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Ukraine-Krieg: Explosionen erschüttern ukrainische Hauptstadt Kiew - Evakuierung in Sjewjerodonezk

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Von: Marcus Giebel, Bettina Menzel, Bedrettin Bölükbasi, Stephanie Munk

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Aus der Hauptstadt Kiew sind am Sonntagmorgen mehrere Explosionen gemeldet worden. Der News-Ticker zum Krieg.

Update vom 26. Juni, 22.35 Uhr: Im Schwarzen Meer ist erneut eine Gasförderplattform angegriffen worden. Das teilten Vertreter der von Russland einverleibten Halbinsel Krim am Sonntagabend mit, wie die russische Staatsagentur Tass meldete. Sie machten die Ukraine für den Angriff verantwortlich. Das ließ sich nicht überprüfen. Es habe keine Verletzten gegeben, hieß es. Unklar war, ob ein Feuer ausbrach. Erst am Montag waren drei Bohrinseln im Schwarzen Meer mit Raketen attackiert worden.

Update vom 26. Juni, 19.30 Uhr: Nach der Einnahme der Stadt Sjewjerodonezk in der Ostukraine durch russische Truppen gehen die Kämpfe um die Stadt Lyssytschansk weiter. Der Feind versuche verstärkt mit Unterstützung der Artillerie, die strategisch wichtige Stadt aus südlicher Richtung zu blockieren, teilte der ukrainische Generalstab am Sonntagabend mit. Dabei seien auch zivile und militärische Infrastruktur getroffen worden. Das ließ sich nicht unabhängig überprüfen.

Russland war vor vier Monaten in die Ukraine einmarschiert und hat seitdem weite Teile des Ostens und Südens des Landes erobert. Im Gebiet Luhansk kontrollieren ukrainische Truppen nur noch die Großstadt Lyssytschansk. Auch dort sind russische Soldaten allerdings schon bis an den Stadtrand vorgedrungen. Das russische Verteidigungsministerium hatte die Einnahme von Sjewjerodonezk am Samstag bekannt gegeben. Die Ukraine räumte den Verlust ebenfalls ein.

Ukraine-News: 250 Menschen in Sjewjerodonezk evakuiert

Update vom 26. Juni, 17.20 Uhr: Prorussische Separatisten haben nach eigener Darstellung 250 weitere Menschen aus den Luftschutzkellern der Chemiefabrik Azot in Sjewjerodonezk im Osten der Ukraine evakuiert. Die Stadt war zuvor von russischen Truppen eingenommen worden. Unter den Evakuierten seien kleine Kinder, sagte der Vertreter der Luhansker Separatisten in Moskau, Rodion Miroschnik, am Sonntag.

Bereits am Samstag seien 200 Zivilisten aus dem Werk geholt worden, schrieb er im Nachrichtenkanal Telegram. Unklar war aber, wohin sie gebracht wurden. Am Samstag war noch eine weitaus höhere Zahl der Evakuierten genannt worden. Das lässt sich nicht überprüfen. Der ukrainische Militärgouverneur des Gebiets Luhansk hatte die Zahl der Zivilisten in den Schutzkellern des Chemiewerks vor dem Abzug der ukrainischen Truppen mit 568 angegeben.

Das russische Verteidigungsministerium hatte am Samstag die Einnahme der zuletzt hart umkämpften Stadt Sjewjerodonezk bekannt gegeben.

Explosionen erschüttern ukrainische Hauptstadt Kiew

Update vom 26. Juni, 6.11 Uhr: Explosionen in ukrainischer Hauptstadt Kiew, meldet die Nachrichtenagentur afp. Die ukrainische Hauptstadt Kiew ist am Sonntagmorgen von mehreren Explosionen erschüttert worden. Nach Berichten von AFP-Journalisten wurde ein Wohnkomplex im Zentrum der Stadt getroffen, Feuer brach aus. Informationen zu möglichen Opfern lagen zunächst nicht vor.

Krankenwagen und Rettungskräfte seien im Bezirk Schewtschenko im Einsatz, schrieb Bürgermeister Vitali Klitschko im Nachrichtendienst Telegram, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet. Anton Heraschtschenko, ein Berater des ukrainischen Innenministers, schrieb, Augenzeugen hätten von Raketen berichtet. Ob es Verletzte oder Tote gab, war zunächst unklar. Bereits am Samstag hatte es einen Raketenangriff auf die westukrainische Stadt Sarny gegeben, bei dem Behördenangaben zufolge mindestens drei Menschen getötet wurden. Alle weiteren Entwicklungen finden Sie in unserem neuen News-Ticker zum Ukraine-Krieg vom 26. Juni.

Ukraine-Krieg: Eine Frau in Militär-Kleidung geht durch den zerstören Sportkomplex der Polytechnischen Hochschule in Kiew.
Aufnahme vom 24. Juni: Zerstörungen an der Polytechnischen Hochschule in Kiew © Carol Guzy/ZUMA Press Wire/dpa

Update vom 25. Juni, 22.55 Uhr: Bei einem Raketenangriff auf die westukrainische Stadt Sarny sind nach Behördenangaben mindestens drei Menschen getötet worden. Vier weitere wurden verletzt ins Krankenhaus gebracht. Es seien eine Autowaschanlage und eine Werkstatt getroffen worden, teilte der zuständige Chef der Militärverwaltung der Nachrichtenagentur Unian zufolge mit. Er machte Russland dafür verantwortlich. Das ließ sich nicht überprüfen. Unter den Trümmern könnten noch weitere Opfer liegen.

Ukraine-Krieg: Nukleare Forschungseinrichtung in Charkiw offenbar unter Beschuss geraten

Update vom 25. Juni, 21.10 Uhr: Nach ukrainischen Angaben ist die nukleare Forschungseinrichtung „Neutronenquelle“ in der ostukrainischen Stadt Charkiw erneut unter Beschuss geraten. Dabei seien Gebäude und Infrastruktur wie Lüftungskanäle beschädigt worden, teilte die Nuklearaufsichtsbehörde des Landes mit. Der Teil der Anlage, wo der Kernbrennstoff gelagert wird, wurde nicht in der Auflistung der Schäden erwähnt. Es sei keine erhöhte Strahlung festgestellt worden.

Für den Angriff machte die Ukraine Russland verantwortlich. Das ließ sich aber nicht überprüfen. Derzeit untersuche das Personal die Schäden. Dies werde aber wegen der Gefahr neuer Angriffe erschwert, hieß es. Bei einem neuen Beschuss durch russische Truppen könne nicht ausgeschlossen werden, dass die nukleare Sicherheit beeinträchtigt werden könne, teilte die Behörde weiter mit.

Ukraine-Krieg: Sjewjerodonezk laut russischen Angaben „vollständig befreit“

Update vom 25. Juni, 19.25 Uhr: Nun hat auch das ukrainische Militär den Rückzug aus der zuletzt umkämpften Stadt Sjewjerodonezk im Osten des Landes bestätigt. „Nach dem Rückzug von Einheiten unserer Truppen hat sich der Feind in Sjewjerodonezk festgesetzt“, teilte der Generalstab in Kiew mit. Dies sei auch in zwei Vororten der Fall sowie in Syrotyne, einem Dorf westlich von Metjolkine.

Das russische Verteidigungsministerium in Moskau bestätigte diese Angaben. Prorussische Kämpfer der Volksrepublik Luhansk hätten mit Unterstützung russischer Truppen die Stadt „vollständig befreit“, sagte Sprecher Igor Konaschenkow der Staatsagentur Tass zufolge.

Update vom 25. Juni, 17.25 Uhr: Die strategisch wichtige Stadt Sjewjerodonezk im Osten der Ukraine befindet sich nach Angaben ihres Bürgermeisters nach wochenlangen Kämpfen nun vollständig in den Händen der russischen Armee. Im ukrainischen Fernsehen erklärte Oleksandr Strjuk, die Stadt sei von den russischen Streitkräften „vollständig besetzt“.

Mit der Eroberung von Sjewjerodonezk kontrolliert die russische Armee nunmehr den bei weitem größten Teil der Region Luhansk. Die Einnahme der Stadt gilt als strategisch wichtiger Schritt, um den gesamten Donbass zu erobern, zu dem Luhansk und die Region Donezk gehören. Teile des wirtschaftlich bedeutsamen Gebietes in der Ostukraine werden bereits seit 2014 von prorussischen Separatisten kontrolliert.

Bürgermeister Strjuk teilte weiter mit, Zivilisten hätten damit begonnen, das Gelände der Asot-Chemiefabrik in Sjewjerodonezk zu verlassen, wohin sich hunderte Einwohner der Stadt vor dem Bombenhagel der russischen Angriffe geflüchtet hatten. „Diese Menschen haben fast drei Monate ihres Lebens in den Kellern verbracht. Seelisch und körperlich ist das schwierig“, sagte Strjuk. Sie benötigten nun Medikamente und psychologische Unterstützung.

Ukraine-Krieg: Russische Truppen wohl in Lyssytschansk vorgedrungen

Update vom 25. Juni, 15.40 Uhr: Russische Truppen sind nach Angaben der prorussischen Separatisten in die ostukrainische Stadt Lyssytschansk vorgedrungen. Die russische Armee und die Miliz der selbsternannten Volksrepublik Luhansk seien in die Stadt einmarschiert, teilte Andrej Maroschko, ein Vertreter der prorussischen Separatisten, im Onlinedienst Telegram mit: „Derzeit gibt es Straßenkämpfe.“ Die Angaben können zunächst von unabhängiger Seite nicht überprüft werden.

Sollten die russischen Truppen Sjewjerodonezk und Lyssytschansk einnehmen, könnten sie anschließend das weiter westlich gelegene Kramatorsk und Slowjansk ins Visier nehmen, um schließlich die gesamte Donbass-Region, das industrielle Herzstück der Ukraine, zu erobern.

Ukraine-Krieg: Russland behauptet Tötung polnischer Kämpfer - Raketenangriff auf Mykolajiw

Update vom 25. Juni, 12 Uhr: Das russische Militär hat nach eigenen Angaben im Osten der Ukraine 80 polnische Kämpfer in den Reihen der ukrainischen Armee getötet. Durch einen Raketenangriff auf das Zinkwerk „Megatex“ in der Stadt Kostjantyniwka seien 80 polnische „Söldner“ liquidiert worden, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow. Konaschenkow berichtete zudem über einen Raketenangriff auf Mykolajiw im Süden der Ukraine, bei dem 300 Soldaten getötet worden seien. Insgesamt bezifferte der Generalleutnant die ukrainischen Verluste allein durch Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe innerhalb von 24 Stunden auf 780 „Nationalisten“. Unabhängig überprüfen lassen sich diese Angaben nicht.

Ukraine-Krieg: Russland beschießt ukrainische Städte - offenbar auch aus Belarus

Update vom 25. Juni, 10.45 Uhr: Im Ukraine-Krieg hat Russland nach Angaben aus Kiew mehrere ukrainische Regionen mit Raketen unter Beschuss genommen, auch aus dem Nachbarland Belarus.

Ukraine-Krieg: Neue Zahlen zu russischen Verlusten - etwa 34.700 russische Soldaten

Update vom 25. Juni, 9.35 Uhr: Im Ukraine-Krieg meldete der ukrainische Generalstab auf ihrer Facebook-Seite neue Zahlen zu Verlusten des russischen Militärs. Die Angaben lassen sich jedoch nicht unabhängig bestätigen.

Ukraine-Krieg: Russischer Angriff auf Versorgungsstraße - Ukraine wehrt ab

Update vom 25. Juni, 8.20 Uhr: Die ukrainischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben Angriffe auf eine wichtige Nachschubroute für die Großstadt Lyssytschansk im Donbass abgewehrt. „In Richtung Bachmut haben die ukrainischen Kämpfer den Angriff feindlicher Infanterie zwischen den Ortschaften Wolodymyriwka und Pokrowske gestoppt“, teilte der ukrainische Generalstab mit.

Von Bachmut aus führt eine wichtige Versorgungsstraße nach Lyssytschansk. Die Stadt selbst, die nach dem weitgehenden Rückzug der Ukrainer aus dem benachbarten Sjewjerodonezk zum nächsten strategischen Angriffsziel der Russen geworden ist, steht weiter schwer unter Beschuss. Sowohl Artillerie als auch die russische Luftwaffe hätten Lyssytschansk unter Feuer genommen. Zudem hätten russische Truppen „versucht, die Stadt von Süden her zu blockieren“, berichtete der Generalstab.

Russland hatte zuvor mitgeteilt, dass Lyssytschansk von Süden aus blockiert worden sei. Angriffe hat es demnach auch auf den Ballungsraum Slowjansk - Kramatorsk - Kostjantyniwka gegeben. Sowohl von Norden als auch von Süden her seien die russischen Sturmversuche aber zurückgeschlagen worden, heißt es im Lagebericht. Im Süden des Landes hätten die Russen zudem erfolglos versucht, zuvor verloren gegangene Positionen im Gebiet Cherson mit einem Gegenangriff zurückzuerobern.

Ukraine-Krieg: Rückzug aus Sjewjerodonezk - weiterhin ukrainische Soldaten und Zivilisten in der Stadt

Update vom 24. Juni, 20.06 Uhr: Trotz der Grundsatzentscheidung Kiews, das schwer umkämpfte Verwaltungszentrum Sjewjerodonezk im Osten der Ukraine aufzugeben, hängen in der früheren Großstadt immer noch regierungstreue Truppen, aber auch Zivilisten fest. Das geht aus dem Lagebericht des Generalstabs und aus Aussagen der Kreisverwaltung am Freitag hervor. Die russischen Truppen „haben Sturmaktivitäten in der Industriezone von Sjewjerodonezk durchgeführt“, teilte der Generalstab mit.

Laut dem Chef der Kreisverwaltung, Roman Wlassenko, wird der Abzug der ukrainischen Truppen noch einige Tage in Anspruch nehmen. Zudem sagte er im Interview mit dem US-Sender CNN, dass sich noch 568 Zivilisten in der Chemiefabrik „Azot“ vor den Angriffen versteckten. Diese könnten die Anlage verlassen, sobald das Feuer eingestellt sei, allerdings dann nur noch in Richtung russisch besetzter Gebiete, sagte Wlassenko.

Ukraine-Krieg: Widersprüchliche Angaben zur Lage in der umkämpften Stadt Lyssytschansk

Im Osten der Ukraine gibt es widersprüchliche Angaben zur Lage in der umkämpften Großstadt Lyssytschansk. Russische Truppen haben nach eigenen Angaben die Stadt von Süden her blockiert. Das teilte das russische Verteidigungsministerium am Freitagabend in Moskau mit. Die Verteidigungsstellungen ukrainischer Truppen seien durchbrochen worden, hieß es.

Von ukrainischer Seite wurde berichtet, dass die Russen mehrere Luftangriffe auf die Stadt geflogen hätten, heißt es im Lagebericht. „Die ukrainischen Verteidiger haben erfolgreich einen Sturm am südlichen Stadtrand von Lyssytschansk abgewehrt“, so der ukrainische Generalstab am Freitag weiter. Die Angaben beider Seiten ließen sich nicht unabhängig überprüfen.

Ukraine-Krieg: Bürgermeister von Mykolajiw ruft Bewohner auf, Stadt zu verlassen

Update vom 24. Juni, 19.34 Uhr: Oleksandr Sienkevych, der Bürgermeister der südukrainischen Stadt Mykolajiw, hat die Bewohner seiner Stadt offenbar aufgefordert zu fliehen. "Ich empfehle allen, die am Leben bleiben wollen, die Stadt zu verlassen", so der Bürgermeister laut Angaben von CNN.

Die Situation sei „allgemein sehr schlecht“. Die Stadt werde jeden Tag beschossen, so Sienkevych weiter. In Mykolajiw halten sich derzeit Angaben des Bürgermeisters zufolge etwa 230.000 Menschen auf. Es seien 111 Menschen getötet und 502 Personen verletzt worden, darunter auch sechs Kinder. Die Evakuierungsrouten aus der Stadt führen in Richtung der Hafenstadt Odessa am Schwarzen Meer, sowie nach Krywyj Rih und Kiew.

Indes berichtet der Bürgermeister von Melitopol, Iwan Fedorow, Angaben der ukrainischen Zeitung Kyiv Independent zufolge, dass russische Besatzer in seiner Stadt Massenentführungen durchführen würden. In den letzten vier Monaten seien demnach mehr als 500 Menschen von russischen Streitkräften entführt worden. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig verifizieren.

Ukraine-Krieg: Internationale Atomenergiebehörde über Situation in Atomkraftwerk Saporischschja „besorgt“

Update vom 24. Juni, 16.35 Uhr: Die internationale Atomenergiebehörde IAEA zeigt sich „zunehmend besorgt“ um das verbliebene Personal im ukrainischen Kernkraftwerk Saporischschja, wie der IAEA-Direkter Rafael Mariano Grossi am Freitag mitteilte. Demnach müsse die Atomenergiebehörde laut einem CNN-Bericht „so bald wie möglich“ vor Ort sein. Die Situation sei „eindeutig unhaltbar“, so Grossi weiter. Das ukrainische Personal betreibe die Anlage unter extrem belastenden Bedingungen, während das Gelände unter der Kontrolle russischer Streitkräfte stehe. Die jüngsten Berichte bezeichnete der IAEA-Chef als „sehr beunruhigend“.

ukraine krieg russland Soldat Kernkraftwerk Saporischschja. Atomenergiebehörde besorgnis
Ein bewaffneter russischer Soldat auf dem Gelände des Kernkraftwerks Saporischschja. Die internationale Atomenergiebehörde zeigt sich aufgrund der Zustände dort, „extrem besorgt“ um das ukrainische Personal (Archivbild). © IMAGO/Konstantin Mihalchevskiy/SNA

Ukraine-Krieg: Ukraine fehlt Munition, Grund dafür sind langjährige russische Kampagnen

Update vom 24. Juni, 15.39 Uhr: Russlands aktuelle militärische Erfolge im Osten der Ukraine gehen auch darauf zurück, dass es der Ukraine an Munition fehlt. Laut Washington Post liegt das zum Teil an einer russischen Kampagne, die schon seit acht Jahren geführt werde. Da die meisten Waffensysteme der Ukraine auf sowjetischer Munition basierten, gebe es theoretisch in anderen ehemaligen UDSSR-Staaten weitere Munition, ebenso wie in einigen afrikanischen Staaten. Diese würden aber - zum Teil aus Angst vor Russland - keine Munition an die Ukraine liefern.

Ein US-Amerikaner, der mit Waffenhändlern zusammenarbeite, berichtete demnach davon, jüngst ein osteuropäisches Land mit der Bitte nach Munition für die Ukraine kontaktiert zu haben. Dort habe man ihm gesagt, dass man von Russland mit dem Tod bedroht worden sei, wenn man sich auf solche Deals einlassen würde. Die Washington Post bezeichnet dieses Verhalten Russlands als „Schattenkrieg“. Laut der ukrainischen Vizeministerin Hanna Malyar würde Russland aktuell zehn Mal mehr Munition pro Tag verschießen als die Ukraine.

Russische Truppen haben Kleinstadt Hirske im umkämpften Lyssytschansk eingenommen

Update vom 24. Juni, 14 Uhr: Ein ukrainischer Beamter bestätigte, dass russische Truppen die Kleinstadt Hirske im Süden des umkämpften Lyssytschansk eingenommen haben. „Leider ist ganz Hirske besetzt“, zitierte der ukrainische Internet-Fernsehsender Hromadske den Bürgermeister von Hirske, Oleksij Babschenko. Es gebe zwar Kämpfe am Stadtrand, doch russische Truppen seien von zwei Seiten in die Stadt eingetreten und hätten sie besetzt. Das russische Verteidigungsministerium sprach von bis zu 2.000 ukrainischen Soldaten, die dort eingekesselt wurden. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig bestätigen.

Ukraine-Krieg: Explosion in Cherson - offenbar pro-russischer Beamter getötet

Update vom 24. Juni, 12 Uhr: Nach russischen Angaben ist in der aktuell vom russischen Militär besetzten ukrainischen Südregion Cherson ein hochrangiger pro-russischer Beamter in einer Explosion ums Leben gekommen. Wie die russische Staatsagentur Ria Nowosti berichtete, handelt es sich bei dem Opfer um den Vorsitzenden der Abteilung für Familie, Jugend und Sport bei der regionalen Militärverwaltung, Dmitri Savlutschenko. Demnach explodierte sein Wagen kurz nachdem er eingestiegen sei, hieß es in russischen Medien.

Kreml-Sprecher Dmitri Peskow reagierte bereits auf den Vorfall gegenüber der russischen Staatsagentur Tass: „Ich kann nur sagen, dass unser Militär vor Ort ist und natürlich benötigt diese terroristische Aktivität spezielle Aufmerksamkeit. Das sind nicht anderes als terroristische Handlungen. Und entsprechend können sie nur in diesem Zusammenhang behandelt werden.“

Ukraine-Krieg: Russland kämpft wohl mit Pilotenmangel - „keine ausreichende Flugzeugbesatzung“

Update vom 24. Juni, 9.45 Uhr: Die russische Luftwaffe dürfte nach Ansicht britischer Geheimdienstexperten unter Personalmangel leiden. Das legten Äußerungen eines kürzlich in Gefangenschaft geratenen russischen Kampfflugzeug-Piloten nahe, der angab, im Dienst der Söldnertruppe Wagner zu stehen, hieß es in einer Mitteilung auf der Webseite des Verteidigungsministeriums in London. „Der Einsatz von bereits ausgeschiedenem Personal bei der engen Luftunterstützung, das nun bei Wagner unter Vertrag steht, zeigt, dass die russische Luftwaffe wahrscheinlich Schwierigkeiten hat, die Invasion in die Ukraine mit ausreichender Flugzeugbesatzung zu unterstützen“, hieß es in der Mitteilung.

Ukraine-Krieg: Ukraine-Rückzug aus Sjewjerodonezk - nach wochenlangem Widerstand

Update vom 24. Juni, 7.55 Uhr: Nach wochenlangem erbittertem Widerstand gegen die russischen Angreifer muss sich die ukrainische Armee aus der strategisch wichtigen Stadt Sjewjerodonezk im Osten des Landes zurückziehen. Der Rückzug der ukrainischen Truppen sei angeordnet worden, teilte der Gouverneur der Region Luhansk, Serhij Hajdaj, am Freitag im Onlinedienst Telegram mit. Die russischen Einheiten hatten die Stadt zuletzt schon fast vollständig eingenommen.

Ukraine-Krieg: Ukraine warnt vor übereilter Rückkehr - Flüchtlinge sollen nicht zu schnell zurückkehren

Update vom 24. Juni, 6.20 Uhr: Aus der Ukraine kommen Warnungen vor einer übereilten Rückkehr der etwa fünf Millionen Kriegsflüchtlinge, die in Europa aufgenommen wurden. „Es gibt zwei wesentliche Voraussetzungen: Wir müssen Mittel und Wege finden, die zerstörte Infrastruktur zumindest teilweise wieder aufzubauen. Und es braucht da, wo sie hingehen, ein funktionierendes Raketenabwehrsystem - so wie es jetzt mehr oder weniger für Kiew existiert“, sagte Olena Sotnyk, Beraterin von Vize-Regierungschefin Olha Stefanischyna, nach Gesprächen in Berlin.

Als weitere Voraussetzung nannte Olena Haluschka, Vorstandsmitglied der ukrainischen Organisation Anticorruption Action Centersei, die Räumung von Minen und versteckten Sprengfallen in Gebieten, die die ukrainische Seite von der russischen Armee wieder zurückerobert hat. Bei ihren Treffen mit deutschen Politikern hätten sie vor allem auf eine rasche Lieferung weiterer Waffen gedrungen, berichteten die beiden Frauen. Dass die von Deutschland versprochenen Panzerhaubitzen nun an der Front angekommen seien, bezeichneten sie als „Wendepunkt“.

Ukraine-Krieg: Russland rückt in Luhansk vor - bis zum Stadtrand von Lyssytschansk

Update vom 23. Juni, 20.18 Uhr: Im Osten der Ukraine sind russische Truppen nach ukrainischen Angaben bis an den Stadtrand der Großstadt Lyssytschansk vorgedrungen. „Unsere Kämpfer haben den Vorstoß in Richtung der südlichen Ränder von Lyssytschansk aufgehalten, dem Feind Verluste zugefügt und ihn zum Rückzug gezwungen“, hieß es am Donnerstagabend im Lagebericht des Generalstabs in Kiew. Die russische Armee ziehe nun Reserven heran. Umkämpft sei auch die östlich des Flusses Siwerskyj Donez gelegene Siedlung Boriwske.

Am Morgen war bekannt geworden, dass im Süden von Lyssytschansk eine ukrainische Gruppierung in den Ortschaften Solote und Hirske eingekesselt ist. Am Abend teilte das ukrainische Militär mit, dass die russischen Truppen Hirske inzwischen teilweise erobert hätten. Dem Bericht zufolge konnten sie den Kessel komplett schließen. Lyssytschansk ist die letzte Großstadt im Gebiet Luhansk, die völlig unter ukrainischer Kontrolle steht. Die Zwillingsstadt Sjewjerodonezk auf der anderen Seite des Flusses Siwerskyj Donez ist größtenteils von russischen Truppen erobert.

Ukraine-Krieg: US-Raketen in der Ukraine eingetroffen

Update vom 23. Juni, 15.25 Uhr: Um die Ukraine im Krieg gegen Russland zu unterstützen, hatte die US-Regierung die Lieferung von Mehrfachraketenwerfern vom Typ HIMARS versprochen. „Die HIMARS sind in der Ukraine eingetroffen“, erklärte der ukrainische Verteidigungsminister Oleksij Resnikow am Donnerstag via Twitter. Er dankte in dem Tweet auch US-Verteidigungsminister Lloyd Austin „für diese mächtigen Werkzeuge.“

Die mobilen Maschinen können mehrere präzisionsgelenkte Raketen gleichzeitig auf Ziele in bis zu 80 Kilometern Entfernung abfeuern. Die US-Armee verfügt auch über Systeme mit einer Reichweite von mehreren hundert Kilometern. US-Präsident Joe Biden hatte erklärt, HIMARS ermögliche es, mit größerer Präzision Ziele auf dem Schlachtfeld in der Ukraine zu treffen – die ukrainische Armee werde aber damit nicht ermutigt oder in die Lage versetzt, jenseits ihrer Grenzen zuzuschlagen.

Ein Mehrfachraketenwerfer vom Typ HIMARS feuert während einer Übung in Kalifornien.
Die US-Mehrfachraketenwerfer vom Typ HIMARS sind mittlerweile in der Ukraine eingetroffen und können eingesetzt werden. (Symbolbild) © U.S. Marines/imago-images

Bereits am Dienstag waren nach längere Wartezeit auch die sieben von Deutschland zugesicherten Artilleriegeschütze vom Typ „Panzerhaubitze 2000“ in der Ukraine eingetroffen.

Ukrainisches Militär meldet Raketenangriffe auf Odessa und Mykolajiw

Update vom 23. Juni, 14.30 Uhr: Nach Angaben des ukrainischen Militärs haben die russischen Streitkräfte am Donnerstag einen Raketenangriff auf die Hafenstadt Mykolajiw durchgeführt. Drei Marschflugkörper, die wohl aus der besetzten Stadt Cherson abgefeuert wurden, sollen Ziele in der Stadt getroffen haben. „Die industrielle und soziale Infrastruktur der Stadt wurde getroffen, ein Zivilist wurde verletzt, die Details werden noch geklärt“, so ein Sprecher der ukrainischen Streitkräfte.

Auch die Großstadt Odessa im Süden der Ukraine sei Ziel von zwei weiteren Marschflugkörpern gewesen. Diese hätten jedoch von der ukrainischen Luftabwehr abgefangen werden können. Die Berichte lassen sich aktuell nicht unabhängig überprüfen. Odessa und Mykolajiw liegen im Südwesten der Ukraine, außerhalb der stark umkämpften Region Donbas. Odessa ist mit knapp einer Million Einwohner die drittgrößte Stadt des Landes.

Ukrainischen Truppen droht Einkesselung – Russlands Streitkräfte rücken in Luhansk vor

Update vom 23. Juni, 11.40 Uhr: Die russischen Streitkräfte rücken weiter innerhalb der Region Luhansk im Osten der Ukraine fort. Durch die militärischen Fortschritte droht den ukrainischen Truppen nun akut die Einkesselung südlich der Stadt Lyssytschansk. „In der Richtung Sjewjerodonezk hat der Gegner die Siedlungen Loskutiwka, Raj-Olexandriwka erobert“, teilte der ukrainische Generalsstab noch am Donnerstag via Facebook mit. Die Schlinge um die im Gebiet verbliebenen ukrainischen Streitkräfte zieht sich somit langsam zu. Für den Rückzug bliebe den Soldaten aktuell nur noch ein Streifen von vier Kilometern Breite.

Nach Angaben der russischen Separatisten befinde sich jedoch auch dieser Fluchtkorridor bereits unter russische Kontrolle. Sollten sich diese Angaben als wahr erweisen, wären etwa 5000 ukrainische Soldaten in Luhansk eingekesselt. Nach Angaben des britischen Verteidigungsministeriums hätten jedoch bereits einige Einheiten die Flucht ergriffen, um der Einkesselung zu entgehen. Die Meldungen lassen sich zum aktuellen Zeitpunkt jedoch nicht unabhängig überprüfen.

Ukrainische Soldaten fahren auf einem Panzer im Donbas im Osten des Landes.
Den ukrainischen Streitkräften in Luhansk droht die Einkesselung durch russische Truppen. © ANATOLII STEPANOV/AFP

Ukraine-Krieg: Ukrainische Truppen im Osten weiter unter Druck - London nennt Gründe für russische Erfolge

Schwere Kämpfe toben auch südlich des weitgehend von Russen eroberten Sjewjerodonezks. Sjewjerodonezk und Lyssytschansk sind die letzten noch unter ukrainischer Kontrolle stehenden größeren Städte im Luhansker Gebiet. Die Eroberung von Luhansk - ebenso wie die des Gebiets Donezk - zählt zu Russlands Hauptzielen im vor vier Monaten begonnenen Krieg gegen das Nachbarland.

Die jüngsten militärischen Erfolge führt das britische Verteidigungsministerium vor allem auf Truppenverstärkung und die starke Konzentration von Beschüssen zurück.

Ukraine-Krieg: Russland konzentriert Angriffe auf Lyssytschansk - Selenskyj spricht von „teuflischer Armada“

Update vom 23. Juni, 08.19 Uhr: Während die Ukraine auf den Status eines EU-Beitrittskandidaten zusteuert, verschärft Russland die Angriffe im Osten des Landes. Zum Ziel entwickelt sich immer mehr die strategisch wichtige Stadt Lyssytschansk im Gebiet Luhansk. Präsident Wolodymyr Selenskyj mahnte in der Nacht auf Donnerstag abermals schnellere Waffenlieferungen an, „um diese teuflische Armada zu stoppen und aus den Grenzen der Ukraine herauszudrängen“.

Russische Angriffe auf die Ukraine im Osten - Strategisches Einkesseln als Ziel

Die Positionen der ukrainischen Armee im östlichen Industriegebiet Donbass seien vom russischen Militär mit Flugzeugen bombardiert und mit Raketen und Artillerie beschossen worden, teilte der Generalstab der Ukraine mit. In dem abendlichen Lagebericht wurden mehr als vier Dutzend Städte und Ortschaften aufgezählt, die beschossen worden seien. Russland setzt stark auf Artillerie, um nach massivem Beschuss von Ort zu Ort vorzurücken.

Russischer Panzer bei einer Fahrt durch zerstörte Gebiete bei Lugansk im Osten der Ukraine
Russischer Panzer bei einer Fahrt durch zerstörte Gebiete bei Lugansk im Osten der Ukraine. © IMAGO/Alexander Reka

Das russische Militär rückt dabei aus mehreren Richtungen näher zur Stadt Lyssytschansk vor. Sie wird vom benachbarten Sjewjerodonezk von einem Fluss getrennt. Sjewjerodonezk ist inzwischen zu großen Teilen unter Kontrolle der russischen Truppen, auch wenn sie immer noch auf Widerstand treffen. Die russische Führung um Präsident Wladimir Putin nennt als ein Ziel des Angriffskrieges, die Kontrolle über die östlichen Gebiete Donezk und Luhansk zu gewinnen. Ein Militärexperte erklärte, dass Russland diesem Ziel immer näher kommt.

Ukraine-Krieg: „Signifikante Verluste“ bei russischen Truppen - nach gezieltem Angriff auf Schlangeninsel

Erstmeldung vom 22. Juni: Odessa - Im eskalierten Ukraine-Konflikt hat es erneut schwere Kämpfe um die Schlangeninsel im Schwarzen Meer gegeben. Russland hat die 17 Hektar große Insel kurz nach Kriegsbeginn besetzt - sie liegt strategisch günstig 35 Kilometer südlich der Großstadt Odessa. Wer sie kontrolliert, kann von dort aus den Luftraum an der ukrainischen Schwarzmeerküste überwachen.

Nun hat die ukrainische Armee einen Versuch unternommen, die Schlangeninsel zurückzuerobern - und dabei wohl die Truppen von Wladimir Putin empfindlich getroffen. Wie der zuständige ukrainische Kommandeur in einem Facebook-Video erklärt, hat die Ukraine einen gezielten Angriff auf die Insel gestartet. „Es gab einen konzentrierten Schlag mit mehreren Methoden der Zerstörung“, gab der Kommandeur laut einer Übersetzung der britischen Zeitung The Guardian bekannt. Die russischen Truppen, die auf der Insel stationiert sind, hätten dabei „signifikante Verluste“ erlitten.

Ukraine will Schlangeninsel zurückerobern - Landemanöver wohl gescheitert

Das russische Militär dagegen betont, es habe die „verrückte“ Attacke der Ukraine erfolgreich abgewehrt. Dies erklärte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow. Die ukrainische Armee hätte Luftangriffe und Artilleriebeschuss geplant, um dann auf der Schlangeninsel zu landen und sie einzunehmen.

15 Angriffs- und Aufklärungsdrohnen der Ukraine seien beteiligt gewesen, während Raketenwerfer und Haubitzen auf die Insel feuerten. Die russischen Streitkräfte hätten 13 Drohnen, 4 Raketen vom Typ Totschka-U und 21 reaktive Geschosse vom Raketenwerfer Uragan abgeschossen. Die ukrainischen Soldaten seien daraufhin gezwungen gewesen, auf das geplante Landemanöver zu verzichten.

Dieses Schwarzweißbild des WorldView-1-Satelliten von Maxar Technologies zeigt das südliche Ende der Schlangeninsel mit einem zerstörten Turm und verbrannter Vegetation an mehreren Stellen im Schwarzen Meer am 21. Juni 2022.
Dieses Schwarzweißbild des WorldView-1-Satelliten von Maxar Technologies zeigt das südliche Ende der Schlangeninsel mit einem zerstörten Turm und verbrannter Vegetation an mehreren Stellen im Schwarzen Meer am 21. Juni 2022. © Uncredited/Maxar Technologies/dpa

Die Angaben beider Seiten waren zunächst nicht unabhängig überprüfbar. Auf Satellitenbildern des Anbieters „Maxar Technologies“ vom 21. Juni sind Zerstörungen auf der Schlangeninsel zu erkennen. Zu sehen sind ein zerstörter Turm am südlichen Ende des Insel und verbrannte Gebiete am nördlichen Inselrand.

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