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Strompreisbremse: Stadtwerke fühlen sich überfordert – Umsetzung „absolut unklar“

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Von: Patricia Huber

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Die Strompreisbremse sorgt bereits kurz nach ihrer Ankündigung bei den Stadtwerken für Nervosität. Es gebe noch zu viele Unklarheiten zur Umsetzung.

Berlin – Mit dem dritten Entlastungspaket hat die Bundesregierung nun auch die oft geforderte Strompreisbremse auf den Weg gebracht. Damit sollen Verbraucher von den rasant steigenden Strompreisen entlastet werden. Bezahlt werden soll das ganze durch eine „Zufallsgewinnsteuer“, welche von Stromerzeugern gezahlt werden muss, die von den hohen Preisen am Markt profitieren.

Strompreisbremse: Ersparnis von bis zu 346 Euro

Damit der Anreiz zum Stromsparen nicht ganz verloren geht, soll die geplante Strompreisbremse nur für den Basisverbrauch gelten. Dieser soll laut eines Tweets von Bundesjustizminister Marco Buschmann bei 75 Prozent liegen. Der Preisdeckel soll sich dem Papier zufolge, welches der FDP-Politiker teilt, dann auf 30 Cent pro Kilowattstunde (kWh) belaufen.

Wie Berechnungen des Vergleichsportals Check24 zeigen, würde eine Familie mit einem Verbrauch von 5.000 kWh im Vergleich zum durchschnittlichen Strompreis im August (39,9 Ct./kWh) um 346 Euro entlastet werden. Ein Single mit einem Verbrauch von 1.500 kWh würde 141 Euro weniger bezahlen.

Strompreisbremse: Stadtwerke bereits vor dem Start überfordert

In der Theorie klingt das alles sehr gut. Doch die praktische Umsetzung könnte zu Problemen führen. Schon jetzt schlagen Stadtwerke Alarm. Denn den meisten Versorgern fehlen entsprechende Daten, um die Pläne der Regierung überhaupt umsetzen zu können. „Wir wissen ja zum Beispiel gar nicht, wie viele Personen in einem Haushalt leben, das sind alles Sachen, da haben wir keine Daten zu und wie wir das handhaben sollen, das ist für uns noch absolut unklar“, erklärte der Sprecher der Leipziger Stadtwerke dem MDR. Auch den enorm hohen Verwaltungsaufwand sieht der Sprecher kritisch. Dieser wäre aufgrund der Gas-Umlage ohnehin bereits gestiegen.

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Auch die Chefin des Energieverbands BDEW warnt davor, die Umstellung zu unterschätzen. „Nur wenn administrativer Aufwand auf ein Minimum reduziert wird, ist eine zeitnahe Umsetzung überhaupt möglich“, sagte sie der FAZ.

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