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Russland droht Ukraine: „Völlig andere Bedingungen“ für den Frieden

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Von: Nadja Austel

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Russland stellt der Ukraine bei einer Wiederaufnahme der Friedensgespräche härtere Bedingungen in Aussicht – von einem russischen Korridor am Schwarzen Meer ist die Rede.

Moskau – Bei den Verhandlungen im März in der Türkei habe man konkrete Ergebnisse erzielt. Dann habe Kiew den Kontakt abgebrochen, klagte Juri Uschakow, ein Berater von Russlands Präsident Wladimir Putin, am Montag (18. Juli) der Nachrichtenagentur RBK zufolge. „Wenn jetzt also die Verhandlungen wieder aufgenommen werden, dann zu völlig anderen Bedingungen“, so Uschakow. Details nannte er nicht.

Nach den Verhandlungen hatten sich die russischen Streitkräfte – nicht zuletzt durch den erbitterten Widerstand der Ukrainer – nördlich von Kiew zurückgezogen. Im Zuge dessen wurden unter anderem in der Kleinstadt Butscha Massengräber von ukrainischen Zivilisten entdeckt. Danach fanden bisher keine weiteren Friedensgespräche statt.

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Ein bewaffneter russischer Soldat auf dem Gelände des Kernkraftwerks Saporischschja in der Stadt Enerhodar in der Ukraine (Archivbild, März 2022). © IMAGO/Konstantin Mihalchevskiy/SNA

Ukraine-Krieg: Russland fordert weitere Gebiete für Frieden

Moskau nennt als Ziele der „militärischen Spezialoperation“, wie der Ukraine-Krieg auf russischer Seite bezeichnet wird, die „Entnazifizierung“ und „Entmilitarisierung“ der Ukraine, ihren neutralen Status, die Abtretung der Gebiete Donezk und Luhansk sowie die Anerkennung der seit 2014 annektierten Krim als russisch. 

Mit diesen Forderungen war Moskau in die Verhandlungen gegangen. Russische Truppen haben allerdings auch Teile des Gebiets Saporischschja im Südosten der Ukraine und fast das gesamte Gebiet Cherson im Süden besetzt. 500 Soldaten sollen das Atomkraftwerk in Saporischschja belagern. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) konnte das Atomkraftwerk seit Beginn der russischen Invasion nicht mehr besichtigen. Schon Anfang Juli hatte IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi gewarnt, dass die russische Besetzung des AKWs zur Gefahr werden könnte.

Die in den besetzten Gebieten eingesetzte prorussische Verwaltung plant seit längerem Referenden über einen Beitritt zu Russland. Ein Befehlshaber der russischen Truppen sprach nun auch von einer Schaffung eines russischen Korridors entlang der Schwarzmeerküste bis hin zur Konfliktregion Transnistrien in der Nachbarrepublik Moldau als zusätzliches Kriegsziel . (na)

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