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Russland in Defensive: Ukraine will Cherson bis September zurückerobern

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Von: Nadja Austel

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Die Ukraine sieht dank der Waffen aus dem Westen einen Wendepunkt im Kampf um Cherson gekommen – die „Befreiung“ der Region stehe bevor. Russland spricht von „Hirngespinst“.

Kiew – Die Ukraine verkündet erste Erfolge bei der geplanten Rückeroberung der von Russland besetzten Region Cherson. „Wir können sagen, dass ein Wendepunkt auf dem Schlachtfeld erreicht wurde“, sagte Sergej Chlan von der Militärverwaltung Chersons am Sonntag (24. Juli) in einem Fernsehinterview. „Wir sind von der Defensive zur Gegenoffensive übergegangen“, fügte Chlan hinzu.

Mithilfe der vom Westen gelieferten Langstreckenartillerie haben die ukrainischen Streitkräfte in den letzten Wochen Gebiete in der südlichen Region Cherson zurückerobert, was die Vermutung nahelegt, dass die Truppen der Ukraine einer lange versprochenen Gegenoffensive näher kommen. „Wir können sagen, dass die Region Cherson bis September definitiv befreit sein wird und alle Pläne der Besatzer scheitern werden“, sagte Chlan weiter.

Russische Streitkräfte in Cherson eingekesselt – Ukraine gelingt „taktische Umzingelung“

Die ukrainische Armee hat, unterstützt von Artillerielieferungen aus dem Westen, in den vergangenen Wochen Land in der Region Cherson gewonnen. Russische Truppen hatten die Hauptstadt Chersons gleichen Namens am 3. März erobert. Vor Ort sind derzeit laut Angaben aus Kiew mehr als 1000 russische Soldaten von ukrainischen Streitkräften eingekesselt worden. 

Ukraine schießt weit: Russische Waffendepots weit hinter der Front werden zerstört.
Ukraine schießt weit: Russische Waffendepots weit hinter der Front werden zerstört. (Archivfoto) © Planet Labs Pbc/dpa

Unweit der Siedlung Wyssokopillja seien die Russen ebenfalls in eine „taktische Umzingelung“ geraten, sagte der Berater von Präsident Wolodymyr Selenskij, Olexij Arestowytsch, am Freitagabend (22. Juli). Unabhängig überprüfen ließen sich Arestowytschs Aussagen nicht. 

Ukraine rückt „Schritt für Schritt“ in Cherson ein – Russland in der Defensive

Chlan schrieb in einem Facebook-Post am Samstag (23. Juli) laut dem Guardian, dass die ukrainische Offensive eine „Fortsetzung der Operation, die russische Gruppe in Cherson von der Versorgung abzuschneiden“ sei und dass „dies ohne westliche Waffen nicht möglich gewesen wäre“. Präsident Selenskij habe in seiner Rede am selben Tag die Behauptungen über eine erfolgreiche Gegenoffensive bekräftigt und erklärt, die ukrainischen Streitkräfte würden „Schritt für Schritt“ in die Stadt vorrücken.

Russische Militäroffiziere geben derweil eine andere Erklärung ab. „Dass es eine Gegenoffensive geben wird, ist ein Hirngespinst“, sagte Kirill Stremousov, stellvertretender Leiter der von Russland eingerichteten Regionalbehörde in Cherson, laut einem Bericht des Guardian am Sonntag gegenüber RIA Novosti. Das britische Verteidigungsministerium hingegen meldete, dass Moskau seine Verteidigungspositionen in den besetzten Gebieten in der Südukraine verstärkt habe, „wahrscheinlich als Reaktion auf erwartete ukrainische Offensiven“. (na/AFP)

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