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„Die Erde ist jetzt unser einziger Aktionär“ - Patagonia-Gründer spendet seine Firma für den Klimaschutz

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Von: Patricia Huber

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Der Patagonia-Gründer Yvon Chouinard hat seine Firma für Outdoorbekleidung gespendet. Künftig kommen alle Einnahmen aus dem drei Milliarden Dollar schweren Unternehmen dem Klimaschutz zugute.

Ventura – Klima- und Umweltschutz wird auch bei großen Unternehmen immer wichtiger. Doch der Outdoor-Bekleidungshersteller Patagonia hat nun ganz neue Maßstäbe gesetzt. Der Gründer der Marke hat das Unternehmen zugunsten des Umweltschutzes gespendet.

Patagonia: Gewinne kommen künftig Umweltschutzorganisation zugute

Der 83-jährige Yvon Chouinard sowie dessen Frau und zwei Kinder stimmten einer Übertragung aller stimmberechtigenden Firmenanteile an eine Stiftung zu, die dafür sorgen soll, dass die ökologischen Werte des Unternehmens respektiert werden. Alle weiteren Aktien gehen außerdem an eine Umweltschutzorganisation, der künftig auch die Firmengewinne zugutekommen. „Die Erde ist jetzt unser einziger Aktionär“, schrieb Chouinard in einem offenen Brief, der am Mittwoch auf der Website von Patagonia veröffentlicht wurde.

Chouinard hatte Patagonia vor fast 50 Jahren gegründet und war bei der Unternehmensführung stets auf Umwelt- und Klimaschutz bedacht. So wählt das Unternehmen etwa seine verwendeten Rohstoffe sorgfältig nach ökologischen Kriterien aus und spendet jedes Jahr ein Prozent des Umsatzes an Umweltorganisationen.

Patagonia: Gründerfamilie erhält kein Geld mehr aus der Firma

Der Wert von Patagonia wird laut New York Times (NYT) auf drei Milliarden Dollar geschätzt. Er habe es erwogen, das Unternehmen zu verkaufen und den Erlös zu spenden, erklärte Chouinard. „Aber wir wären dann nicht sicher gewesen, dass ein neuer Eigentümer unsere Werte beibehalten und unser Team von Mitarbeitern auf der ganzen Welt weiterbeschäftigt hätte.“ Im Interview mit der NYT erklärt er weiter: „Hoffentlich wird dies eine neue Form des Kapitalismus beeinflussen, die nicht mit ein paar reichen Leuten und einem Haufen armer Leute endet.“

Mit dem gewählten Weg bleibt Patagonia ein wirtschaftlich orientiertes Unternehmen mit einem Vorstand und einem Geschäftsführer. Die Familie Chouinard wird kein Geld mehr von der Firma erhalten, bleibt aber im Unternehmensvorstand vertreten und beaufsichtigt die Stiftung sowie die Umweltorganisation, der die Gewinne gespendet werden.

Ich wollte nie eine Firma haben.

Yvon Chouinard, Gründer von Patagonia

Für Chouinard hat sich damit auch die Nachlass-Frage geklärt. „Ich wusste nicht, was ich mit der Firma anfangen sollte, weil ich nie eine Firma haben wollte“, sagte er. „Ich wollte kein Geschäftsmann werden. Jetzt könnte ich morgen sterben und das Unternehmen wird die nächsten 50 Jahre weiterhin das Richtige tun, und ich muss nicht in der Nähe sein.“ (ph/AFP)

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