kandidat von SPÖ oder ÖVP in die Stichwahl. Eine Ohrfeige für die Volksparteien. Die Parteien mussten reagieren.

+++ Im Mai 2016 trat SPÖ-Kanzler Werner Faymann, der seit Langem mit mangelndem Rückhalt in der Partei kämpfen musste, als Regierungschef und SPÖ-Vorsitzender zurück. Bahnchef Christian Kern wurde neuer SPÖ-Vorsitzender und Bundeskanzler. Doch auch unter seiner Führung nahmen die Querelen in der Koalition kein Ende.

+++ Am 10. Mai 2017 trat Vizekanzler, Wirtschaftsminister und ÖVP-Chef Reinhold Mitterlehner zermürbt vom Koalitions-Krach und beschädigt durch parteiinterne Ablöse-Szenarien zurück. Vier Tage später verkündete Außenminister Sebastian Kurz als neuer designierter ÖVP-Chef praktisch das Ende des Bündnisses.

+++ Am 1. Juli 2017 wurde der 31-jährige Sebastian Kurz mit 98,7 Prozent zum neuen Chef der ÖVP gewählt. Die Delegierten segneten auch neue Statuten ab, die ihm eine große Machtfülle gewähren. Der Außenminister tritt mit einer eigenen „Liste Sebastian Kurz - die neue Volkspartei“ an und hat die Parteifarbe von Schwarz auf Türkis geändert. In den Umfragen zog die ÖVP an allen Parteien vorbei und liegt vor der Nationalratswahl 2017 klar an erster Stelle. 

fro (mit Material von dpa und AFP)/Video: Glomex

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